{"id":14360,"date":"2025-02-10T10:00:21","date_gmt":"2025-02-10T09:00:21","guid":{"rendered":"https:\/\/agbw.org\/?p=14360"},"modified":"2025-02-10T10:35:00","modified_gmt":"2025-02-10T09:35:00","slug":"dyarnentaratsch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/agbw.org\/am\/2025\/dyarnentaratsch\/","title":{"rendered":"Dyarnentaratsch"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1248px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-title title fusion-title-1 fusion-sep-none fusion-title-text fusion-title-size-one\" style=\"--awb-margin-top-small:10px;--awb-margin-right-small:0px;--awb-margin-bottom-small:10px;--awb-margin-left-small:0px;\"><h1 class=\"fusion-title-heading title-heading-left fusion-responsive-typography-calculated\" style=\"margin:0;--fontSize:35;line-height:1.2;\"><span class=\"S1PPyQ\">Darbringung des Herrn. Dyarnentaratsch\u00a0<\/span><\/h1><\/div><div class=\"fusion-text fusion-text-1\"><div class=\"x11i5rnm xat24cr x1mh8g0r x1vvkbs xdj266r x126k92a\">\n<p>Der 14. Februar gilt in Europa als der Tag der Liebenden. Die Armenische Kirche feiert an diesem Tag die Darstellung des Herrn, volkst\u00fcmlich auch Dyarnentaratsch (kath. Mari\u00e4 Lichtmess) genannt. Dieses Fest wurde von S. H. Garegin II., Katholikos aller Armenier, zum Tag der Segnung der jungen Familien erkl\u00e4rt.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"x11i5rnm xat24cr x1mh8g0r x1vvkbs xtlvy1s x126k92a\">\n<div dir=\"auto\">In unerer Gemeinde wird dieses Fest traditionell am 13. Februar, um 18 Uhr, gefeiert.<\/div>\n<div dir=\"auto\"><\/div>\n<div dir=\"auto\"><strong>Hier ein R\u00fcckblick zu <\/strong><strong><a class=\"x1i10hfl xjbqb8w x6umtig x1b1mbwd xaqea5y xav7gou x9f619 x1ypdohk xt0psk2 xe8uvvx xdj266r x11i5rnm xat24cr x1mh8g0r xexx8yu x4uap5 x18d9i69 xkhd6sd x16tdsg8 x1hl2dhg xggy1nq x1a2a7pz xt0b8zv x1fey0fg\" tabindex=\"0\" role=\"link\" href=\"https:\/\/agbw.org\/am\/2024\/fest-der-darstellung-des-herrn-im-tempel\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Dyarnentaratsch-2024<\/a><\/strong><\/div>\n<\/div>\n<\/div><div class=\"fusion-separator fusion-full-width-sep\" style=\"align-self: center;margin-left: auto;margin-right: auto;margin-top:15px;margin-bottom:15px;width:100%;\"><div class=\"fusion-separator-border sep-double sep-solid\" style=\"--awb-height:20px;--awb-amount:20px;border-color:#ffac00;border-top-width:1px;border-bottom-width:1px;\"><\/div><\/div><div class=\"fusion-title title fusion-title-2 fusion-sep-none fusion-title-text fusion-title-size-two\" style=\"--awb-margin-top-small:10px;--awb-margin-right-small:0px;--awb-margin-bottom-small:10px;--awb-margin-left-small:0px;\"><h2 class=\"fusion-title-heading title-heading-left fusion-responsive-typography-calculated\" style=\"margin:0;--fontSize:28;line-height:1.2;\">Entstehung<\/h2><\/div><div class=\"fusion-text fusion-text-2\"><p>Dyarnentaratsch ist ein unbewegliches Fest der Armenischen Kirche und wird genau <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/EU\/Amos9\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\">am 40<\/a>. Tag nach dem armenischen Weihnachtsfest (6. Januar), am 14. Februar, gefeiert. Das armenische Wort \u201eDyarnentartsch\u201c ist aus zwei altarmenischen W\u00f6rtern zusammengesetzt: \u201eDyarn\u201c (dem Herrn) und \u201e\u00c8ntaratsch\u201c (entgegengehen). \u00dcbersetzt ins Deutsche hei\u00dft es: \u201eDem Herrn entgegengehen\u201c bzw. \u201eDen Herrn empfangen\u201c. Im Volksmund hei\u00dft das Fest \u201eDyarnentaratsch\u201c auch \u201eDer\u00e8ntez\u201c bzw. \u201eDerndes\u201c. Beide diese W\u00f6rter sind aller Wahrscheinlichkeit nach Ableitungen von \u201eDer \u00e8nt tzez\u201c (Deusch: Der Herr sei mit euch) bzw. \u201eDer\u00e8 des\u201c (Deutsch: Siehe den Herrn). Die beiden Begriffe haben mit dem Inhalt und der Bedeutung dieses Kirchenfestes zu tun.<\/p>\n<p>Hintergrund des Festes ist das j\u00fcdische Reinigungsritual, dem sich auch die Hl. Jungfrau Maria unterziehen musste. Eine Frau galt im Alten Testament laut j\u00fcdischen Gesetzen vierzig Tage nach der Geburt eines Sohnes als unrein. Sie musste aus diesem Grund im Tempel zu einem Reinigungsritual mit Opfergaben kommen.\u00a0Deshalb wird das Fest Darbringung des Herrn im Westen auch unter Mari\u00e4 Reinigung bekannt. Zudem waren alle erstgeborenen S\u00f6hne (also auch Jesus) Gott als sein Eigentum vorbehalten, die erst mit einem Opfer ausgel\u00f6st werden mussten. So brachte man Jesus zum Priester in den Tempel und er wurde dort vor Gott &#8222;dargestellt&#8220;. Die Tradition wird bis heute auch in der Armenischen Apostolischen Kirche tradiert. M\u00fctter und Kinder kommen <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/EU\/Amos9\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\">am 40<\/a>. Tag nach der Geburt in die Kirche und werden vom Pfarrer gesegnet.<\/p>\n<\/div><div class=\"fusion-title title fusion-title-3 fusion-sep-none fusion-title-text fusion-title-size-two\" style=\"--awb-margin-top-small:10px;--awb-margin-right-small:0px;--awb-margin-bottom-small:10px;--awb-margin-left-small:0px;\"><h2 class=\"fusion-title-heading title-heading-left fusion-responsive-typography-calculated\" style=\"margin:0;--fontSize:28;line-height:1.2;\">Evangelium und Tradition&#8230;<\/h2><\/div><div class=\"fusion-text fusion-text-3\"><p>Der Heilige Evangelist Lukas \u00fcberlieferte die Geschichte von der Darstellung Jesu und die Begegnung mit Simeon und der Prophetin Hanna. Wir lesen diese Geschichte im\u00a0<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/EU\/Lukas2%2C22-40\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\">Lukasevangelium 2, 22-40<\/a>.<\/p>\n<p>Bereits im 4. Jahrhundert feierte die Kirche in Jerusalem dieses Fest. Zun\u00e4chst haben alle Kirchen dieses Fest am 14. Februar gefeiert, dem 40. Tag nach dem Fest &#8222;Geburt und Erscheinung des Herrn&#8220;, sp\u00e4ter dann haben die westlichen Kirchen das Fest 40 Tage nach Weihnachten (also 40 Tage nach 25. Dezember), der Geburt Jesu gefeiert.<\/p>\n<p>Seit sp\u00e4testens dem 5. Jahrhundert betrachteten die Christen dieses Fest auch als den\u00a0ersten Einzug Jesu in die Davidstadt Jerusalem. Der antike Brauch, nach dem die Bewohner einer Stadt ihrem Herrscher bei seinem ersten Besuch entgegenzogen, wurde schon fr\u00fch in die Festliturgie mit einbezogen.\u00a0Die Gl\u00e4ubigen wollten Christus entgegengehen, \u00e4hnlich wie sie es aus den Evangelien kannten, wo die Menschen den erwachsenen Jesus an Palmsonntag begr\u00fc\u00dften. Grund daf\u00fcr war u. a. die neutestamentliche Bibelstelle <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/EU\/Lukas2%2C32\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\">Lk 2, 32<\/a>, wo Jesus Christus als das Licht der Welt von Simeon gepriesen\u00a0wird.<\/p>\n<\/div><div class=\"fusion-title title fusion-title-4 fusion-sep-none fusion-title-text fusion-title-size-two\" style=\"--awb-margin-top-small:10px;--awb-margin-right-small:0px;--awb-margin-bottom-small:10px;--awb-margin-left-small:0px;\"><h2 class=\"fusion-title-heading title-heading-left fusion-responsive-typography-calculated\" style=\"margin:0;--fontSize:28;line-height:1.2;\">Zwischen Heidentum und Christentum<\/h2><\/div><div class=\"fusion-text fusion-text-4\"><p>Zum selben Termin wie Darbringung des Herrn fand im heidnischen Rom ein Lichterfest statt. Man feierte damit den Gedenktag an den Raub der Proserpina: Proserpina, die Tochter der Ceres, wurde geraubt und von Pluto weg gebracht. Daraufhin suchten Proserpinas Eltern ihre Tochter mit Fackeln in der Stadt. R\u00f6mische Frauen zogen zur Erinnerung an diese Suche allj\u00e4hrlich mit Lichtern durch die Stadt<\/p>\n<p>Auch im heidnischen Armenien kannte man einen \u00e4hnlichen Lichtfest. Dieses war dem heidnischen armenischen Gott Mihr (nach Ormanian: Tir) gewidmet und war mit Feueranbetung verbunden. Die zentrale Bedeutung des Festes war durch die w\u00e4rme des Feuers der k\u00e4ltesten Jahreszeit entgegenzuwirken und durch das Licht des Feuers das Finstere wegzujagen.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter \u00a0wurden w\u00e4hrend der Feiertage verschieden Br\u00e4uche verbreitet, z. B. Wahrsagen, die mit der Aussaat und Ernte, dem Erfolg des Wirtschaftsjahres, der Idee des Generationenwachstums zusammenhingen.<\/p>\n<p>Um die altarmenischen Br\u00e4uche nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, haben die Kirchenv\u00e4ter die \u00e4u\u00dfere Form des Festes beibehalten, dem Fest aber einen neuen Sinn und eine neue Bedeutung gegeben. Die heidnischen Armenier haben das Feuer angebetet. F\u00fcr die christlichen Armenier jedoch ist das Feuer ein Symbol des Herrn Jesus Christus. Der Hl. Grigor von Tatev (14. Jh.) schreibt aus Anlass des Dyarentaratsch-Festes: \u201eWie bei der Darstellung des Herrn im Tempel das Volk mit Laternen und \u00d6llampen ihm entgegen ging, so z\u00fcnden auch wir mit demselben Beispiel Feuer und Laternen an und feiern den Vorabend der Ankunft des Herrn\u201c.<\/p>\n<\/div><div class=\"fusion-title title fusion-title-5 fusion-sep-none fusion-title-text fusion-title-size-two\" style=\"--awb-margin-top-small:10px;--awb-margin-right-small:0px;--awb-margin-bottom-small:10px;--awb-margin-left-small:0px;\"><h2 class=\"fusion-title-heading title-heading-left fusion-responsive-typography-calculated\" style=\"margin:0;--fontSize:28;line-height:1.2;\">Die Tradition heute<\/h2><\/div><div class=\"fusion-text fusion-text-5\"><div class=\"x11i5rnm xat24cr x1mh8g0r x1vvkbs xtlvy1s x126k92a\">\n<p dir=\"auto\">Am Abend des 13. Februar werden die Gl\u00e4ubigen in die Kirche eingeladen, um den vorabendlichen Andachten beizuwohnen und das wahre Licht der Welt, den Herrn Jesus Christus, zu lobpreisen. Nach der Andacht z\u00fcnden die Anwesenden an der Altarkerze ihre Kerzen an, bringen diese Kerzen nach Hause. Die in der Kirche angez\u00fcndeten Kerzen brennen die ganze Nacht, damit \u00fcberall das Licht und die Weisheit \u00fcberwiegen und die Dunkelheit und die Verwirrungen sich entfernen.<\/p>\n<p dir=\"auto\">In vielen Orten, wo es m\u00f6glich ist, auch vor der Hl. Kreuz Kirche in G\u00f6ppingen, wird auf dem Hof der Kirche ein Feuer angez\u00fcndet. Danach bilden die Menschen einen Kreis um das Feuer herum und singen traditionelle armenische Volkslieder. Mancherorts ist die ehrenhafte Aufgabe der Anz\u00fcndung des Festfeuers einem neuverheirateten Br\u00e4utigam vorbehalten. Neuverheiratete Paare, M\u00e4dchen und Jungs springen dann \u00fcber das Feuer. Bereits aus der vorchristlichen Zeit kommt der Brauch, dass zuerst die neuverheirateten Br\u00e4ute \u00fcber das Feuer springen, um sich zu reinigen und die Geburt des erwarteten Kindes zu weihen. Unfruchtbare Frauen brannten mit den Flamen des Festfeuers ihre R\u00f6cke, damit sie geheilt werden und Fruchtbarkeit erlangen. Die armenischen Dorfbewohner nahmen etwas aus der Asche des Festfeuers mit nach Hause und verstreuten es auf den D\u00e4chern des Hauses sowie auf den Feldern und in den St\u00e4llen. Sie glaubten, dadurch das B\u00f6se von ihren H\u00e4usern fern zu halten und hofften auf ein gutes und ergebnisvolles Jahr.<\/p>\n<p dir=\"auto\">Vor einigen Jahren hat S. H. Garegin II., Katholikos Aller Armenier, in der Hinsicht auf diesen Brauch, das Dyarnentartsch-Fest zum Tag der Segnung der Neuverheirateten erkl\u00e4rt.\u00a0Familien der verlobten oder neuverheirateten Paare besuchen die Kirche und verteilen den versammelten Menschen \u201eAghantz\u201c (gebratene Weizenk\u00f6rner und Kichererbsen), zu dem man auch Rosinen und Walln\u00fcsse sowie weitere N\u00fcsse mischt.<\/p>\n<\/div>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":20671,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[65],"tags":[],"class_list":["post-14360","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-glaubensfragen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/agbw.org\/am\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14360","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/agbw.org\/am\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/agbw.org\/am\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/agbw.org\/am\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/agbw.org\/am\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14360"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/agbw.org\/am\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14360\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":20687,"href":"https:\/\/agbw.org\/am\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14360\/revisions\/20687"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/agbw.org\/am\/wp-json\/wp\/v2\/media\/20671"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/agbw.org\/am\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14360"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/agbw.org\/am\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14360"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/agbw.org\/am\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14360"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}