{"id":20950,"date":"2025-03-26T16:00:34","date_gmt":"2025-03-26T15:00:34","guid":{"rendered":"https:\/\/agbw.org\/?p=20950"},"modified":"2025-03-20T07:18:28","modified_gmt":"2025-03-20T06:18:28","slug":"toxische-beziehungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/agbw.org\/am\/2025\/toxische-beziehungen\/","title":{"rendered":"Toxische Beziehungen"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1248px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-title title fusion-title-1 fusion-sep-none fusion-title-text fusion-title-size-one\" style=\"--awb-margin-top-small:10px;--awb-margin-right-small:0px;--awb-margin-bottom-small:10px;--awb-margin-left-small:0px;\"><h1 class=\"fusion-title-heading title-heading-left fusion-responsive-typography-calculated\" style=\"margin:0;--fontSize:35;line-height:1.2;\">Toxische Beziehungen:<\/h1><\/div><div class=\"fusion-title title fusion-title-2 fusion-sep-none fusion-title-text fusion-title-size-two\" style=\"--awb-margin-top-small:10px;--awb-margin-right-small:0px;--awb-margin-bottom-small:10px;--awb-margin-left-small:0px;\"><h2 class=\"fusion-title-heading title-heading-left fusion-responsive-typography-calculated\" style=\"margin:0;--fontSize:28;line-height:1.2;\">Gefangen in zerst\u00f6rerischen Mustern<\/h2><\/div><div class=\"fusion-text fusion-text-1\"><p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\"><em>Ein Beitrag zur Gro\u00dfen Fastenzeit 2025<br \/>\nvon Pfr. Dr. Diradur Sardaryan<br \/>\nGemeindepfarrer<\/em><\/p>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\"><em>Die Ikone des Abstiegs Christi in die Unterwelt zeigt einen kraftvollen Moment: Der auferstandene Christus steht \u00fcber den zerbrochenen Toren der H\u00f6lle und zieht Adam und Eva eigenh\u00e4ndig aus ihren Gr\u00e4bern. Er befreit sie aus einer Gefangenschaft, die sie selbst nicht \u00fcberwinden konnten. Dieses Bild der Befreiung spricht tief in unsere menschliche Erfahrung hinein \u2013 besonders f\u00fcr jene, die in toxischen Beziehungen gefangen sind.<\/em><\/p>\n<h3 class=\"text-xl font-bold text-text-200 mt-1 -mb-0.5\">Die verborgenen Ketten erkennen<\/h3>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\">In der Seelsorge begegnen wir regelm\u00e4\u00dfig Menschen, die in Beziehungen gefangen sind, die ihre W\u00fcrde, ihre Gesundheit und ihren Glauben untergraben. Oft erkennen die Betroffenen selbst nicht das volle Ausma\u00df ihrer Situation. Wie der heilige Ephr\u00e4m der Syrer betet: &#8222;Herr und Gebieter meines Lebens, gib mir nicht den Geist der Tr\u00e4gheit, der Verzagtheit, der Herrschsucht und der Geschw\u00e4tzigkeit.&#8220; Diese vier Geisteshaltungen beschreiben pr\u00e4zise die Dynamiken toxischer Beziehungen: Passivit\u00e4t, Hoffnungslosigkeit, Kontrolle und Manipulation durch Worte.<\/p>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\">Was genau macht eine Beziehung &#8222;toxisch&#8220;? Die moderne Psychologie und die geistliche Tradition der Kirche bieten erg\u00e4nzende Perspektiven:<\/p>\n<h4 class=\"text-lg font-bold text-text-200 mt-1 -mb-1.5\">Psychologische Merkmale toxischer Beziehungen<\/h4>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\">Aus psychologischer Sicht zeichnen sich toxische Beziehungen durch bestimmte wiederkehrende Muster aus. Charakteristisch ist ein chronisches Ungleichgewicht von Geben und Nehmen, bei dem ein Partner konstant mehr investiert, ohne entsprechende emotionale R\u00fcckerstattung zu erhalten. Dieses Ungleichgewicht wird oft durch Kontrolle und Manipulation aufrechterhalten &#8211; der dominierende Partner bestimmt \u00fcber Entscheidungen, Kontakte und sogar pers\u00f6nliche \u00dcberzeugungen des anderen, wobei gesunde Grenzen systematisch missachtet werden.<\/p>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\">Ein besonders sch\u00e4dliches Element toxischer Dynamiken ist das kontinuierliche Untergraben des Selbstwertgef\u00fchls. Durch explizite oder subtile Kritik, durch Vergleiche mit anderen oder durch das Infragestellen der Wahrnehmung des Betroffenen entsteht ein Zustand der Verunsicherung und Selbstzweifel. Diese Verunsicherung wird oft verst\u00e4rkt durch die schrittweise Isolation von Freunden, Familie oder Gemeinde, wodurch dem Betroffenen wichtige Au\u00dfenperspektiven und Unterst\u00fctzungssysteme entzogen werden.<\/p>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\">Die Unberechenbarkeit des Verhaltens &#8211; der oft abrupte Wechsel zwischen Zuneigung und Ablehnung &#8211; f\u00fchrt zu einem Zustand permanenter Anspannung. Die Betroffenen entwickeln eine Hypervigilanz, eine st\u00e4ndige Wachsamkeit gegen\u00fcber Stimmungsschwankungen des Partners, die enorme psychische Energie kostet. Problematisch ist zudem die Leugnung oder Verharmlosung von Problemen, wenn der kontrollierende Partner Kritik abwehrt oder die Realit\u00e4t umdeutet.<\/p>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\">In fortgeschrittenen Stadien k\u00f6nnen toxische Beziehungen auch von emotionaler oder physischer Gewalt gepr\u00e4gt sein, wobei auf \u00dcbergriffe oft Phasen intensiver &#8222;Wiedergutmachung&#8220; folgen &#8211; ein Muster, das als &#8222;Gewaltkreislauf&#8220; bekannt ist und die Betroffenen in einer Hoffnung auf Besserung gefangen h\u00e4lt.<\/p>\n<h4 class=\"text-lg font-bold text-text-200 mt-1 -mb-1.5\">Die geistliche Dimension aus ostkirchlicher Sicht<\/h4>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\">Die Kirchenv\u00e4ter kannten den Begriff &#8222;toxisch&#8220; zwar nicht, beschrieben aber pr\u00e4zise die geistlichen Dynamiken destruktiver Beziehungen. Der heilige Johannes Chrysostomos spricht von der &#8222;Tyrannei der Leidenschaften&#8220;, die Menschen nicht nur vor Gott, sondern auch voreinander in Unfreiheit f\u00fchrt. Im Zentrum toxischer Beziehungen stehen oft grundlegende geistliche Probleme.<\/p>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\">Der Stolz manifestiert sich als das tiefe Bed\u00fcrfnis, den anderen zu dominieren und die eigene vermeintliche \u00dcberlegenheit zu demonstrieren. Diese Haltung steht im direkten Widerspruch zur christlichen Tugend der Demut, die den anderen h\u00f6her achtet als sich selbst. Eine weitere problematische Grundhaltung ist das Besitzdenken, bei dem der Partner nicht mehr als Ebenbild Gottes mit eigener W\u00fcrde und Freiheit gesehen wird, sondern zum Objekt degradiert wird, das den eigenen Bed\u00fcrfnissen zu dienen hat.<\/p>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\">Hinter der Kontrolle steht oft eine tiefe Angst &#8211; die fundamentale Unf\u00e4higkeit zu vertrauen, sowohl dem Partner als auch Gott selbst. Diese Angst f\u00fchrt zu dem Versuch, durch Kontrolle Sicherheit zu schaffen, was jedoch letztlich in gr\u00f6\u00dferer Unsicherheit f\u00fcr alle Beteiligten resultiert. Nicht zuletzt spielt auch die Scham eine zentrale Rolle &#8211; das tiefe Gef\u00fchl der eigenen Unw\u00fcrdigkeit, das entweder zu \u00fcberm\u00e4\u00dfiger Abh\u00e4ngigkeit f\u00fchren kann oder im Gegenteil zu dem Versuch, durch Abwertung anderer die eigene Scham zu kompensieren.<\/p>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\">In der seelsorgerischen Praxis zeigt sich h\u00e4ufig, dass Betroffene toxischer Beziehungen ihre Situation durch ein verzerrtes Verst\u00e4ndnis christlicher Werte rechtfertigen. Viele glauben, es sei ihre religi\u00f6se Pflicht, alles zu ertragen. Ein wichtiger Schritt zur Befreiung ist die Erkenntnis, dass wahre christliche Liebe immer die W\u00fcrde des Menschen achtet und dass andauernde Herabw\u00fcrdigung nicht dem g\u00f6ttlichen Willen entspricht.<\/p>\n<hr \/>\n<h3 class=\"text-xl font-bold text-text-200 mt-1 -mb-0.5\">Die verschiedenen Gesichter toxischer Beziehungen<\/h3>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\">Toxische Beziehungsmuster finden sich in vielen Kontexten \u2013 nicht nur in romantischen Partnerschaften, sondern auch in Familien, Freundschaften, Arbeitsbeziehungen und sogar im kirchlichen Umfeld.<\/p>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\">In Partnerschaften k\u00f6nnen sich toxische Dynamiken auf vielf\u00e4ltige Weise manifestieren. H\u00e4ufig beginnt eine Beziehung vielversprechend mit Aufmerksamkeit und Zuneigung, die jedoch nach einer Bindungsphase einem kontrollierenden Verhalten weicht. Die Kontrolle kann sich auf verschiedene Lebensbereiche erstrecken \u2013 Finanzen, Kleidung, soziale Kontakte, Arbeitsweise, sogar auf religi\u00f6se Praktiken. Besonders problematisch ist, wenn religi\u00f6se Texte oder Traditionen instrumentalisiert werden, um Kontrolle zu rechtfertigen, etwa durch einseitige Auslegung von Texten \u00fcber &#8222;Unterordnung&#8220; in der Ehe.<\/p>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\">Eine andere Form toxischer Partnerbeziehungen ist durch emotionale Instabilit\u00e4t gekennzeichnet. Der Partner wechselt unvermittelt zwischen \u00fcberschw\u00e4nglicher Zuneigung und eisiger Ablehnung, wodurch ein Zustand permanenter emotionaler Unsicherheit entsteht. Manchmal werden Drohungen mit Selbstverletzung oder Suizid als Druckmittel eingesetzt, um den anderen zu bestimmten Verhaltensweisen zu zwingen. Dies f\u00fchrt dazu, dass ein Partner sich vollst\u00e4ndig f\u00fcr das emotionale Wohlbefinden des anderen verantwortlich f\u00fchlt und eigene Bed\u00fcrfnisse vernachl\u00e4ssigt.<\/p>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\">Auch in Eltern-Kind-Beziehungen k\u00f6nnen toxische Muster entstehen, die bis ins Erwachsenenalter fortwirken. Erwachsene Kinder versuchen oft jahrzehntelang, die Anerkennung eines Elternteils zu gewinnen, der diese permanent verweigert oder an Bedingungen kn\u00fcpft. Die emotionale Abh\u00e4ngigkeit kann so stark sein, dass sie andere Beziehungen beeintr\u00e4chtigt \u2013 Partner und eigene Kinder leiden unter der emotionalen Abwesenheit des Betroffenen, der st\u00e4ndig um die Anerkennung des Elternteils ringt.<\/p>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\">Besonders komplex ist die Situation, wenn toxische Dynamiken im geistlichen Kontext auftreten. Geistliche Autorit\u00e4t kann missbraucht werden, wenn Leitungspersonen (ob Geistliche oder Gemeindevorsteher) beanspruchen, besondere Eingebungen zu haben, die nicht hinterfragt werden d\u00fcrfen. Kritik wird dann als mangelnder Glaube oder gar als &#8222;Angriff des Feindes&#8220; gedeutet. Die Vermischung legitimer Autorit\u00e4t mit pers\u00f6nlichen Interessen und Machtbed\u00fcrfnissen f\u00fchrt oft zu tiefgreifenden Vertrauenskrisen bei den Betroffenen, die sich nicht nur auf die konkrete Beziehung, sondern auf ihr gesamtes Gottesbild auswirken k\u00f6nnen.<\/p>\n<hr \/>\n<h3 class=\"text-xl font-bold text-text-200 mt-1 -mb-0.5\">Die Tradition der Kirche als Ressource f\u00fcr Heilung<\/h3>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\">W\u00e4hrend die moderne Psychologie wertvolle Werkzeuge zur Identifizierung und Ver\u00e4nderung toxischer Muster bietet, enth\u00e4lt die ostkirchliche Tradition tiefe Weisheit zur geistlichen Dimension dieser Problematik. Einige zentrale Konzepte:<\/p>\n<h4 class=\"text-lg font-bold text-text-200 mt-1 -mb-1.5\">Apaschkharum oder Metanoia \u2013 mehr als nur Reue<\/h4>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\">Die Gro\u00dfe Fastenzeit ruft zur metanoia auf \u2013 oft \u00fcbersetzt als &#8222;Bu\u00dfe&#8220; oder &#8222;Reue&#8220;, doch das griechische Wort bedeutet w\u00f6rtlich &#8222;Sinneswandel&#8220; oder &#8222;Umdenken&#8220;. F\u00fcr Menschen in toxischen Beziehungen kann dies bedeuten:<\/p>\n<ul class=\"&#091;&amp;:not(:last-child)_ul&#093;:pb-1 &#091;&amp;:not(:last-child)_ol&#093;:pb-1 list-disc space-y-1.5 pl-7\">\n<li class=\"whitespace-normal break-words\">Erkennen der wahren Natur der Beziehung jenseits von Rechtfertigungen<\/li>\n<li class=\"whitespace-normal break-words\">\u00dcberpr\u00fcfung verinnerlichter falscher \u00dcberzeugungen (&#8222;Ich verdiene nichts Besseres&#8220;)<\/li>\n<li class=\"whitespace-normal break-words\">Unterscheidung zwischen authentischer Selbstaufopferung und selbstzerst\u00f6rerischem Verhalten<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\">Wahre Umkehr beginnt mit der Erkenntnis der Wahrheit \u2013 nicht nur \u00fcber unsere S\u00fcnden, sondern auch \u00fcber die W\u00fcrde, die Gott uns verliehen hat.<\/p>\n<h4 class=\"text-lg font-bold text-text-200 mt-1 -mb-1.5\">Askese \u2013 die Befreiung des Willens<\/h4>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\">Die asketische Praxis der Ostkirche \u2013 Fasten, Gebet, Almosengeben \u2013 dient der Befreiung des Willens von Abh\u00e4ngigkeiten. F\u00fcr Menschen in toxischen Beziehungen kann eine adaptierte Form der Askese helfen:<\/p>\n<ul class=\"&#091;&amp;:not(:last-child)_ul&#093;:pb-1 &#091;&amp;:not(:last-child)_ol&#093;:pb-1 list-disc space-y-1.5 pl-7\">\n<li class=\"whitespace-normal break-words\">\u00dcbungen zur St\u00e4rkung der Entscheidungsf\u00e4higkeit (kleine, t\u00e4gliche Entscheidungen bewusst treffen)<\/li>\n<li class=\"whitespace-normal break-words\">Praktiken zur emotionalen Regulierung (Jesusgebet in Momenten der Angst oder Verwirrung)<\/li>\n<li class=\"whitespace-normal break-words\">Bewusstes Pflegen gesunder Beziehungen zur weiteren Gemeinschaft<\/li>\n<\/ul>\n<h4 class=\"text-lg font-bold text-text-200 mt-1 -mb-1.5\">Die Gemeinschaft der Heiligen als alternatives Beziehungsmodell<\/h4>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\">Die Heiligen zeigen uns authentische Liebe, die nicht kontrolliert oder manipuliert. Die heilige Maria von \u00c4gypten etwa bietet ein kraftvolles Beispiel der Befreiung aus destruktiven Beziehungsmustern. Ihre Geschichte zeigt den Weg von der Gefangenschaft in ungesunden Bindungen zur wahren Freiheit in Christus.<\/p>\n<h4 class=\"text-lg font-bold text-text-200 mt-1 -mb-1.5\">Die Beichte als Raum der Wahrheit<\/h4>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\">Das Mysterium der Beichte bietet einen gesch\u00fctzten Raum, in dem die Wahrheit \u00fcber toxische Beziehungen ausgesprochen werden kann. Ein erfahrener Beichtvater wird:<\/p>\n<ul class=\"&#091;&amp;:not(:last-child)_ul&#093;:pb-1 &#091;&amp;:not(:last-child)_ol&#093;:pb-1 list-disc space-y-1.5 pl-7\">\n<li class=\"whitespace-normal break-words\">Die Situation nicht bagatellisieren oder vorschnell zur Vers\u00f6hnung dr\u00e4ngen<\/li>\n<li class=\"whitespace-normal break-words\">Die Verantwortung f\u00fcr Missbrauch klar beim T\u00e4ter belassen<\/li>\n<li class=\"whitespace-normal break-words\">Zwischen Vergebung (innere Haltung) und Vers\u00f6hnung (praktischer Schritt, der Umkehr voraussetzt) unterscheiden<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\">Aus meiner Praxis als Gemeindepfarrer kann ich sagen: Die Beichte ist kein Instrument, um Menschen in sch\u00e4dlichen Situationen festzuhalten, sondern ein Raum der Befreiung. Manchmal bedeutet echte Bu\u00dfe, sich aus einer destruktiven Beziehung zu l\u00f6sen \u2013 nicht aus Hass, sondern aus der Erkenntnis, dass das gegenw\u00e4rtige Muster dem g\u00f6ttlichen Plan f\u00fcr beide widerspricht.<\/p>\n<hr \/>\n<h3 class=\"text-xl font-bold text-text-200 mt-1 -mb-0.5\">Zwischen therapeutischer und geistlicher Begleitung<\/h3>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\">Die Komplexit\u00e4t toxischer Beziehungen erfordert oft sowohl professionelle therapeutische als auch seelsorgerische Begleitung. Die moderne Psychologie bietet evidenzbasierte Interventionen, w\u00e4hrend die geistliche Tradition tiefere Sinnfragen adressiert. Beide Ans\u00e4tze erg\u00e4nzen einander.<\/p>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\">Ein orthodoxer Psychotherapeut erl\u00e4utert: &#8222;Als Therapeut arbeite ich an konkreten Verhaltens\u00e4nderungen und der Verarbeitung von Traumata. Als orthodoxer Christ verstehe ich jedoch, dass wahre Heilung auch eine geistliche Dimension hat \u2013 die Wiederherstellung des Gottesbildes im Menschen.&#8220;<\/p>\n<hr \/>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Beispiele f\u00fcr komplement\u00e4re Ans\u00e4tze:<\/span><\/p>\n<table class=\"bg-bg-100 min-w-full border-separate border-spacing-0 text-sm leading-&#091;1.88888&#093; whitespace-normal\" style=\"width: 74.911972%;\">\n<thead class=\"border-b-border-100\/50 border-b-&#091;0.5px&#093; text-left\">\n<tr class=\"&#091;tbody&gt;&amp;&#093;:odd:bg-bg-500\/10\">\n<th class=\"text-text-000 &#091;&amp;:not(:first-child)&#093;:-x-&#091;hsla(var(--border-100) \/ 0.5)&#093; font-400 px-2 &#091;&amp;:not(:first-child)&#093;:border-l-&#091;0.5px&#093;\" style=\"width: 414.75px; text-align: left;\">\n<h4><span style=\"background-color: #ffcc00;\">Therapeutische Perspektive<\/span><\/h4>\n<\/th>\n<th class=\"text-text-000 &#091;&amp;:not(:first-child)&#093;:-x-&#091;hsla(var(--border-100) \/ 0.5)&#093; font-400 px-2 &#091;&amp;:not(:first-child)&#093;:border-l-&#091;0.5px&#093;\" style=\"width: 420.265625px; text-align: left;\">\n<h4><span style=\"background-color: #ffcc00;\">Geistliche Perspektive<\/span><\/h4>\n<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr class=\"&#091;tbody&gt;&amp;&#093;:odd:bg-bg-500\/10\">\n<td class=\"border-t-border-100\/50 &#091;&amp;:not(:first-child)&#093;:-x-&#091;hsla(var(--border-100) \/ 0.5)&#093; border-t-&#091;0.5px&#093; px-2 &#091;&amp;:not(:first-child)&#093;:border-l-&#091;0.5px&#093;\" style=\"width: 414.75px; text-align: left;\"><span style=\"background-color: #ffcc00;\">&#8211; Erkennen von Grenzverletzungen<\/span><br \/>\n<span style=\"background-color: #ffcc00;\">und deren Auswirkungen<\/span><\/td>\n<td class=\"border-t-border-100\/50 &#091;&amp;:not(:first-child)&#093;:-x-&#091;hsla(var(--border-100) \/ 0.5)&#093; border-t-&#091;0.5px&#093; px-2 &#091;&amp;:not(:first-child)&#093;:border-l-&#091;0.5px&#093;\" style=\"width: 420.265625px; text-align: left;\"><span style=\"background-color: #ffcc00;\">&#8211; Wiederentdeckung<\/span><br \/>\n<span style=\"background-color: #ffcc00;\">der gottgegebenen W\u00fcrde<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"&#091;tbody&gt;&amp;&#093;:odd:bg-bg-500\/10\">\n<td class=\"border-t-border-100\/50 &#091;&amp;:not(:first-child)&#093;:-x-&#091;hsla(var(--border-100) \/ 0.5)&#093; border-t-&#091;0.5px&#093; px-2 &#091;&amp;:not(:first-child)&#093;:border-l-&#091;0.5px&#093;\" style=\"width: 414.75px; text-align: left;\"><span style=\"background-color: #ffcc00;\">&#8211; Aufarbeitung von Traumata<\/span><br \/>\n<span style=\"background-color: #ffcc00;\">durch evidenzbasierte Methoden<\/span><\/td>\n<td class=\"border-t-border-100\/50 &#091;&amp;:not(:first-child)&#093;:-x-&#091;hsla(var(--border-100) \/ 0.5)&#093; border-t-&#091;0.5px&#093; px-2 &#091;&amp;:not(:first-child)&#093;:border-l-&#091;0.5px&#093;\" style=\"width: 420.265625px; text-align: left;\"><span style=\"background-color: #ffcc00;\">&#8211; Heilung der &#8222;Seelenwunden&#8220;<\/span><br \/>\n<span style=\"background-color: #ffcc00;\">durch die Mysterien<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"&#091;tbody&gt;&amp;&#093;:odd:bg-bg-500\/10\">\n<td class=\"border-t-border-100\/50 &#091;&amp;:not(:first-child)&#093;:-x-&#091;hsla(var(--border-100) \/ 0.5)&#093; border-t-&#091;0.5px&#093; px-2 &#091;&amp;:not(:first-child)&#093;:border-l-&#091;0.5px&#093;\" style=\"width: 414.75px; text-align: left;\"><span style=\"background-color: #ffcc00;\">&#8211; Erlernen gesunder Kommunikations-<\/span><br \/>\n<span style=\"background-color: #ffcc00;\">und Beziehungsmuster<\/span><\/td>\n<td class=\"border-t-border-100\/50 &#091;&amp;:not(:first-child)&#093;:-x-&#091;hsla(var(--border-100) \/ 0.5)&#093; border-t-&#091;0.5px&#093; px-2 &#091;&amp;:not(:first-child)&#093;:border-l-&#091;0.5px&#093;\" style=\"width: 420.265625px; text-align: left;\"><span style=\"background-color: #ffcc00;\">&#8211; Wachstum in der Gemeinschaft<\/span><br \/>\n<span style=\"background-color: #ffcc00;\">der Kirche als Heilungsraum<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"&#091;tbody&gt;&amp;&#093;:odd:bg-bg-500\/10\">\n<td class=\"border-t-border-100\/50 &#091;&amp;:not(:first-child)&#093;:-x-&#091;hsla(var(--border-100) \/ 0.5)&#093; border-t-&#091;0.5px&#093; px-2 &#091;&amp;:not(:first-child)&#093;:border-l-&#091;0.5px&#093;\" style=\"width: 414.75px; text-align: left;\"><span style=\"background-color: #ffcc00;\">&#8211; Strategien zur Selbstf\u00fcrsorge<\/span><br \/>\n<span style=\"background-color: #ffcc00;\">und Selbstbehauptung<\/span><\/td>\n<td class=\"border-t-border-100\/50 &#091;&amp;:not(:first-child)&#093;:-x-&#091;hsla(var(--border-100) \/ 0.5)&#093; border-t-&#091;0.5px&#093; px-2 &#091;&amp;:not(:first-child)&#093;:border-l-&#091;0.5px&#093;\" style=\"width: 420.265625px; text-align: left;\"><span style=\"background-color: #ffcc00;\">&#8211; Unterscheidung zwischen egoistischem Individualismus und gesunder Selbstliebe im Licht des Evangeliums<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<hr \/>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\">Die Gro\u00dfe Fastenzeit kann ein besonders geeigneter Zeitpunkt sein, um diesen Heilungsweg zu beginnen \u2013 sie bietet einen strukturierten Rahmen f\u00fcr Reflexion, Umkehr und Erneuerung.<\/p>\n<hr \/>\n<h3>Wege aus der Gefangenschaft:<br \/>\nPraktische Schritte<\/h3>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\">Der Weg aus toxischen Beziehungen ist selten einfach oder geradlinig. Er erfordert Mut, Unterst\u00fctzung und oft konkrete Schutzma\u00dfnahmen. Die folgenden Schritte sind als Orientierung gedacht, nicht als vereinfachte &#8222;L\u00f6sung&#8220;:<\/p>\n<h4 class=\"text-lg font-bold text-text-200 mt-1 -mb-1.5\">F\u00fcr Betroffene toxischer Beziehungen<\/h4>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\">Der erste und oft schwierigste Schritt ist das Erkennen der Realit\u00e4t. Viele Menschen in toxischen Beziehungen haben gelernt, problematische Verhaltensweisen zu relativieren oder sich selbst die Schuld daf\u00fcr zu geben. Das F\u00fchren eines Tagebuchs kann helfen, Klarheit zu gewinnen &#8211; indem Vorf\u00e4lle, eigene Gef\u00fchle und Reaktionen dokumentiert werden, entsteht ein objektiveres Bild der Situation. Der Austausch mit einer vertrauensw\u00fcrdigen Person au\u00dferhalb der Beziehung kann zus\u00e4tzlich helfen, die eigene Wahrnehmung zu \u00fcberpr\u00fcfen. Hilfreich ist auch, die eigene Situation anhand objektiver Kriterien f\u00fcr gesunde Beziehungen zu reflektieren, wie sie etwa in der Fachliteratur oder in Beratungsstellen vermittelt werden.<\/p>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\">Bei physischer Gewalt muss die Sicherheit absolute Priorit\u00e4t haben. Es ist ratsam, mit professioneller Unterst\u00fctzung einen Sicherheitsplan zu erstellen &#8211; welche konkreten Schritte sind im Notfall zu unternehmen, welche Dokumente sollten griffbereit sein, welche sicheren Orte gibt es? Die Kenntnis \u00fcber rechtliche Schutzm\u00f6glichkeiten wie N\u00e4herungsverbote kann lebensrettend sein. Hilfreich ist auch, im Vorfeld sichere Orte und vertrauensw\u00fcrdige Personen f\u00fcr Krisensituationen zu identifizieren.<\/p>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\">Der Weg aus einer toxischen Beziehung erfordert Begleitung, sowohl professionelle Hilfe durch spezialisierte Beratungsstellen als auch seelsorgerische Unterst\u00fctzung durch einen erfahrenen Geistlichen. Selbsthilfegruppen oder therapeutische Gruppen k\u00f6nnen zus\u00e4tzlich helfen, Isolation zu \u00fcberwinden und von den Erfahrungen anderer Betroffener zu lernen.<\/p>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\">Ein wesentlicher Teil des Heilungsprozesses ist die innere Arbeit an verinnerlichten falschen \u00dcberzeugungen. Viele Betroffene haben Glaubenss\u00e4tze wie &#8222;Ich glaube, ich bin nichts wert&#8220; oder &#8222;Ich glaube, ich verdiene Bestrafung&#8220; so tief verinnerlicht, dass sie als Wahrheit erscheinen. Das Erlernen gesunder Grenzsetzung und Selbstf\u00fcrsorge sowie die Entwicklung einer neuen Identit\u00e4t jenseits der toxischen Beziehung sind zentrale Aspekte dieses Prozesses.<\/p>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\">In all dem k\u00f6nnen spirituelle Ressourcen eine wichtige St\u00fctze sein. Das Gebet und die Lesung der Heiligen Schrift k\u00f6nnen als Anker in emotionalen St\u00fcrmen dienen, die Gemeinschaft der Kirche kann praktischen und emotionalen Halt bieten, und die Beichte kann ein Ort der Wahrheit und Neuorientierung werden, an dem alte Verstrickungen gel\u00f6st und neue Wege erkannt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<hr \/>\n<h4 class=\"text-lg font-bold text-text-200 mt-1 -mb-1.5\">F\u00fcr Menschen, die ihr eigenes Verhalten als toxisch erkennen<\/h4>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\">Die Kirche betont, dass Ver\u00e4nderung f\u00fcr jeden Menschen m\u00f6glich ist. Der Kirchenv\u00e4ter beschreiben den Weg der Umkehr als schrittweisen Prozess des Loslassens destruktiver Muster.<\/p>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\">Der erste Schritt zur Ver\u00e4nderung toxischen Verhaltens ist das \u00dcbernehmen von Verantwortung. Dies erfordert den Mut, die Wahrheit \u00fcber das eigene Verhalten ohne Besch\u00f6nigungen anzuerkennen. Es bedeutet, auf Ausreden wie &#8222;Ich wollte nur&#8230;&#8220; oder &#8222;Wenn sie\/er nicht&#8230;&#8220; zu verzichten und stattdessen die konkreten Auswirkungen des eigenen Verhaltens auf andere ehrlich zu betrachten. Ein wesentlicher Teil dieses Prozesses ist der Verzicht auf Schuldzuweisungen an den Partner oder \u00e4u\u00dfere Umst\u00e4nde.<\/p>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\">Professionelle Hilfe ist auf diesem Weg unverzichtbar. Spezialisierte Therapieprogramme f\u00fcr Menschen mit kontrollierendem Verhalten k\u00f6nnen helfen, die tieferen Ursachen des problematischen Verhaltens zu verstehen und alternative Handlungsstrategien zu entwickeln. Wenn eigene unverarbeitete Verletzungen und Traumata zur Ursache des toxischen Verhaltens geworden sind, kann eine Traumatherapie notwendig sein. Besonders wichtig ist das Erlernen alternativer Verhaltensweisen und Kommunikationsmuster, die Respekt und Gleichwertigkeit f\u00f6rdern.<\/p>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\">Parallel dazu kann eine geistliche Begleitung den Prozess der Ver\u00e4nderung unterst\u00fctzen. Die regelm\u00e4\u00dfige Beichte bei einem erfahrenen Beichtvater schafft einen Raum der Selbstreflexion und Rechenschaft. Eine tiefere Auseinandersetzung mit dem christlichen Verst\u00e4ndnis von Liebe und Demut kann helfen, problematische Beziehungsvorstellungen zu korrigieren. Geistliche \u00dcbungen k\u00f6nnen zudem die Entwicklung von Empathie f\u00f6rdern &#8211; der F\u00e4higkeit, sich in die Situation und die Gef\u00fchle anderer hineinzuversetzen.<\/p>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\">Ein entscheidender Schritt ist, dem anderen Menschen Freiheit zuzugestehen. Dies bedeutet, zu akzeptieren, dass der Partner oder Familienangeh\u00f6rige eigene Entscheidungen treffen darf, auch wenn diese nicht den eigenen Vorstellungen entsprechen. Es schlie\u00dft ein, gesetzte Grenzen zu respektieren, selbst wenn diese schmerzhaft sind. Nicht zuletzt geh\u00f6rt dazu die Bereitschaft, die Konsequenzen des eigenen Verhaltens zu tragen &#8211; sei es in Form einer zeitweiligen oder dauerhaften Trennung, falls der Betroffene dies f\u00fcr notwendig h\u00e4lt.<\/p>\n<hr \/>\n<h4 class=\"text-lg font-bold text-text-200 mt-1 -mb-1.5\">F\u00fcr die Gemeinde als Schutz- und Heilungsraum<\/h4>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\">Die Kirchengemeinde hat eine besondere Verantwortung, sowohl einen sicheren Raum f\u00fcr Betroffene zu bieten als auch zur Ver\u00e4nderung toxischer Muster beizutragen. Als geistliche Familie sind wir aufgerufen, Schutz, Heilung und Orientierung zu bieten.<\/p>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\">Unverzichtbar ist eine fundierte Schulung f\u00fcr Seelsorger und Gemeindemitarbeiter. Sie sollten in der Lage sein, Anzeichen toxischer Beziehungen fr\u00fchzeitig zu erkennen und angemessen auf Offenbarungen von Missbrauch zu reagieren. Dazu geh\u00f6rt auch die Kenntnis \u00fcber Weitervermittlungsm\u00f6glichkeiten an spezialisierte Hilfsangebote, wenn die Situation professionelle Unterst\u00fctzung erfordert, die \u00fcber die M\u00f6glichkeiten der seelsorgerischen Begleitung hinausgeht.<\/p>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\">Ein wichtiger Beitrag der Gemeinde ist die Vermittlung eines gesunden Verst\u00e4ndnisses christlicher Beziehungen. Dies schlie\u00dft eine ausgewogene Interpretation biblischer Texte zu Ehe, Familie und zwischenmenschliche Beziehungen ein, die weder in Richtung eines missverstandenen Patriarchats noch in Richtung einer Aufl\u00f6sung traditioneller Werte tendiert. Besonders wichtig ist die deutliche Unterscheidung zwischen selbstloser Liebe im christlichen Sinne und selbstzerst\u00f6rerischer Duldung von Missbrauch. Die Gemeinde kann zudem durch gesunde Beziehungsvorbilder innerhalb der Gemeinschaft positive Orientierung bieten.<\/p>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\">Neben der geistlichen Dimension sollte eine christliche Gemeinde auch praktische Unterst\u00fctzungsangebote bereitstellen oder vermitteln. Dies kann die Schaffung sicherer Zufluchtsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Betroffene umfassen, die Einrichtung begleiteter Gespr\u00e4chsgruppen f\u00fcr Menschen in schwierigen Beziehungssituationen oder die Vermittlung zwischen professionellen Hilfsangeboten und kirchlicher Begleitung. Gerade f\u00fcr Mitglieder der Gemeinde, die m\u00f6glicherweise sprachliche oder kulturelle Barrieren bei der Inanspruchnahme von Hilfsangeboten erleben, kann diese Br\u00fcckenfunktion der Gemeinde entscheidend sein.<\/p>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\">Nicht zuletzt ist ein klares Eintreten gegen jede Form von Missbrauch erforderlich. Die Gemeinde darf Gewalt in Beziehungen weder verharmlosen noch als reine Privatangelegenheit betrachten. Sie muss einerseits T\u00e4ter zur Verantwortung ziehen und gleichzeitig Wege zur Umkehr aufzeigen. Besonderes Augenmerk sollte auf eine achtsame Sprache in Predigten und Gespr\u00e4chen gelegt werden, die Opfer nicht zus\u00e4tzlich belastet oder ihnen gar eine Mitschuld zuweist.<\/p>\n<\/div><div class=\"fusion-separator fusion-full-width-sep\" style=\"align-self: center;margin-left: auto;margin-right: auto;margin-top:15px;margin-bottom:15px;width:100%;\"><div class=\"fusion-separator-border sep-single sep-solid\" style=\"--awb-height:20px;--awb-amount:20px;border-color:#ffac00;border-top-width:1px;\"><\/div><\/div><div class=\"fusion-image-element\" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\"fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"400\" title=\"Auferstehung Christi (900 \u00d7 600 px)\" src=\"https:\/\/agbw.org\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Auferstehung-Christi-900-\u00d7-600-px-600x400.png\" alt class=\"img-responsive wp-image-15109\" srcset=\"https:\/\/agbw.org\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Auferstehung-Christi-900-\u00d7-600-px-200x133.png 200w, https:\/\/agbw.org\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Auferstehung-Christi-900-\u00d7-600-px-400x267.png 400w, https:\/\/agbw.org\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Auferstehung-Christi-900-\u00d7-600-px-600x400.png 600w, https:\/\/agbw.org\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Auferstehung-Christi-900-\u00d7-600-px-800x533.png 800w, https:\/\/agbw.org\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Auferstehung-Christi-900-\u00d7-600-px.png 900w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, (max-width: 640px) 100vw, 600px\" \/><\/span><\/div><div class=\"fusion-separator fusion-full-width-sep\" style=\"align-self: center;margin-left: auto;margin-right: auto;margin-top:15px;margin-bottom:15px;width:100%;\"><div class=\"fusion-separator-border sep-single sep-solid\" style=\"--awb-height:20px;--awb-amount:20px;border-color:#ffac00;border-top-width:1px;\"><\/div><\/div><div class=\"fusion-text fusion-text-2\"><h3 class=\"text-xl font-bold text-text-200 mt-1 -mb-0.5\">Die Ikone der Auferstehung als Hoffnungsbild<\/h3>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\">Die Gro\u00dfe Fastenzeit f\u00fchrt uns Schritt f\u00fcr Schritt zum Osterfest \u2013 dem Fest der Befreiung schlechthin. Die Auferstehungsikone zeigt Christus, der Adam und Eva aus den Gr\u00e4bern zieht. Dieses Bild kann f\u00fcr Menschen in toxischen Beziehungen eine kraftvolle Metapher sein:<\/p>\n<ul class=\"&#091;&amp;:not(:last-child)_ul&#093;:pb-1 &#091;&amp;:not(:last-child)_ol&#093;:pb-1 list-disc space-y-1.5 pl-7\">\n<li class=\"whitespace-normal break-words\">Christus selbst steigt in die &#8222;Unterwelt&#8220; hinab \u2013 er begegnet uns in unseren dunkelsten Erfahrungen<\/li>\n<li class=\"whitespace-normal break-words\">Er zertr\u00fcmmert die Tore der H\u00f6lle \u2013 toxische Bindungen k\u00f6nnen durchbrochen werden<\/li>\n<li class=\"whitespace-normal break-words\">Er ergreift Adam und Eva bei den Handgelenken \u2013 Befreiung ist ein Zusammenwirken g\u00f6ttlicher Initiative und menschlicher Bereitschaft<\/li>\n<li class=\"whitespace-normal break-words\">Um sie steht die Gemeinschaft der Heiligen \u2013 Heilung geschieht in Gemeinschaft, nicht in Isolation<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\">Eine Frau, die nach Jahren eine missbr\u00e4uchliche Beziehung verlassen konnte, erz\u00e4hlt: &#8222;W\u00e4hrend der Osternacht, als wir &#8218;Christus ist auferstanden&#8216; sangen, sp\u00fcrte ich zum ersten Mal seit langem: Auch f\u00fcr mich gibt es ein neues Leben. Die Ketten, die mich gefesselt hatten, waren zerbrochen. Nicht weil ich stark genug war, sondern weil Christus mich aus dem Grab gezogen hat, wie Adam und Eva auf der Ikone.&#8220;<\/p>\n<hr \/>\n<blockquote>\n<h3 class=\"text-xl font-bold text-text-200 mt-1 -mb-0.5\">Gebet f\u00fcr Menschen in toxischen Beziehungen<\/h3>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\"><em>Barmherziger Christus,<\/em><br \/>\n<em>der du in die Dunkelheit hinabgestiegen bist,<\/em><br \/>\n<em>um die Gefangenen zu befreien,<\/em><br \/>\n<em>blicke auf alle, die in zerst\u00f6rerischen Beziehungen gefangen sind.<\/em><\/p>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\"><em>Schenke ihnen Klarheit, die Wahrheit zu erkennen,<\/em><br \/>\n<em>Mut, die notwendigen Schritte zu gehen,<\/em><br \/>\n<em>und Menschen, die sie auf diesem Weg begleiten.<\/em><\/p>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\"><em>Den T\u00e4tern schenke die Gnade der Einsicht und Umkehr,<\/em><br \/>\n<em>den Betroffenen Heilung f\u00fcr die Wunden der Seele.<\/em><\/p>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\"><em>F\u00fchre uns alle aus dem Grab der Unfreiheit<\/em><br \/>\n<em>in das Licht Deiner Auferstehung.<\/em><br \/>\n<em>Amen.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<hr \/>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\"><em>Reflexionsfrage: Welche Beziehungen in meinem Leben schenken Leben und Wachstum, welche nehmen Kraft und W\u00fcrde? Wo bin ich aufgerufen, Grenzen zu setzen oder Verhaltensmuster zu ver\u00e4ndern \u2013 sei es als Betroffener oder als jemand, der sein eigenes Verhalten \u00fcberdenken sollte?<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\"><strong>Infokasten: Hilfe bei toxischen Beziehungen<\/strong><\/p>\n<ul class=\"&#091;&amp;:not(:last-child)_ul&#093;:pb-1 &#091;&amp;:not(:last-child)_ol&#093;:pb-1 list-disc space-y-1.5 pl-7\">\n<li class=\"whitespace-normal break-words\"><strong>Notfallnummern:<\/strong>\n<ul class=\"&#091;&amp;:not(:last-child)_ul&#093;:pb-1 &#091;&amp;:not(:last-child)_ol&#093;:pb-1 list-disc space-y-1.5 pl-7\">\n<li class=\"whitespace-normal break-words\">Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen: 116 016 (kostenlos, mehrsprachig)<\/li>\n<li>Hilfetelefon Gewalt gegen M\u00e4nner: 0800 1239900 (kostenlos)<\/li>\n<li class=\"whitespace-normal break-words\"><a href=\"https:\/\/www.telefonseelsorge.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Telefonseelsorge<\/a>: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (kostenlos)<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li class=\"whitespace-normal break-words\"><strong>Beratungsangebote:<\/strong>\n<ul class=\"&#091;&amp;:not(:last-child)_ul&#093;:pb-1 &#091;&amp;:not(:last-child)_ol&#093;:pb-1 list-disc space-y-1.5 pl-7\">\n<li class=\"whitespace-normal break-words\">Psychosoziale Beratungsstellen der <a href=\"https:\/\/www.diakonie.de\/informieren\/einrichtungssuche\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Diakonie<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.caritas.de\/hilfeundberatung\/onlineberatung\/eltern-familie\/start\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Caritas<\/a><\/li>\n<li class=\"whitespace-normal break-words\">Beratungsstelle <a href=\"https:\/\/www.profamilia.de\/themen\/sexualitaet-und-partnerschaft\/sexual-und-partnerschaftsberatung\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ProFamilia<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li class=\"whitespace-normal break-words\"><strong>F\u00fcr orthodoxe Gl\u00e4ubige:<\/strong>\n<ul class=\"&#091;&amp;:not(:last-child)_ul&#093;:pb-1 &#091;&amp;:not(:last-child)_ol&#093;:pb-1 list-disc space-y-1.5 pl-7\">\n<li class=\"whitespace-normal break-words\">Seelsorgerische Begleitung durch Priester nach Vereinbarung<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\">Wichtig: In akuten Gefahrensituationen immer die Polizei (110) kontaktieren!<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":20953,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[69,58],"tags":[737,738,736],"class_list":["post-20950","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-abt4","category-allgemein","tag-beziehungskrise","tag-seelsorge","tag-toxische-beziehungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/agbw.org\/am\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20950","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/agbw.org\/am\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/agbw.org\/am\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/agbw.org\/am\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/agbw.org\/am\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=20950"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/agbw.org\/am\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20950\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":20957,"href":"https:\/\/agbw.org\/am\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20950\/revisions\/20957"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/agbw.org\/am\/wp-json\/wp\/v2\/media\/20953"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/agbw.org\/am\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=20950"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/agbw.org\/am\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=20950"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/agbw.org\/am\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=20950"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}