{"id":7001,"date":"2016-04-10T08:46:07","date_gmt":"2016-04-10T06:46:07","guid":{"rendered":"http:\/\/agbw.org\/?p=7001"},"modified":"2021-04-21T20:38:45","modified_gmt":"2021-04-21T18:38:45","slug":"besinnungbeim-oekum-gottesdienst-in-bartenbach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/agbw.org\/am\/2016\/besinnungbeim-oekum-gottesdienst-in-bartenbach\/","title":{"rendered":"Besinnungbeim \u00f6kum. Gottesdienst in Bartenbach"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stall; auch sie muss ich herf\u00fchren, und sie werden meine Stimme h\u00f6ren, und es wird eine Herde und ein Hirte werden.<br \/>\nJh. 10, 16<\/p><\/blockquote>\n<p>Lieber Pfarrer Steinbach,<br \/>\nLiebe Schwestern und Br\u00fcder,<\/p>\n<p>in den letzten Tagen gab es wenig Erfreuliches f\u00fcr die Armenier in Berg-Karabach, in Armenien und in der Diaspora. In der Nacht vom 1. April, auf den 2. April eskalierte der Konflikt zwischen Aserbaidschan und Berg-Karabach. Die aserbaidschanische Seite begann eine massive Offensive entlang der gesamten Demarkationslinie und setzte schweres Kriegsger\u00e4t, Artillerie und Luftwaffe ein\u2026<\/p>\n<p>Desto mehr freut es uns, dass wir, Armenier, einer der \u00e4ltesten christlichen Nationen der Welt, Freunde haben, die in schwerer Stunde uns beiseite stehen. Sie, liebe Bartenbacher, beherbergen uns seit nun mehr als 30 Jahren. Vor 30 Jahren stellten sie uns die wundersch\u00f6ne Dorfkirche, das Wahrzeichen Bartenbachs, zur Verf\u00fcgung. Sie war verlassen, sie war nicht mehr gro\u00df und sch\u00f6n Genug. Sie haben hier dieses wundersch\u00f6ne Haus gebaut, um Ihr Gemeindeleben hier fortzuf\u00fchren. Die alte Mutter, zun\u00e4chst vieler Katholiken, sp\u00e4ter vieler evangelischer Christen, sie stand alleine, ungenutzt.<\/p>\n<p>Da kamen die Armenier, wie das Evangelium, das wir am Anfang geh\u00f6rt haben sagt: \u201edie anderen Schafe, die nicht aus diesem Stall waren\u201c (Jh 10, 16) und wurden zu \u201eeiner Herde\u201c mit Ihnen. Denn im gewissen Sinne sind alle Armenier in Baden-W\u00fcrttemberg seit 30 Jahren auch Bartenbacher, und wir alle haben einen Hirten, den Menschgewordenen Wort Gottes, Jesus Christus.<\/p>\n<p>Was ich sehr bedauere ist, dass wir seit mehr als 30 Jahren nebeneinander sind, wir brauchen aber alle ein christliches Miteinander. Eine Herde sein hei\u00dft nicht nur den selben Hirten zu haben. Es ist viel mehr daran versteckt. Es bedeutet, dass wir uns \u00f6fters begegnen sollten, dass wir einander besser kennen sollten, dass wir einander unterst\u00fctzen sollten. Darum bem\u00fchen wir uns in der letzten Zeit mit unserem Bruder Steinbach, ein Miteinander zwischen der evangelischen Gemeinde in Bartenbach und der Armenischen Gemeinde in Baden-W\u00fcrttemberg zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Ja, ein Miteinander in Zeiten, in denen in vielen L\u00e4ndern Christen in ihrem Glauben behindert, um Jesu willen benachteiligt oder verfolgt werden. Unter diesen verfolgten und bedr\u00e4ngten sind u.a. die Kinder meines Volkes, die Kinder der Armenischen Kirche. Die Aserbaidschaner erkennen das Recht der Armenier auf ein friedliches Leben in Berg-Karabach nicht an, und drohen st\u00e4ndig damit uns auszurotten, die Regierung dieses Landes predigen seit Jahrzenten Hass unserem Volk gegen\u00fcber. Das haben sie bei der T\u00fcrkei gelernt, die seit Jahrhunderten unser Volk unterdr\u00fcckt. Vor 101 Jahren kam es dann zum V\u00f6lkermord an den 1,5 Millionen Armenier und anderen christlichen Minderheiten, bis heute will die T\u00fcrkei es nicht anerkennen und gie\u00dft sogar \u00d6l ins Feuer beim Konflikt um Berg-Karabach, in dem er die volle Unterst\u00fctzung \u201ebis zu Letzt\u201c an Aserbaidschan zusagt. Wir werden, zusammen mit unseren Aram\u00e4ischen Geschwistern und anderen Minderheiten, auch aus Syrien weggetrieben. Unsere christlichen Schwestern und Br\u00fcder werden wegen Ihren Glaubens an Jesus Christus aber auch hier in Deutschland bedr\u00e4ngt, in mehreren Fl\u00fcchtlingslagern und Unterk\u00fcnften.<\/p>\n<p>Eine Herde zu sein, hei\u00dft, liebe Schwestern und Br\u00fcder, denselben Hirten zu haben und an ihn zu glauben. Den Hirten, n\u00e4mlich, der sein Leben f\u00fcr seine Schafe gelassen hat, der f\u00fcr sie in die Welt gekommen ist um f\u00fcr sie zu leiden, gekreuzigt zu werden, begraben zu werden, aber auch um das B\u00f6se zu besiegen, um aufzuerstehen von den Toten, um die T\u00fcren der H\u00f6lle zu zerst\u00f6ren und seiner Herde das ewige Leben zu schenken. Deshalb m\u00fcssen wir versuchen unser Leben so zu gestalten, dass wir w\u00fcrdig werden seine Herde zu sein. Wir m\u00fcssen uns bem\u00fchen Ihm \u00e4hnlich zu werden, u.a. auch dadurch, dass wir uns f\u00fcr Verurteilung des B\u00f6sen einsetzen, f\u00fcr den Frieden einsetzen, f\u00fcr ein gutes Miteinander einsetzen.<\/p>\n<p>Wir wissen, dass unser Hirte gesagt: \u201eMeine Schafe h\u00f6ren meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand rei\u00dfen\u201c (Jh. 10, 27). Deshalb werden wir zu \u201eeiner Herde und ein Hirte\u201c (Jh. 10, 16). Amen.<\/p>\n<p>Pfr. Dr. Diradur Sardaryan<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus  [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":6437,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-7001","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/agbw.org\/am\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7001","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/agbw.org\/am\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/agbw.org\/am\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/agbw.org\/am\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/agbw.org\/am\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7001"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/agbw.org\/am\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7001\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/agbw.org\/am\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6437"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/agbw.org\/am\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7001"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/agbw.org\/am\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7001"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/agbw.org\/am\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7001"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}