{"id":7013,"date":"2020-01-05T19:00:04","date_gmt":"2020-01-05T18:00:04","guid":{"rendered":"http:\/\/agbw.org\/?p=7013"},"modified":"2021-04-21T20:28:55","modified_gmt":"2021-04-21T18:28:55","slug":"predigt-am-heilig-abend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/agbw.org\/am\/2020\/predigt-am-heilig-abend\/","title":{"rendered":"Predigt am Heilig Abend"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Schwestern und Br\u00fcder,<\/p>\n<blockquote><p>\u0554\u0580\u056b\u057d\u057f\u0578\u057d \u056e\u0576\u0561\u0582 \u0565\u0582 \u0575\u0561\u0575\u057f\u0576\u0565\u0581\u0561\u0582, \u0571\u0565\u0566 \u0565\u0582 \u0574\u0565\u0566 \u0574\u0565\u056e \u0561\u0582\u0565\u057f\u056b\u057d<br \/>\nChristus ist geboren und erscheinen, gro\u00dfe Freude f\u00fcr euch und f\u00fcr uns!<\/p><\/blockquote>\n<p>Mit diesem Gru\u00df begr\u00fc\u00dfen sich armenische Christen in der Weihnachtszeit und z\u00fcnden ihre Kerzen an, die das Dunkel vertreiben sollen. Lieder die W\u00e4rme strahlen werden gesungen. Geschichten werden erz\u00e4hlt, die uns r\u00fchren und zu guten Taten begleiten.<\/p>\n<p>Unz\u00e4hlig sind solche die Geschichten, die vor allem \u00fcber die wundervolle Kraft der Liebe berichten. Selbstverst\u00e4ndlich hat jeder von uns auch seine Lieblingsgeschichten genauso wie sehr pers\u00f6nliche Liebesgeschichte.<\/p>\n<p>Eine meiner Lieblings-Weihnachtsgeschichten ist \u201eDas Geschenk der Weisen\u201c des amerikanischen Schriftstellers O. Henry. Ein junges Ehepaar lebt bitterarm doch beide lieben einander und jeder ist bem\u00fcht dem anderen das Beste zu geben. Am n\u00e4chsten Tag ist Weihnachten. Della m\u00f6chte ihrem Mann ein besonderes Geschenk machen: eine Kette f\u00fcr seine kostbare Taschenuhr. Sie hat daf\u00fcr aber nicht genug Geld. Sie l\u00e4sst ihr sch\u00f6nes, knielanges Haar abschneiden und verkauft es an einen Per\u00fcckenmacher, um mit dem Geld die Kette zu kaufen. Jim wiederum verkauft seine wertvolle Uhr, um f\u00fcr Della ein juwelenverziertes Kamm-Set aus Schildpatt zu schenken f\u00fcr ihr wunderbares Haar.<\/p>\n<p>Am Weihnachtsabend stehen beide mit ihren Geschenken voreinander und keiner von beiden kann sein Geschenk mehr gebrauchen. Doch nicht das materielle Geschenk ist wichtig, sondern die Liebe die durch diese Geschenke zum Ausdruck gebracht werden. Nat\u00fcrlich w\u00fcrden die heutigen Wirtschaftsexperten uns beweisen k\u00f6nnen, dass diese Geschenke keine vern\u00fcnftigen Investitionen waren und man das Geld in bitterer Armut f\u00fcr etwas anderes einsetzen k\u00f6nnte. Doch die Weisheit dieser Geschichte entspringt der Liebe. Hier leitet die Liebe zwei Menschen die sich restlos lieben. Ja, es mag sein, dass die Liebe und aus ihr entstandenen Werke manchmal unvern\u00fcnftig scheinen k\u00f6nnen, aber am Ende wissen wir, dass die Weisheit der Liebe, auch wenn sie unbegreiflich verr\u00fcckt erscheint, die wahre Weisheit ist. Denn der Apostel sagt: \u201eUnd wenn ich meine ganze Habe verschenkte und wenn ich meinen Leib opferte, um mich zu r\u00fchmen, h\u00e4tte aber die Liebe nicht, n\u00fctzte es mir nichts\u201c (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/EU\/1.Korinther13%2C3\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1Kor 13,3<\/a>).<\/p>\n<p>Die F\u00e4higkeit zu lieben ist einer der gr\u00f6\u00dften Gaben des Herrn an uns, Menschen. Eine Eigenschaft, die uns Ihm \u00e4hnlich macht, wenn wir diese F\u00e4higkeit nutzen. Erstaunliches und wunderbares entsteht aus Liebe heraus. Ja sie ist manchmal auch verr\u00fcckt und stellt alles auf den Kopf. Nicht mehr das, was anscheinend vern\u00fcnftig vorgeplant war ist wichtig, sondern das, was aus der Liebe heraus richtig zu sein scheint. Und wie Paulus besonders sch\u00f6n sagt: \u201eDie Liebe ist langm\u00fctig, die Liebe ist g\u00fctig. Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bl\u00e4ht sich nicht auf. Sie handelt nicht ungeh\u00f6rig, sucht nicht ihren Vorteil, l\u00e4sst sich nicht zum Zorn reizen, tr\u00e4gt das B\u00f6se nicht nach. Sie freut sich nicht \u00fcber das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit. Sie ertr\u00e4gt alles, glaubt alles, hofft alles, h\u00e4lt allem stand. Die Liebe h\u00f6rt niemals auf\u201c (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/EU\/1.Korinther13%2C4-8\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1. Kor 13, 4-8<\/a>).<\/p>\n<p>Warum sprechen wir aber an Weihnachten \u00fcber die Liebe? Wir tun es, weil alle Liebesgeschichten der Welt zusammen genommen nicht das beschreiben k\u00f6nnen, was wir an diesem Tag erleben: Die unbegrenzte Liebe Gottes uns, den Menschen gegen\u00fcber. Der Hl. Apostel und Evangelist Johannes sagt im Prolog des Evangeliums \u201eDenn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat\u201c (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/EU\/Johannes3%2C16\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Joh 3,16<\/a>). Seine Liebe uns gegen\u00fcber wird im neugeborenen, schutzlosen Kind, der in Bethlehem unter \u00e4rmsten Bedingungen, zur Welt kommt, sichtbar. Und diese Liebe bewegt die Herzen der Menschen. Jeder versucht ein bisschen besser zu sein, ein bisschen mehr zu Lieben und ein bisschen mehr seine Liebe zum Ausdruck zu bringen. Und wir begreifen, dass die Liebe allen die Welt ver\u00e4ndern kann. Und zwar die Liebe, die in der reinen und makellosen Liebe Gottes ihren Ursprung hat.<\/p>\n<p>\u00dcber diese makellose Liebe spricht der Hl. Apostel Johannes, wenn er den Grund nennt, wieso der Ungreifbare, der Unfassbare, der Allerf\u00fcllende, der Ewige und der M\u00e4chtige Gott selbst den Himmel \u201everl\u00e4sst\u201c und in vollkommener Weise Mensch wird. So verstehen wir erneut, dass all Seine Sch\u00f6pfung Gut ist und er die Sch\u00f6pfung liebt. Besonders gilt seine Liebe dem Menschen, den Er als Krone Seiner Sch\u00f6pfung nach seinem Bild und Gleichnis geschaffen hat. Und es ist Sein Wille, dass die Menschen das ewige Leben haben! Daher ist es selbstverst\u00e4ndlich, dass es der Wille Gottes ist, dass auf der Welt Frieden herrscht, dass jeder die unantastbare W\u00fcrde des anderen beachtet, dass der Reiche dem Armen hilf, dass jeder genug zum Essen und Trinken hat, dass der Mensch nicht nur konsumiert und an sich denkt, sondern sich auch um die Sch\u00f6pfung Gottes und die Bewohner dieser Sch\u00f6pfung k\u00fcmmert. Jeder nach seinen M\u00f6glichkeiten. Gott zeigt es nicht durch Gebote und Befehle, sondern Er macht es vor, in dem Er selbst aus Seiner unbegrenzten endlosen Liebe heraus zum Menschen wird, in Zeit und Raum eintritt, sich den menschlichen Lebensbedingungen unterwirft. So ist uns heute \u201ein der Stadt Davids der Retter geboren\u201c (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/EU\/Lukas2%2C11\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lk. 2, 11<\/a>). Als kleines neugeborenes Kind wird der Sohn Gottes zum Menschen. Der Wahre Gott wird wahrer Mensch und vereint diese zwei vollkommenen Naturen in der Person Jesu Christi.<\/p>\n<p>Wer ist der Mensch, dem das neugeborene Kind das Herz nicht ber\u00fchren kann? Ist es nicht so, dass gerade die Kinder, diese schutzlosen und auf unsere F\u00fcrsorge angewiesenen Wesen uns lehren den Blick von uns selbst in oft gr\u00f6\u00dferer Achtung und Aufmerksamkeit auf den Anderen zu werfen. Mit der Geburt eines Kindes beginnt f\u00fcr die Eltern ein neues Leben. Verantwortung m\u00fcssen sie \u00fcbernehmen und sich um das Kind k\u00fcmmern. Und zwar in gro\u00dfer restloser Liebe, die bereit ist das eigene Ich ein bisschen zur\u00fcckzustellen f\u00fcr das Wohl des anderen, des Schwachen, des Schutzlosen.<\/p>\n<p>In Betlehem wird nicht nur Maria und Josef ein Neuanfang angeboten, sondern der gesamten Menschheit. Allen, die waren, die sind und die noch kommen werden. Mit diesem Neuanfang soll die Liebe zum Prinzip des Zusammenlebens werden. Niemals war dies so lebensnotwendig wie heute. In unserer hedonistischen, egoistischen, oft gottlosen Welt, wo Menschen nur mit sich selbst besch\u00e4ftigt sind, w\u00fcrden die Liebe und die Werke die daraus entstehen nur guttun.<\/p>\n<p>Heute bekommt jeder von uns eine Einladung von Gott. Eine Einladung in sein Himmelreich. Er kommt vom Himmel hinab auf die Welt, um uns in den Himmel zu begleiten. Auf dem Weg dorthin sollten wir lernen so zu lieben, wie er uns geliebt hat, so zu handeln, wie er gehandelt hat. Auf diesem Weg sollten wir lernen die Welt und die Weltbewohner, die gesamte unsichtbare und sichtbare Sch\u00f6pfung mit anderen Augen zu sehen. Nicht mit denen, die uns Kapitalismus, Materialismus oder eine andere von Menschen erfundene Utopie belehren, sondern mit den liebenden Augen Gottes. Habt keine Angst diese Einladung anzunehmen und manchmal auch in Augen dieser Welt \u201everr\u00fcckt\u201c zu sein, denn sie wissen ja, dass dies nur der Anschein ist, weil alles aus in der Liebe gr\u00fcndet, die Wahre Weisheit ist.<\/p>\n<p>M\u00f6ge also heute auch in euren Herzen der Heiland einen Platz finden, damit mit seiner Geburt in euren Herzen auch ihr die wundersame Wirkung der grenzenlosen Liebe Gottes f\u00fchlen und von dieser Liebe entz\u00fcndet bereit sind neue Werke zu vollbringen in Namen der Heiligen Dreifaltigkeit, im Namen der Liebe. Und m\u00f6ge der Segen des neugeborenen Heilands zart mit euch und mit euren Lieben, mit der Welt und mit unserer kleinen Gemeinde sein. Amen.<\/p>\n<p>Pfr. Dr. Diradur Sardaryan<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Schwestern und Br\u00fcder, \u0554\u0580\u056b\u057d\u057f\u0578\u057d \u056e\u0576\u0561\u0582 \u0565\u0582 \u0575\u0561\u0575\u057f\u0576\u0565\u0581\u0561\u0582, \u0571\u0565\u0566 \u0565\u0582  [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":7014,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-7013","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/agbw.org\/am\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7013","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/agbw.org\/am\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/agbw.org\/am\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/agbw.org\/am\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/agbw.org\/am\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7013"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/agbw.org\/am\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7013\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/agbw.org\/am\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7014"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/agbw.org\/am\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7013"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/agbw.org\/am\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7013"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/agbw.org\/am\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7013"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}