ARZACH

Die Republik Arzach (Արցախի Հանրապետություն), bis 2017 bekannt als Bergkarabach, ist ein stabilisierter De-facto-Staat, der von der internationalen Gemeinschaft noch nicht anerkannt ist. Die Unabhängigkeitserklärung der Republik erfolgte am 2. September 1991, ein Referendum über die Unabhängigkeit fand am 10. Dezember 1991.

Reiseland

Arzach ist eines der urbanen Zentren nicht nur im Kaukasus, sondern auch darüber hinaus. Während des 19. Jahrhunderts spielte die kaukasische Stadt Shushi, die ehemalige Hauptstadt von Arzach, eine bedeutende Rolle. Sie wurde zu einem der Zentren des Kultur- und Bildungslebens des Landes. Wenn Sie Arzach besuchen, sollten Sie Shushi auf Ihre Reiseroute setzen. Das Land ist klein, aber die Geschichte und das Erbe von Tausenden von Jahren prägten die Architektur mit ihrem künstlerischen und historischen Wert. Mehr als sechstausend armenische Kulturdenkmäler erwarten Sie im malerischen Arzach.

Die Perle im Kaukasus

Die traditionelle armenische Bezeichnung Arzach leitet sich von dem urartäischen Provinznamen Artechini (oder Urtechini) her. Tatsächlich hatte das Territorium des späteren Karabach im 8. Jh. v. Chr. unter urartäischer Herrschaft gestanden. Spätere armenische Bezeichnungen lauteten Gardar, Chatschenk (von Chatschen, dem zentralen der fünf Fürstentümer Arzachs), Klein-Sjunik (nach der altarmenischen Provinz Sjunik in SO-Armenien) sowie „Sew Ajgi“ („Schwarzer Garten“). Diese letzte Bedeutung liegt auch dem türkisch-russischen Toponym Karabach (türk. „kara“ = „schwarz“; „bachtsche“ = „Garten“; in armenischer Aussprache „Rarabach“) zugrunde, die jedoch erst im 14. Jh. auftaucht und auf eine Lehnübersetzung der persischen Bezeichnung „Bach-i siah“ zurückgeht (im Unterschied zum „Weißen Garten“ – „Bach-i safid“ für Unter-Karabach). Der „Weiße Garten“ ist mit der altarmenischen Grenzprovinz Utik identisch.

Ein armenisches Geographiewerk des 7. Jh.s erwähnt die Provinzen Arzach und Utik im äußersten Nordosten des armenischen Siedlungsraums. Grenzfluss war damals die Kura, an deren linkem Ufer sich „Aran“ erstreckte, ein von einem kaukasischen Volk bewohntes Gebiet, das die Armenier Arwank und die Römer Albanien nannten. Als die Perser 428 den östlichen Kaukasus vollständig unter ihre Kontrolle gebracht hatten, schlossen sie, für etwa ein Jahrhundert, Arzach, Utik und Albanien zu einer Verwaltungseinheit zusammen. Der damalige Zustand führte zur Gleichsetzung und schließlich Verwechslung von Arzach-Utik mit Albanien. Karabach gliedert sich geologisch in eine flach ansteigende Ebene (armen. „Arzachi hartawajr“ – „Ebene von Arzach“; „Daschtajin Arzach/Rarabach“ – „Nieder-Karabach“) sowie einen Gebirgsteil („Lernajin Arzach/Rarabach“ bzw. „Berg“- oder „Ober-Karabach“).

Das historische Berg-Karabach umfasst etwa 12.000 qkm und ist im Unterschied zu anderen Gebieten des Armenischen Hochlands wasserreich. Seine Flusstäler sind bewaldet, und dieser Waldreichtum führte vermutlich zu der Bezeichnung „Schwarzer Garten“.

Während die Eigenbezeichnung der Republik Berg-Karabach die seit dem 19. Jahrhundert mehrheitlich verwendete Bezeichnung fortführt, verwendet die armenisch-apostolische Kirche die traditionelle armenische Bezeichnung Arzach.

Die Perle im Kaukasus

Die traditionelle armenische Bezeichnung Arzach leitet sich von dem urartäischen Provinznamen Artechini (oder Urtechini) her. Tatsächlich hatte das Territorium des späteren Karabach im 8. Jh. v. Chr. unter urartäischer Herrschaft gestanden. Spätere armenische Bezeichnungen lauteten Gardar, Chatschenk (von Chatschen, dem zentralen der fünf Fürstentümer Arzachs), Klein-Sjunik (nach der altarmenischen Provinz Sjunik in SO-Armenien) sowie „Sew Ajgi“ („Schwarzer Garten“). Diese letzte Bedeutung liegt auch dem türkisch-russischen Toponym Karabach (türk. „kara“ = „schwarz“; „bachtsche“ = „Garten“; in armenischer Aussprache „Rarabach“) zugrunde, die jedoch erst im 14. Jh. auftaucht und auf eine Lehnübersetzung der persischen Bezeichnung „Bach-i siah“ zurückgeht (im Unterschied zum „Weißen Garten“ – „Bach-i safid“ für Unter-Karabach). Der „Weiße Garten“ ist mit der altarmenischen Grenzprovinz Utik identisch.

Ein armenisches Geographiewerk des 7. Jh.s erwähnt die Provinzen Arzach und Utik im äußersten Nordosten des armenischen Siedlungsraums. Grenzfluss war damals die Kura, an deren linkem Ufer sich „Aran“ erstreckte, ein von einem kaukasischen Volk bewohntes Gebiet, das die Armenier Arwank und die Römer Albanien nannten. Als die Perser 428 den östlichen Kaukasus vollständig unter ihre Kontrolle gebracht hatten, schlossen sie, für etwa ein Jahrhundert, Arzach, Utik und Albanien zu einer Verwaltungseinheit zusammen. Der damalige Zustand führte zur Gleichsetzung und schließlich Verwechslung von Arzach-Utik mit Albanien. Karabach gliedert sich geologisch in eine flach ansteigende Ebene (armen. „Arzachi hartawajr“ – „Ebene von Arzach“; „Daschtajin Arzach/Rarabach“ – „Nieder-Karabach“) sowie einen Gebirgsteil („Lernajin Arzach/Rarabach“ bzw. „Berg“- oder „Ober-Karabach“).

Das historische Berg-Karabach umfasst etwa 12.000 qkm und ist im Unterschied zu anderen Gebieten des Armenischen Hochlands wasserreich. Seine Flusstäler sind bewaldet, und dieser Waldreichtum führte vermutlich zu der Bezeichnung „Schwarzer Garten“.

Während die Eigenbezeichnung der Republik Berg-Karabach die seit dem 19. Jahrhundert mehrheitlich verwendete Bezeichnung fortführt, verwendet die armenisch-apostolische Kirche die traditionelle armenische Bezeichnung Arzach.

Die Geschichte in Stichwörtern

Arzach ist eine junge Republik, die von der Weltgemeinschaft noch nicht anerkannt ist. Als Teil Armeniens hat Sie eine Jahrtausende alten Geschichte. Stichwörter und kurze Texte gewähren hier Einblicke in die reiche Geschichte des Landes welches bis heute um das Lebens- und Existenzrecht ihrer Bewohner kämpft.

Ab Mitte des 11. Jh.s konnte sich nur in unzugänglichen Rückzugs- oder Randgebieten des Armenischen Hochlandes halbautonome Eigenstaatlichkeit behaupten. Dazu gehörte sowohl die Baronie der Rubenjan in Ober-Kilikien (Taurusgebirge), als auch das von Kleinfürsten regierte Berg-Karabach, dessen Herrscher sämtlich ihre Linien auf das Geschlecht der Hassan-Dschalaljan (der Fürsten von Chatschen) zurückführten. Ab dem 16. Jh. bezeichnete man die Arzacher Adeligen als “Meliken” (von arab. Malek – „Fürst“, „König“), einem damals allgemein üblichen Titel für lokale Herrscher und Vasallen, die die Iraner zur Verwaltung ihrer Besitzungen in Armenien eingesetzt hatten. Die fünf Fürstentümer von Karabach waren, von Norden nach Süden: Golestan (auch Gulstan, Gulistan, Gülistan); Dschraberd (auch: Tscharaberd), Chatschen, Waranda und Disak.

Als der Iran Ende des 17. Jh.s von inneren und außenpolitischen Krisen geschwächt war, schlossen sich die fünf Arzacher Meliken zu einem Waffenbündnis gegen Perser und Osmanen zusammen. Es gelang ihnen, bis weit in das 18. Jh. ihre Halbunabhängigkeit gegenüber den benachbarten Großreichen zu bewahren, die die Region sowohl der Diplomatie seiner Fürsten, als auch einem hoch entwickelten Verteidigungssystem verdankte. Schon 1718/20 hatten sich in Karabach und den Nachbarregionen Volksmilizen zum Schutz vor Raubzügen der nordkaukasischen Lesginen gebildet, mit einer Höchstzahl von 30.000 Reitern und 10.000 Fußsoldaten. 1722 richtete sich de