Christi Himmelfahrt

Am 40. Tag nach dem Auferstehungsfest des Herrn (Osterfest) feiert die christliche Kirche das Fest der Himmelfahrt unseres Herrn Jesus Christus. Dieses Fest ist eines der ältesten Feste der christlichen Kirche. Es ist ein bewegliches Fest und wird abhängig vom Osterdatum in der Zeit vom 30. April bis 3. Juni an einem Donnerstag gefeiert. (Dieses Jahr am 25. Mai)

Gemäß dem Zeugnis des Neuen Testaments setzt Jesus Christus nach seiner glorreichen Auferstehung sein Wirken auf dieser Welt noch 40 Tage fort, erscheint er seinen Jüngern und vielen anderen Anhängern. Am 40. Tag nach der Auferstehung erscheint Jesus ein letztes Mal seinen Jüngern, segnet und ermutigt sie und nimmt Abschied von ihnen: „Aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an die Grenzen der Erde. Als er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken.“ (Apostelgeschichte 1, 8-9)

Über dieses wunderbare Ereignis der Himmelfahrt berichten auch die Evangelisten Markus und Lukas. Markus schreibt: „Nachdem Jesus, der Herr, dies zu ihnen gesagt hatte, wurde er in den Himmel aufgenommen und setzte sich zur Rechten Gottes.“ (Markus 16,19) Und Lukas berichtet: „Er (Jesus) führte sie (die Jünger) hinaus in die Nähe von Betanien. Dort erhob er seine Hände und segnete sie. Und während er sie segnete, verließ er sie und wurde zum Himmel emporgehoben.“ (Lukas 24, 50-51)

Das Fest der Himmelfahrt ist eines der beliebtesten Feste der Armenischen Kirche und des Volkes. Mit diesem Tag sind auch einige schöne Bräuche und Volkstraditionen verbunden, die mit unterschiedlichen Festlichkeiten vervollständigt werden.

Am Tag der Himmelfahrt wird in der Armenischen Kirche auch an ein anderes wichtiges Ereignis aus der armenischen Geschichte erinnert – an die Rückkehr des Sitzes des Katholikats Aller Armenier aus Sis zurück nach St. Etschmiadzin. Sicherlich wissen viele, dass das Zentrum der Armenischen Kirche und der Muttersitz des Katholikats Aller Armenier St. Etschmiadzin ist, die im Jahre 301 gemäß dem Willen des Einziggeborenen Sohnes Gottes vom Hl. Gregor dem Erleuchter in der damaligen Hauptstadt Armeniens, Wagharshapat, errichtet worden ist. Das zusammengesetzte armenische Wort „Etsch Miadzin“ bedeutet: „Der Einziggeborene ist herabgestiegen“. Der Sohn Gottes wählte St. Etschmiadzin als Zentrum und Muttersitz der Armenischen Kirche.

Aber auf Grund der tragischen und unbeständigen Geschichte unseres Volkes musste der Sitz des Katholikats seit 484 immer wieder sein Ort wechseln. Und so etwa 1000 Jahre. Als in Kilikien 1080 das kilikisch-armenische Fürstentum und etwa 100 Jahre danach Königtum entstand, ging auch der Katholikos nach Kilikien und blieb bis 1441 dort.

1441 ist der Sitz des Katholikats Aller Armenier nach St. Etschmiadzin zurückgekehrt. Die Entscheidung über die Rückkehr des Sitzes nach St. Etschmiadzin fiel an der kirchlichen Versammlung, die am Tag der Himmelfahrt, 25. Mai 1441 einberufen war. Aus diesem Grund wird an dieses Ereignis immer am Himmelfahrtstag gedacht.

„Herr, bewahre immer unerschütterlich den von Dir errichteten Muttersitz“

Archimandrit Serovpe Isakhanyan

2017-05-24T06:04:33+00:00 Mai 24th, 2017|