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Darstellung des Herrn

Dyarnentaratsch ist ein unbewegliches Fest der Armenischen Kirche und wird genau am 40. Tag nach dem armenischen Weihnachtsfest (6. Januar), am 14. Februar, gefeiert. Das armenische Wort „Dyarnentartsch“ ist aus zwei altarmenischen Wörtern zusammengesetzt: „Dyarn“ (dem Herrn) und „Èntaratsch“ (entgegengehen). Übersetzt ins Deutsche heißt es: „Dem Herrn entgegengehen“ bzw. „Den Herrn empfangen“. Im Volksmund heißt das Fest „Dyarnentaratsch“ auch „Derèntez“ bzw. „Derndes“. Beide diese Wörter sind aller Wahrscheinlichkeit nach Ableitungen von „Der ènt tzez“ (Deusch: Der Herr sei mit euch) bzw. „Derè des“ (Deutsch: Siehe den Herrn). Die beiden Begriffe haben mit dem Inhalt und der Bedeutung dieses Kirchenfestes zu tun.

Sicherlich wissen viele, dass die Armenier einen schönen Brauch haben, ihr neugeborenes Kind am 40. Tag nach der Geburt zur Kirche zu bringen und zum ersten Mal segnen zu lassen. Diesen Brauch nennt man „Segnung zum 40. Tag der Geburt“. Die Wurzeln dieses guten und schönen Brauchs befinden sich in der Bibel. Nach dem biblischen Brauch wurde jede männliche Erstgeborene am 40. Tag nach der Geburt zum Tempel gebracht und Gott dargestellt.
Gemäß diesem Brauch haben auch die irdischen Eltern Jesu das 40 Tage alte Kind-lein zum Tempel gebracht. Dieses neutestamentliche Ereignis bildet den Kern des kirchlichen Festes, das in der alt-armenischen Sprache „Grabar“ als „Dyarnentaratsch“ bezeichnet wird. Dyarnentaratsch ist ein wichtiges und einzigartiges Ereignis aus der Kindheit Jesu, an dem Jesus Christus noch ein Mal als Erlöser der Menschheit offenbart wird.

Wie das Neue Testament berichtet, diente im Tempel ein gerechter und gottesfürchtiger Mann Namens Simeon, der auf den Gesalbten Gottes wartete und auf Errettung hoffte. Er betete stets, Christus, den Erlöser, sehen zu können und erst dann zu sterben, was ihm von Gott durch den Hl. Geist verheißen wurde. Als das Kindlein Jesus zum Tempel gebracht wurde, sah ihn Simeon, ging ihm entgegen, nahm ihn in seine Arme, dankte Gott für seine Barmherzigkeit und sprach: „Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel…“ (Lukas 2, 29-31).

Der Evangelist Johannes erklärt auf wunderbarer Weise die Wahrheit des Licht-Seins Jesu für die Menschheit: Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchet, kam in die Welt“ (Johannes 1, 9). An einer anderen Stelle spricht Jesus von sich: „Ich bin das Licht, das in die Welt gekommen ist, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibt“ (Johannes 12, 46).

Die Hymnen und Kirchenlieder der Armenischen Kirche lobpreisen Jesus Christus als „Licht vom Licht“, „Ehrenstrahl“, „Lebendiges Feuer“ usw. Unsere Kirchenväter haben, Christus als „wahres Licht“ und „lebendiges Feuer“ betrachtend, einen alt-armenischen heidnischen Brauch, wie das Anzünden des Feuers und das Springen über das Feuer, nicht abgelehnt, sondern als ein Brauch in der Kirche angenommen. Das ermöglichte nun, dass ein altarmenischer Brauch nicht in Vergessenheit geriet, sondern seine Existenz über die Generationen fortsetzte. Das Fest hat seine äußerliche Form beibehalten, hat aber einen neuen Sinn und eine neue Bedeutung bekommen und wurde mit der Darstellung Jesu im Tempel in Verbindung gebracht. Und so wurden das Geistliche und Weltliche, das Christliche und Heidnische miteinander verbunden und sind gemeinsam zu einer tiefsinnigen Tradition ge-worden. Aber mit einem eindeutigen Unterschied: die heidnischen Armenier haben das Feuer angebetet, bei den christlichen Armenier jedoch ist das einzige Ziel der Anbetung der einzigwahre dreieinige Gott, dem auch das Feueranzünden dient. Der Hl. Grigor von Tatev (14. Jh.) schreibt aus Anlass des Dyarentaratsch-Festes: „Wie bei der Darstellung des Herrn im Tempel das Volk mit Laternen und Öllampen ihm entgegen ging, so zünden auch wir mit demselben Beispiel Feuer und Laternen an und feiern den Vorabend der Ankunft des Herrn“.

Am Abend des 13. Februar werden die Gläubigen in die Kirche eingeladen, um den vorabendlichen speziellen Andachten beizuwohnen und das wahre Licht der Welt zu lobpreisen. Nach der Andacht zünden die Anwesenden an der Altarkerze ihre Kerzen an, bringen diese Kerzen nach Hause, womit die Festfeuer in den Höfen angezündet werden. Die in der Kirche angezündeten Kerzen stellt man dann als Symbol des lebendigen Lichtes Jesu Christi in den Wohnungen bzw. Häusern auf. Diese Kerzen brennen die ganze Nacht, damit überall das Licht und die Weisheit überwiegen und die Dunkelheit und die Verwirrungen sich entfernen.
In vielen Orten, wo es möglich ist, wird auch auf dem Hof der Kirche ein Feuer angezündet. Im Muttersitz St. Etschmiadzin zündet der Katholikos Aller Armenier das Festfeuer an. Danach bilden die Seminaristen einen Kreis um das Feuer herum und singen traditionelle armenische Volkslieder.

In manchen Orten ist die ehrenhafte Aufgabe der Anzündung des Festfeuers einem frisch verheirateten Bräutigam vorbehalten. Danach versammelt sich die Menge um das Feuer und die neuverheirateten Paare, Mädchen und Jungs springen über das Feuer. Bereits aus der vorchristlichen Zeit kommt der Brauch, dass zuerst die neuverheirateten Bräute über das Feuer springen, um sich zu reinigen und die Geburt des erwarteten Kindes zu weihen. „Unfruchtbare Frauen brannten mit den Flamen des Festfeuers ihre Röcke, damit sie geheilt werden und Fruchtbarkeit erlangen.
Die armenischen Dorfbewohner nahmen etwas aus der Asche des Festfeuers mit nach Hause und verstreuten es auf den Dächern des Hauses sowie auf den Feldern und in den Ställen. Sie glaubten, dadurch das Böse von ihren Häusern fern zu halten und hofften auf ein gutes und ergebnisvolles Jahr.

Auch bis heute ist es ein Volksbrauch, aus Anlass des Dyarnentaratsch-Festes die Neuverheirateten zu besuchen. Die Familien der frisch verheirateten Paare verteilen den versammelten Menschen „Aghantz“ (gebratene Weizenkörner und Kichererbsen), zu dem man auch Rosinen und Wallnüsse sowie weitere Nüsse mischt. Wenn der Junge und das Mädchen verlobt sind, findet dieser Brauch im Hause des Mädchens statt. Sind die bereits verheiratet, dann findet dieser im Hause des Bräutigams statt.
Vor einigen Jahren hat S. H. Garegin II., Katholikos Aller Armenier, in der Hinsicht auf diesen schönen Brauch, das Dyarnentartsch-Fest zum Tag der Segnung der Neuverheirateten erklärt.

Liebe Freunde,
Aus Anlass dieses tiefsinnigen christlichen und volkstümlichen Festes wünsche ich mir, dass jeder von uns im geistigen Sinne dem Herrn entgegengeht, Jesus Christus als wahres Licht der Welt empfängt, sein Herz und seine Seele diesem Licht öffnet und sich mit dem ewigen Licht des Herrn erleuchtet.
Ich wünsche mir, dass unsere volkstümliche Bräuche und Traditionen im Volksgedächtnis immer erhalten bleiben und über die Generationen weiter gegeben werden. Unsere Traditionen sind unsere Farbe und unser Geschmack, unsere Identität und Geschichte, unsere Wurzeln und unser Gedächtnis. Darstellung Jesu ist der Namenstag für Simon bzw. Simeon, Dserun, Hratsch, Hratschuhi, Hrant, Hrayr, Paylag, Payline, Gaytsag, Schant. Sie alle haben am 14. Februar ihren Namenstag.

Archimandrit Serovpé Isakhanyan


 

2017-02-17T07:16:15+00:00