Der Große Montag

Die dem Auferstehungstag (Ostern) vorausgehende Woche wird in der Armenischen Kirche als Große Woche (arm. Avak Shabat) bezeichnet. Diese Woche wird „Große Woche“ genannt, weil sie den wichtigsten Zeitraum des irdischen Lebens unseres Herrn Jesus Christus – die Lehren der letzten sieben Tage, seine Leiden, seinen Kreuzestod und seine glorreiche Auferstehung unterrichtet. Jeder einzelner Tag dieser Woche wird auch „Groß“ gennnt und hat eine symbolische Bedeutung.


Dieser Tag ist der Schöpfung des Himmels und der Erde gewidmet. Am diesen Tag bringen wir das Ereignis in Erinnerung, in dem der Feigenbaum durch den Fluch Jesu ausgetrocknet wurde (Matt. 21, 18-22; Mark. 11, 12-14; 20-25) sowie die Jerusalemer Tempelreinigung durch Jesu (Matt. 21, 12-17; Mark. 11, 15-19; Luk. 19, 45-48; Joh. 2, 13-22).

Der mit reichen und schönen Blättern geschmückte, aber keine Früchte tragende Feigenbaum symbolisiert die Menschen (im Evangelium die Pharisäer), die alles tun, um zu zeigen, dass sie die Frömmigkeit haben, aber in Wirklichkeit keinen richtigen Glauben haben, der auch Früchte bringt. Wie der Hl. Apostel Jakobus sagt: „der Glaube ohne Werke ist nutzlos.“ (Jak. 2,20) Einen mit den guten Werken geschmückten Glaube erwartet von uns der Herr, ein Glaube, der in der Lage wäre sogar die Berge zu versetzen: „Wenn ihr Glauben habt und nicht zweifelt, dann werdet ihr nicht nur das vollbringen, was ich mit dem Feigenbaum getan habe; selbst wenn ihr zu diesem Berg sagt: Heb dich empor und stürz dich ins Meer!, wird es geschehen“. (Matt. 21, 21)

Der selige Erzbischof Shnorhk Galustyan, der armenische Patriarch von Konstantinopel, schreibt über den Glauben eines jeden Menschen: „Es gibt kein ungläubiger Mensch. Alle wir sind begabt, mit der Fähigkeit, zu glauben. Es gibt nur Menschen, die ihre Fähigkeit zum Glauben nicht nützen. Es gibt stumpfe Glauben, beeinträchtigte und gestörte Glauben, irrtümliche Glauben, negative Glauben und schließlich degenerierte Glauben“.

Und die Tempelreinigung geschah um Reinheitswillen des Glaubens. Jesus ging in den Tempel und trieb alle Händler und Käufer aus dem Tempel hinaus. Er stieß die Tische der Geldwechsler und die Stände der Taubenhändler um und sagte: „Mein Haus soll ein Haus des Gebets sein. Ihr aber macht daraus eineRäuberhöhle.“ (Jes. 56, 7; Jer. 7,11) Das Gotteshaus ist ein Gebets- und Anbetungshaus und darf nicht zum Geschäftsort gemacht werden. Damit will Jesus uns lehren, eine angemessene und achtungsvolle Haltung gegenüber unserer Heiligtümer zu haben.

Serovpe Vardapet Isakhanyan

2018-03-29T06:49:10+00:0029 März 2018|