Erscheinung des Hl. Kreuzes

Heute feiert die Armenische Apostolische Kirche das Fest der Erscheinung des Heiligen Kreuzes über Jerusalem.

Am 4. Sonntag nach dem Fest der Auferstehung (Dies Jahr der 20. April) wird gemäß dem Kalender der Armenischen Kirche das Erscheinungsfest des Hl. Kreuzes gefeiert.

Zum Anlass, ein solches Fest in der Kirche zu haben und zu feiern, diente ein Ereignis, das im Jahre 351, in der Zeit des Kaisers Konstantin und des Jerusalemer Patriarchen Kyuregh (Kiril), geschah. Laut diesem wunderbaren Ereignis soll das lebenspendende Hl. Kreuz des Herrn über der Stadt Jerusalem im Himmel zu sehen gewesen sein und vom Himmel gestrahlt haben. Das himmlische Ereignis soll nicht nur paar Augeblicke gewesen sein, sondern das Kreuz erschien und
leuchtete im Himmel Stunden lang.

Viele, die dieses herrliche Ereignis erlebten, glaubten an die rettende Wirkung Christi und ließen sich taufen. Die Zahl der Getauften soll etwa 5000 gewesen sein. Viele von ihnen sollen in dem Taufbecken getauft gewesen sein, das im armenischen Kloster „Srpotz Hakovbyanz“ (Kloster der Jakobiten) aufbewahrt wird. In diesem Kloster befindet sich auch der Sitz des armenischen Patriarchen von Jerusalem.

Das wunderbare Ereignis war der Grund, damit in der alten Kirche das Fest der Erscheinung des Hl. Kreuzes über Jerusalem gefeiert wird. Wie oben erwähnt, feiert die Armenische Kirche dieses Fest am 4. Sonntag bzw. 28 Tage nach dem Osterfest. Demgemäß zählt das Fest zu den beweglichen Festen und wird an einem Sonntag zwischen 19. April und 24. Mai gefeiert.

Biblische Lesungen zu diesem Tag:
Apostelgesch. 17, 1-15; 1. Johannes 1, 1-10; Johannes 7,14-24.

Archimandrit Serovpe Isakhanyan


Im Leben des armenische Christen spielt das Hl. Kreuz eine herausragende Rolle. Bereits In der Art und Weise, wie das Kreuz bei den Armeniern dargestellt ist, verstehen wir den Grund und sehen die Notwendigkeit des Hl. Kreuzes in unserem Leben.

Das Kreuz wird bei den Armeniern, im unterschied zu den meisten westlichen Interpretationen, als ein gestorbenes Holz dargestellt, welches nach der Auferstehung des Herrn erneut zum Leben auferweckt ist und blühen beginnt. Jesus Christus ist nicht auf dem Kreuz. Er ist Auferstanden. Durch seine Auferstehung schenkt er Leben dem Menschen und mit ihm zusammen der gesamten Natur.

Der Kreuzestod Jesu Christi gehört somit zur Heilsökonomi und offenbart die zentrale Aussage des Neuen Testamentes über Gott, dass Gott »uns geliebt hat und seinen Sohn zur Versöhnung für unsere Sünden gesandt hat… Er hat uns von seinem Geist gegeben. Wir haben gesehen und bezeugen, dass der Vater den Sohn gesandt hat als den Retter der Welt. Wer bekennt, dass Jesus der Sohn Gottes ist, in dem bleibt Gott, und er bleibt in Gott. Wir haben die Liebe, die Gott zu uns hat, erkannt und gläubig angenommen. Gott ist die Liebe« (1 Joh 4,10; 13-16).

Das Zeichen des Heiligen Kreuzes, welches die grenzenlose Liebe Gottes uns gegenüber offenbart, schenkt deshalb auch Hoffnung all denen, die für sich das Leben entsprechend dem Evangelium als Lebensweg gewählt haben, dass auch sie Teilhaber des ewigen Lebens werden.

Pfr. Dr. Diradur Sardaryan

2018-04-29T06:57:35+00:0029 April 2018|