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Der Große Freitag: Die Kreuzigung und Begräbnis des Herrn
Der Schwerpunkt des Großen Freitags ist die Geschichte der Kreuzigung des Herrn.

Chawarum (Verdunkelung):
Vor der Kreuzigung hat man einen Dornenkranz auf das Haupt Christi gesetzt, ihn verspottet und verhöhnt und schließlich gekreuzigt. Als Jesus Durst hatte, gaben sie ihm statt Wasser Essig und durchbohrten ihm nach dem Tod mit einem Speer. Jesus hat alle diese Leiden und Folterungen geduldet und keinen Widerstand geleistet und endlich am Kreuz sein Leben gegeben, um uns, die ganze Menschheit, von der Knechtschaft der Sünde zu befreien und mit Gott zu versöhnen.

Die Zeremonie (Sie findet am Donnerstag Abend statt, da der Kirchentag bereits Abends anfängt) beginnt so: Am Altar brennen zwölf gleichgroße Kerzen, als Symbole der zwölf Apostel, und noch eine große Kerze in der Mitte, als Symbol für Christus. Eine der gleichgroßen Kerzen ist schwarz gefärbt und symbolisiert Judas Iskariot. Wahrend der Chawarum-Andacht werden sieben Abschnitte aus den Evangelien verlesen, die das Beten Jesu im Garten Getsemani, den Verrat durch Judas, die Übergabe Jesu in die Hand der Menge, die Verspottung, das Verhör vor dem Hohen Rat, die Verleugnung durch Petrus, die Auslieferung an Pilatus, das Verhör und die Verurteilung durch Pilatus beinhalten.

Nach jeder Lesung werden zwei Kerzen gelöscht. Das symbolisiert die Flucht seiner Jünger, die ihn allein lassen und fliehen. Zum Schluss bleibt nur die große Kerze, die Jesus symbolisiert, der alleingelassen wurde. In diesem Augenblick werden alle Lichter der Kirche gelöscht. Es brennt nur die Jesus-Kerze. Der Volksmund nennt diesen bewegenden und symbolvollen Gottesdienst auch „Latzi Gischer“ (arm. Լացի գիշեր), das heißt „Die Nacht des Weinens“.