Die Geburt Jesu Christi

O großes und wunderbares Geheimnis, das am heutigen Tag erschien.
Die Hirten singen mit Engeln und geben die frohe Botschaft der Welt:
Es ist ein neuer König in Bethlehem geboren.

O Menschenkinder, singt Loblieder, denn er ist für uns Mensch geworden.
Der Grenzenlose des Himmels und der Erde ist in eine Windel gehüllt,
Vom Vater nicht getrennt ist er in der heiligen Krippe gethront.
Christus ist geboren und erschienen.

Das Weihnachtsfest (arm. Սուրբ Ծնունդ եւ Աստուածայայտնութիւն) ist das fröhliche und beliebte Fest der Armenischen Kirche und des armenischen Volkes, es wird sehr prunkvoll gefeiert. Die Kirche feiert die Geburt des Herrn als ein Fest des Lichtes und der Liebe, der Wahrheit und des Friedens.

Die Armenisch-Apostolische Kirche hat am Vortag der zwei wichtigen Herrenfeste – vor Weihnachten und vor Ostern – spezielle vorfestliche Gottesdienste. Die Abendgottesdienste dieser zwei Tagen bezeichnet man als Dschrakaluytz (arm. Ճրագալոյց). In der volkstümlichen Sprache heißen sie auch Chêtum (arm. Խթում). Der erste Dschrakaluytz im Jahr ist immer am 5. Januar, da die Armenier immer am 6. Januar Weihnachten feiern. Und der zweite Dschrakaluytz ist immer am Sonnabend zum Ostern, also zwischen 22. März und 26. April.

Am Dschrakaluytz-Tag, nach dem Sonnenuntergang, findet in einer eindrucksvollen Atmosphäre die abendliche Hl. Messe statt. Im religiösen Sinne beginnt schon das Fest der Geburt des Herrn. Deshalb singen die Chöre in den armenischen Kirchen den fröhlichen Hymnus: „Christus ist geboren und erschienen“.

Der Vorabend des Festes wird Dschrakaluytz genannt, weil es ein Brauch war und ist, dass die Gläubigen während des Abendgottesdienstes in ihren Händen Öllampen bzw. Kerzen tragen. „Dschrakaluytz“ ist ein armenisches Wort, das eine Zusammensetzung von zwei Wörtern ist: „Dschrak“ und „Letznel“. Wörtlich bedeutet es: „Die Lampen mit Öl füllen“.

Es war und ist ein Brauch, in den Häusern während dieser Nacht eine Öllampe bzw. Kerze brennen zu lassen. Dies ist keine zufällige Tradition. Symbolisch erinnert diese brennende Lampe an den Stern, der in der Nacht der Geburt von Jesus Christus im Himmel leuchtete und die Hirten zur Krippe des Herrn leitete. Die brennende Lampe oder Kerze, die leuchtet, symbolisiert Jesus Christus, der von sich gesagt hat: „Ich bin das Licht der Welt“ (Joh 8, 12). Und wenn wir das Fest der Heiligen Geburt des Herrn feiern und eine Kerze oder eine Lampe anzünden, erinnern wir uns an diese Worte.

In den armenischen Weihnachtstagen, die bis zum 13. Januar dauern, singt man in den armenischen Kirchen das Weihnachtslied „O großes und wunderbares Geheimnis“ (arm. Խորհուրդ մեծ եւ սքանչելի), das der armenische Geschichtsschreiber Movses Chorenatzi im Jahre 441 schrieb.

Aus: S. Isakhanyan, Armenisch-Apostolische Orthodoxe Kirche, Etschmiadzin, 2012

Das Weihnachtsfest (arm. Սուրբ Ծնունդ եւ Աստուածայայտնութիւն) ist das fröhliche und beliebte Fest der Armenischen Kirche und des armenischen Volkes, es wird sehr prunkvoll gefeiert. Die Kirche feiert die Geburt des Herrn als ein Fest des Lichtes und der Liebe, der Wahrheit und des Friedens.

Die Armenisch-Apostolische Kirche hat am Vortag der zwei wichtigen Herrenfeste – vor Weihnachten und vor Ostern – spezielle vorfestliche Gottesdienste. Die Abendgottesdienste dieser zwei Tagen bezeichnet man als Dschrakaluytz (arm. Ճրագալոյց). In der volkstümlichen Sprache heißen sie auch Chêtum (arm. Խթում). Der erste Dschrakaluytz im Jahr ist immer am 5. Januar, da die Armenier immer am 6. Januar Weihnachten feiern. Und der zweite Dschrakaluytz ist immer am Sonnabend zum Ostern, also zwischen 22. März und 26. April.

Am Dschrakaluytz-Tag, nach dem Sonnenuntergang, findet in einer eindrucksvollen Atmosphäre die abendliche Hl. Messe statt. Im religiösen Sinne beginnt schon das Fest der Geburt des Herrn. Deshalb singen die Chöre in den armenischen Kirchen den fröhlichen Hymnus: „Christus ist geboren und erschienen“.

Der Vorabend des Festes wird Dschrakaluytz genannt, weil es ein Brauch war und ist, dass die Gläubigen während des Abendgottesdienstes in ihren Händen Öllampen bzw. Kerzen tragen. „Dschrakaluytz“ ist ein armenisches Wort, das eine Zusammensetzung von zwei Wörtern ist: „Dschrak“ und „Letznel“. Wörtlich bedeutet es: „Die Lampen mit Öl füllen“.

Es war und ist ein Brauch, in den Häusern während dieser Nacht eine Öllampe bzw. Kerze brennen zu lassen. Dies ist keine zufällige Tradition. Symbolisch erinnert diese brennende Lampe an den Stern, der in der Nacht der Geburt von Jesus Christus im Himmel leuchtete und die Hirten zur Krippe des Herrn leitete. Die brennende Lampe oder Kerze, die leuchtet, symbolisiert Jesus Christus, der von sich gesagt hat: „Ich bin das Licht der Welt“ (Joh 8, 12). Und wenn wir das Fest der Heiligen Geburt des Herrn feiern und eine Kerze oder eine Lampe anzünden, erinnern wir uns an diese Worte.

In den armenischen Weihnachtstagen, die bis zum 13. Januar dauern, singt man in den armenischen Kirchen das Weihnachtslied „O großes und wunderbares Geheimnis“ (arm. Խորհուրդ մեծ եւ սքանչելի), das der armenische Geschichtsschreiber Movses Chorenatzi im Jahre 441 schrieb.

Aus: S. Isakhanyan, Armenisch-Apostolische Orthodoxe Kirche, Etschmiadzin, 2012

Warum am 6. Januar?

Das Weihnachtsdatum ist keine dogmatische Frage, sondern ist mit den Kalenderzählungen verbunden. Hier soll man betonen, dass in der Vergangenheit, seit dem Beginn der Christenheit bis zum 4. Jahrhundert, bei manchen Kirchen bis zum 5. Jahrhundert, alle christlichen Kirchen die Geburt und die Taufe von Jesus Christus als ein gemeinsames und von einander nicht trennbares Fest am 6. Januar gefeiert und das gemeinsame Fest als Fest der Gottesoffenbarung (Theophanie bzw. Epiphanie) bezeichnet haben. Unter diesem Begriff haben die Kirchen sowohl die Geburt als auch die Taufe des Herrn verstanden, weil Jesus Christus in den beiden Ereignissen als Sohn Gottes der Menschheit offenbart wurde. Deshalb betrachtete man beides als miteinander eng verbundene und untrennbare Ereignisse, die sich auch gegenseitig vervollständigten, und feierte beides am selben Tag.

Im 4. und 5. Jahrhundert haben fast alle Kirchen aus unterschiedlichen kalendarischen, praktischen oder kirchenpolitischen Gründen das Fest der Geburt, also Weihnachten, auf den 25. Dezember vorverlegt. Und der 6. Januar blieb als Fest der Taufe des Herrn (Epiphanie). Die endgültige Entscheidung darüber ist im Kirchenkonzil von Chalcedon gefallen, an dem die Armenische Kirche nicht teilgenommen hat, weil unsere Vorfahren in Armenien einen wichtigen Kampf „für die Verteidigung des Glaubens und der Heimat“ gegen Persien führten. Als Jahre später die Beschlüsse dieses Konzils Armenien erreichten, haben unsere Kirchenväter die Begründungen mancher wichtiger Entscheidungen als nicht ausreichend und theologisch richtig betrachtet und daher abgelehnt. Auch die Vorverlegung des Weihnachtsfestes hat unsere Kirche nicht akzeptiert und ist bis heute der alten Tradition des Frühchristentums treu geblieben.

Am 6. Januar findet in der Armenischen Kirche nach der Hl. Weihnachtsmesse eine Wasserweihe (arm. Ջրօրհնէք) als Zeichen der Taufe Jesu Christi statt.

Wie schon erwähnt wurde, ist die Taufe Christi für das Christentum ein genauso wichtiges Ereignis wie seine Geburt. Diese Wichtigkeit wird bis heute betont, wenn auch die beiden Feste voneinander getrennt wurden. Die Taufe von Jesus Christus wurde im Fluss Jordan durch den Propheten Johannes vollzogen. Deshalb nennt man diesen Propheten auch Johannes der Täufer. Zur Erinnerung und als symbolisches Zeichen dieses Taufereignisses des Herrn findet in der Armenischen Kirche die oben erwähnte Zeremonie in Form einer Wasserweihe statt. Es soll erwähnt werden, dass diese Zeremonie in Vergangenheit unter freiem Himmel, am Ufer eines Flusses, stattgefunden hat. Mit der Zeit hat man aus praktischen und klimatischen Gründen aufgehört, die Zeremonie der Wasserweihe unter freiem Himmel abzuhalten.

Die weihnachtlichen Gottesdienste und Andachten dauern in der armenischen Kirche acht Tage, bis zum 13. Januar. Diese Tage nennt man „Weihnachtliche Achttage“. Am 13. Januar schließt man die Weihnachtsfeier mit dem Feiern des Namenstages von Jesus. Laut dem Neuen Testament bedeutet der Name Jesus „Em-Manuel“, das heißt „Gott ist mit uns“. Bei den Armeniern war es niemals üblich, einen Sterblichen Jesus zu nennen. Bei anderen Völkern, insbesondere bei den Lateinamerikanern, begegnet man vielen, die diesen Namen tragen.

An diesen Achttagen begrüßt man sich wie folgt: Der Grüßende spricht den folgenden Satz aus: „Christus ist geboren und erschienen“. Der Empfänger des Grußes antwortet: „Gesegnet sei die Erscheinung Christi“ oder „Euch und uns eine frohe Botschaft“.

Weihnachtliche Bräuche

Die vorweihnachtlichen sieben Tage (29. Dezember – 5. Januar) nennt man vorweihnachtliche Fastenwoche. Man soll sich körperlich und seelisch zum wichtigsten Fest der Heiligen Geburt vorbereiten. Nach dem Sonnenuntergang soll man zur Kirche gehen, um dem vorweihnachtlichen Dschrakaluytz-Abendgottesdienst beizuwohnen und die Hl. Kommunion zu empfangen. Nur nach der Heiligen Kommunion darf man das Fasten brechen. Nach dem Besuch der Kirche sollen alle nach Hause kommen, zu einem gemeinsamen Abendessen. Das Hauptgericht soll am diesen Abend Fisch sein. Auf dem Tisch soll eine Kerze stehen.