Ökumene 2017-03-08T08:13:34+00:00

Ökuemene

„Auf unserem europäischen Kontinent zwischen Atlantik und Ural, zwischen Nordkap und Mittelmeer, der heute mehr denn je durch eine plurale Kultur geprägt wird, wollen wir mit dem Evangelium für die Würde der menschlichen Person als Gottes Ebenbild eintreten und als Kirchen gemeinsam dazu beitragen, Völker und Kulturen zu versöhnen.“
Charta Oecumenica, Präambel

Die ökumenische Bewegung

Die Spaltung der Kirche ist ein schmerzendes Thema für alle traditionellen Kirchen. Obwohl in der Geschichte mehrere Versuche aus verschiedenen Seiten unternommen wurden die Einheit der Kirchen wiederherzustellen war es erst der Anfang des 20. Jahrhunderts welches sichtbar die ökumenischen Beziehungen zwischen den Kirchen zu verbessern versuchte. Besonders der Zweite Weltkrieg hat die Kirchen erschüttert. Ein neues Nachdenken über die Möglichkeiten der Zusammenarbeit der Kirchen begann. Ziel dieser neuen ökumenischen Bewegung war es, die Kirchen „zu gemeinsamem Zeugnis und Dienst“ zu vereinen. Neben dem weltweiten Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) bildeten sich in vielen Ländern Nationale Kirchen- und Christenräte.

Obwohl die Armenische Apostolische Kirche unter westlichen katholischen wie evangelischen und östlichen, vor allem russisch-orthodoxen Missionsanstrengungen im christlichen Osten gelitten haben, hat sie die ökumenische Herausforderung ernst genommen. Nach ihrer festen Überzeugung ist es Gottes Wille, dass sie mit ihren ökumenischen Partnern zusammenkommt für ein gemeinsames Gebet, einen lebendigen Dialog und gemeinsames Handeln.

Die Armenische Apostolische Kirche ist sein 1962 Mitglied des Ökumenischen Rates der Kirchen. Es ist vielleicht das umfassendste Instrument der ökumenischen Bewegung, welches einen globalen Rahmen für enge und ernsthafte Beziehungen und Zusammenarbeit mit anderen Kirchen bietet.

Aber auch vor Ort ist die Armenische Kirche immer offen für den ökumenischen Dialog und ökumenische Zusammenarbeit. Konkret in Deutschland ist die Armenische Apostolische Kirche sehr aktiv in der Ökumene. Seit der Gründung der Diözese der Armenischen Kirche in Deutschland ist sie Mitglied der Arbeitsgemeinschaft der christlichen Kirchen in Deutschland.

Ökumene und wir

Die Armenische Gemeinde Baden-Württemberg ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft der christlichen Kirchen in Baden-Württemberg (ACK BW), sowie in den örtlichen ACKs in Göppingen, Stuttgart und Kehl.

Einundzwanzig Kirchen und kirchliche Gemeinschaften arbeiten in der 1973 gegründeten »Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Baden-Württemberg « (ACK) zusammen. Fundament dafür sind die Bibel und das Glaubensbekenntnis von Nizäa-Konstantinopel. Seit ihrer Gründung ist die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Baden-Württemberg einem vierfachen Ziel verpflichtet:

  • Sie bemüht sich um eine geistliche und theologische Grundlegung ökumenischer Zusammenarbeit.
  • Sie sorgt für authentische Information über ihre Mitglieder.
  • Sie ist bestrebt, ein Klima zwischenkirchlichen Vertrauens zu schaffen, ökumenisches Bewusstsein zu bilden und zu vertiefen und gemeinsame Verantwortung wahrzunehmen.
  • Sie entwickelt, fördert und koordiniert ökumenische Studien, Initiativen und Aktionen in ihrem Bereich.

Neben der Kooperation mit dem ACK ist die Armenische Gemeinde Baden-Württemberg Mitglied des Internationalen Konvents Christlicher Gemeinden in Baden (IKCG in Baden) und des Internationalen Konvents christlicher Gemeinden in Württemberg.

Ökumenische Begegnungen, Gottesdienste, Veranstaltungen und Kooperationen stehen immer auf der Tagesordnung der Armenischen Gemeinde in  Baden-Württemberg.

Was uns eint und was unst trennt

Grundlage für die Lehre der armenischen Kirche sind das Alte und das Neue Testament, die Beschlüsse der ersten drei Ökumenischen Konzilien von Nicäa 325, von Konstantinopel 385 und von Ephesus 431 sowie die Beschlüsse der Konzile der Armenischen Kirche.

Die Armenische Kirche lehnt die Beschlüsse des Konzils von Chalzedon (451) ab. Demzufolge betrachtet die Armenische Kirche auch die weiteren Ökumenischen Konzile der Byzantinisch-Orthodoxen Kirchen (7 Konzile) bzw. der Römisch-Katholischen Kirche (23 Konzile) als nicht Ökumenisch bzw. Universal.

In Anbetracht der Ablehnung von Chalzedon hat man der Armenischen Kirche die Irrlehre des Monophysitismus  vorgeworfen, eine Unterstellung, welche die Armenische Kirche zurückweist. Sie bekennt, in Einklang mit den ersten drei Konzilien (Nizäa 325, Konstantinopel 381 und Ephesus 431) den Jesus Christus, den Menschgewordenen Sohn Gottes, in dem sich die göttliche und die menschliche Natur vereinigt haben. Der Glaube der armenischen Kirche nach ist der menschgewordene Sohn Gottes „ein Wesen, eine Person, eine Hypostase, eine gottmenschliche Natur, in der aber die göttliche und die menschliche Naturen Christi untrennbar und unvermischt vereinigt wurden“. Mit dieser Formel soll nichts anderes als die unlösbare Einheit beider Naturen in Christus zum Ausdruck gebracht werden. Eine Einheit, in der keine von den beiden Naturen eine Verminderung zugeschrieben wird.

Die Armenische Kirche lehrt, dass die dritte Person der Trinität (d. h. Dreieinigkeit), der Heilige Geist, nur vom Vater ausgeht und lehnt die Lehre der Philioquie ab, womit behauptet wird, dass der Hl. Geist sowohl vom Vater als auch vom Sohn hervorgeht. Dies war eine der Hauptgründe, die zur Kirchenspaltung vom 1054 geführt hat.

Die Armenische Kirche glaubt an die Fürsprache der Heiligen. Sie glaubt, dass Menschen, die während ihres irdischen Lebens gläubig und sündenfrei waren, ein reines und makelloses Leben geführt und ihr Leben Gott und Christus gewidmet haben oder wegen ihres unerschütterlichen Glaubens verfolgt, gefoltert wurden oder gar den Märtyrertod gestorben sind, die Würde erhalten, Heilig gesprochen zu werden. Die Kirche reiht diese Persönlichkeiten in die Reihe der Heiligen wie z. B. die Gottesgebärerin Maria, alle Apostel, Gregor der Erleuchter, Mesrop Mashdotz, Sahak Bartev, Vardan Mamikonian, Grigor Narekatzi, Nerses Schnorhali und viele andere.

Die Armenische Kirche hat einen besonderen Gottesdienst für Entschlafene, so genannte Seelenmesse (arm. Hogehangist). In diesem Gottesdienst verlässt sich die Kirche auf die Gnade Gottes und betet für die Errettung der Seelen der Entschlafenen. Natürlicherweise glaubt die armenische Kirche, dass nur im Glauben Entschlafene der Errettung würdig werden, die in ihrem irdischen Leben entsprechend der Lehren des Herrn gelebt, und auch wenn sie Fehler und Sünden begangen hatten, aber diese bereut haben. Aber oft verlassen uns auch Menschen, die zwar geglaubt haben, jedoch trotzdem unvollkommen waren. Es ist nicht die Kirche, die die Herzen der Menschen prüft, sondern Gott selbst. Daher betet sie für alle Entschlafenen.

Die Armenische Kirche kann nicht akzeptieren, dass der Papst ein Stellvertreter Christi auf der Erde ist, welches Oberhaupt und Leiter der gesamten christlichen Kirche ist. Die Armenische Kirche kann auch die Unfehlbarkeit des Papstes nicht akzeptieren. Sie vertritt die Meinung, dass jeder Mensch, ganz gleich welche Stellung und welchen Rang er besitzt, auf menschlich-natürlicher Weise Fehler machen und falsche Entscheidungen treffen kann.

Die Armenische Kirche kann auch die Lehre der Römisch-Katholischen Kirche über die unbefleckte Empfängnis von Maria nicht akzeptieren. Obwohl auch die Armenische Kirche die Gottes-mutter als höchste Heilige der Kirche ehrt, kann aber nicht annehmen, dass Maria ohne die Erbsünde geboren wurde. Sie unterstreicht, dass Maria Mensch war und, wie jeder andere Mensch auch, mit der Erbsünde geboren wurde. Sie wurde aber von Gott der hohen Ehre würdig gefunden, Mutter des Erlösers zu sein.

Die christlichen Kirchen haben unterschiedliche Meinungen und Haltungen Bildern gegenüber. In der Kirchengeschichte führte die Bilderfrage auch zu Meinungsverschiedenheiten und Problemen zwischen den Kirchen. Aus den Meinungsverschiedenheiten sind zwei Gruppen hervorgegangen. Eine Gruppe, die Bilder in der Kirche grundsätzlich ablehnt und eine andere, die die Bilder verehren. Insbesondere die byzantinischen Kirchen waren diejenigen, die gegen die Bilderablehnende Haltung mancher Kirchen am härtesten gekämpft haben. In diesen Kirchen ist die Bilderverehrung so weit verbreitet, dass man von „Bilderanbetung“ sprechen kann. Diese Kirchen haben besondere Bilder, die „Ikonen“ genannt werden und sie verehren diese Ikonen in besonderer Weise. Die Armenische Kirche lehnt Bilder in der Kirche keineswegs ab, ist aber nicht so streng, wie die byzantinischen Kirchen. Unsere Kirche ehrt die Bilder in der Kirche und glaubt, dass die Bilder (von Jesus Christus oder Heiligen) nur eine Hilfe zum Gebet sind. Der armenische Gläubige betet an die Dreieinigkeit oder an eine ihrer drei Personen, den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist.

Damit die Bilder, die in der Kirche angebracht werden, sich von gewöhnlichen Bildern unterscheiden, weiht die armenische Kirche diese mit dem Myronöl. Erst wenn sie gesegnet und geweiht sind, dürfen Bilder in der Kirche aufgehängt werden.

Die Armenisch-Apostolische Kirche blieb in der Vergangenheit und bleibt heute fest davon überzeugt, dass die  geistliche und praktische Einheit der Kirche Christi verwirklicht wird, wenn die unterschiedlichen „Zweige“ der Kirche Christi ihre Beziehungen auf einer Grundlage der gegenseitigen Achtung und des Verständnisses der unterschiedlichen historischen Entwicklungen aufbauen. Einen Leitspruch für die Schaffung der Einheit der Kirche Christi, der auch heute gilt, gab uns der armenische Katholikos, der Hl. Nerses Schnorhali, im 12. Jahrhundert, indem er im Sinne des großen Kirchenvaters Augustin sagte:
„Einheit in allem Notwendigen, Freiheit in allem Zweifelhaften, Liebe in allem“.

Neues aus ÖRK

Wihtige Adressen

ÖRK
ACK BW
IKCG in Baden
IKCG in Württemberg


Veranstaltungen

Tag der weltweiten Kirche


Wichtige Dokumente

CHARTA OECUMENICA
TAUFANERKENNUNG
FRIEDENS-APLELL DER ACK BW

CHRISTEN UND MUSLIME


Die Lesung der Heiligen Schrift ist eine tägliche Aufgabe jedes Christen.
Hier geht’s weiter zur armenischen Bibelgesellschaft…

Eine Sammlung von online Predigten, Gottesdiensten, Bibelstunden, Gesprächen…

Willkommen in die Online Bibliothek mit geistlicher Literatur in deutscher und armenischer Sprache…

Lassen Sie sich inspirieren! Wir haben für Sie einige Empfehlungen von Büchern, die Sie unbedingt lesen sollten. Viel Spaß dabei!

Wie trete ich in die Armenische Kirche ein? Erhalten Sie hier mehr Infos über die Initiation in die Armenische Apostolische Kirche.

Werden Sie Mitglied unserer Diözese und unterstützen Sie die Arbeit Ihrer Kirche. Hier bekommen Sie ausführliche Infos über Mitgliedschaft und Förderung.