Der Hl. Johannes von Antiochia lebte von 344 bis 407. Er war Erzbischof von Konstantinopel (397 – 403) und gilt als einer der größten Prediger der Kirche. Seine Reden begeisterten Alt und Jung, deshalb wurde ihm der Beiname „Chrysostomos“ (Goldmund) verliehen.

Im Jahre 369 wurde Johannes getauft. 375 wurde er zum Lektor geweiht und dem antiochenischen Klerus zugeteilt. Sein Enthusiasmus für das Mönchtum bewog ihn zum Eintritt in ein Kloster, das er aber nach vier Jahren verließ, um Eremit zu werden. Im Jahre 381 wurde Johannes zum Diakon geweiht, 386 zum Priester.

Der Hl. Johannes predigte in der Bischofskirche. Durch sein zündendes Wort erreicht er eine seelsorgerische Tiefenwirkung, die ihm den Ehrennamen Chrysostomos (Goldmund) einbracht. Nach dem Tod des Bischofs Nektarios von Konstantinopel wurde er 398, für ihn selbst überraschend, sein Nachfolger. Als undiplomatischer Mann geriet er in schwere Kämpfe mit dem intrigenreichen Hof und mit manchem Amtskollegen. Er entwickelte aber eine eifrige Seelsorgetätigkeit. Den zahlreichen Goten in der Hauptstadt gab er einen eigenen Klerus, der in ihrer Sprache predigte und dazu ein eigenes Gotteshaus erhielt.

Er veranlasste den Bau von Hospizen und Spitälern für die Armen und Kranken. Er kümmerte sich um die Mission in Thrakien und in Phönikien. Die Vornehmen ermahnte er, ihre Pflichten zu erfüllen und macht sie damit zu seinen Gegnern. In der Folge wandten sich die Kaiserin Eudokia und einige Bischöfe gegen ihn. Auf der sogenannten Eichensynode wurde Johannes 403 abgesetzt und verbannt. Die Vertreibung wurde kurzfristig rückgängig gemacht, da die Kaiserin eine Fehlgeburt erlitten und sie das als Strafe für die Verbannung aufgefasst hatte. Dann aber wurde er erneut verbannt, diesmal nach Kukusus an der armenischen Grenze. Hier lebte er drei Jahre und stärkte durch seine Briefe die ihm treu gebliebene Gemeinde. Der Kaiser ließ ihn deshalb in strengeren Gewahrsam nehmen und nach Pityus ans schwarze Meer bringen. Auf dem Weg dorthin starb er am 14. September 407. Wahrscheinlich war sein Tod beabsichtigt, da man um seinen gesundheitlichen Zustand wusste.

Werke des Hl. Johannes Chrysostomos auf Deutsch
können Sie u.a. hier online lesen: Bibliothek der Kirchenväter.


Quelle: http://www.kathpedia.com/