Berc Takesian ist ein Unternehmer aus Burladingen, der zum Vorstandsvorsitzenden der Armenischen Gemeinde Baden-Württemberg e.V. gewählt wurde. Er ist am 05.07.1954 in Istanbul/ Türkei geboren und lebt seit 1966 in Deutschland. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und ein Enkelkind (Red. AGBW).

Herr Takesian, Sie engagieren sich im neu gewählten Vorstand und wurden zum Vorsitzenden gewählt. Was motiviert Sie zu diesem Ehrenamt?

Die Kirchengemeinde ist unsere Heimat.  Es ist mir deshalb wichtig, durch meine Mitarbeit die Armenische Gemeinde in Baden-Württemberg mitzugestalten und mich für das Wohl der Gemeinschaft einzubringen. Kirche bedeutet ja Gemeinschaft, und sie lebt vom Mitmachen.

Welches sind Ihre Schwerpunkte in der Gemeindearbeit?

Mein Wunsch ist es, dass wir eine funktionierende und aktive Gemeinde haben. Das erfordert eine perfekte Organisation der Gemeindearbeit. Darüber hinaus möchten wir mit unserem Gemeindepfarrer und Vorstand den Gemeindemitgliedern und den Freunden unserer Gemeinde signalisieren, dass sie bei uns willkommen sind, dass die Gemeinde sich für sie interessiert und sie wertschätzt. Darauf will ich mich konzentrieren.

Als Vorstandsvorsitzender sind Sie ständig im Kontakt mit dem Gemeindepfarrer. Wie beschreiben Sie die Zusammenarbeit zwischen Pfarrer und Vorstand?

Wir sind im ständigen und sehr guten Kontakt miteinander. Unser Pfarrer will möglichst viel in der Gemeinde bewegen. Er engagiert sich in vielen Bereichen und hat Zukunftsvisionen, die wir als Vorstand unterstützen möchten. Manchmal aber reicht uns die Zeit nicht, um alles, was wir gemeinsam planen, umzusetzen. Wir sind im Vorstand alle berufstätig. Ich hoffe aber, dass wir das Meiste miteinander hinbekommen. Wir sind ein gutes Team und können uns aufeinander verlassen.

Als Vorsitzender einer breit zerstreuten Gemeinde müssen Sie viele Kilometer hinter sich lassen. Was gibt Ihnen Kraft Aktiv und Mobil zu sein für die Gemeinde?

Da haben Sie recht. Nicht nur ich, sondern fast alle Vorstandsmitglieder haben weite Wege zu fahren. Für die Gemeindearbeit fahre ich im durchschnitt monatlich ca. 600 km hin und her. Das erfordert viel Kraft. Die bekomme ich wenn ich eine volle Kirche sehe oder wenn unsere Veranstaltungen gut besucht werden. Damit wir z. B. ein einstündiges Konzert genießen können, müssen wir Monate lang alles ausführlich organisieren. Die Menschen merken die organisatorische Arbeiten oft kaum. Wenn sie aber zu den Veranstaltungen kommen und sich bei uns bedanken, dann wissen wir, dass wir alles richtig gemacht haben. Eine besondere Rolle spielt für mich aber auch das Gebet.

Wie wichtig ist für Sie das gemeinsame Gebet in der Kirche mit allen Gemeindemitgliedern?

Gott hat die Welt und den Menschen in sechs Tagen geschaffen und am siebten Tag erholte er sich von seiner Arbeit. Wir, seine Schöpfung, sollten diesen Tag heiligen und dem Herrn dienen. Ich und meine Familie arbeiten auch sechs Tage in der Woche und haben nur den Sonntag zur Erholung und diesen Tag nutzen wir, um in die Kirche zu gehen und gemeinsam mit unseren Landsleuten, mit den armenisch-apostolischen Christen, zu beten. Unsere Gottesdienste bereichern einen seelisch und geben Kraft für den Alltag. Es ist mir also ein Herzensanliegen den Gottesdienste unserer Kirche beizuwohnen. Ich kann nur jedem ans Herz legen sonntags in die Kirche zu gehen und die göttliche Energie zu tanken.

Was möchten Sie in Ihrer Amtszeit als Vorsitzender unbedingt erreichen?

Hier in Baden-Württemberg haben wir einen Traum – ein Gemeindehaus und eine Kirche in einer zentralen Lage der Landeshauptstadt Stuttgart zu haben, damit Landsleute aus ganz Baden-Württemberg bequem, mit öffentlichen Verkehrsmitteln, uns erreichen können und hier die Angebote der Gemeinde in Anspruch nehmen können. Es ist wie ein Traum, denn dafür sind enorme finanzielle und menschliche Ressourcen notwendig, die wir leider nicht oder noch nicht haben. Wir werden aber alles, was von uns abhängig ist tun, damit unser Traum eines Tages zur Wirklichkeit wird. Das Konzept des Zentrums steht schon im Großen und Ganzen. Wir müssen viel beten und unermüdlich arbeiten, damit wir dieses Ziel erreichen. Die Unterstützung der Gemeindemitglieder ist in dieser Frage unabdingbar.

Was wünschen Sie den Armeniern in Baden-Württemberg?

Meinen Landsleuten wünsche ich vor allem Einheit und Gottes Segen. Ich wünsche mir und uns allen, dass wir mehr Zeit für das  wichtige Miteinander finden und uns mehr in der Gemeinde engagieren, durch Teilnahme an den Veranstaltungen, durch Mitwirkung, durch Mitgliedschaft und durch Spenden, aber auch durch das gemeinsame Gebet in der Kirche am Sonntag. Die Armenische Kirche ist für uns Identitätsstiftend, das dürfen wir niemals vergessen, auch wenn es nicht einfach ist.  Wir haben eine Jahrhunderte und Jahrtausende alte Tradition geerbt, nun sind wir dran sie an kommende Generationen weiterzugeben․

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