KURZE EINFÜHRUNG

Die Armenische Apostolische Kirche –
das geistliche Zentrum aller Armenier

Die offizielle Bezeichnung unserer Kirche lautet „Apostolische Orthodoxe Heilige Kirche Armeniens“ (arm. Հայաստանեայց Առաքելական Ուղղափառ Սուրբ Եկեղեցի). Aber sie ist allgemein bekannt unter dem Namen „Armenische Apostolische Kirche“ oder „Armenische Orthodoxe Kirche“. Manche bezeichnen die Armenische Kirche auch als „Armenische Gregorianische Kirche“ (arm. Հայ Լուսաւորչական Եկեղեցի) und bezwecken damit, den Ursprung der Armenischen Kirche nur auf den Hl. Gregor den Erleuchter zurückzuführen. Auch wenn wir die Person und das Wirken des Hl. Gregor als unseren Kirchenpatron und ersten Patriarchen ehren, können wir mit dieser Bezeichnung nicht einverstanden sein, da die ersten Erleuchter Armeniens, und somit die Gründer der Armenischen Kirche, die Heiligen Apostel Thaddäus und Bartholomäus sind.

  • Gläubige ca. 9 Millionen, davon fast zwei Drittel in der weltweiten Diaspora
  • Sitz: Hl. Etschmiadzin (Armenien)
  • Oberhaupt: Seine Heiligkeit Karekin II., Oberster Patriarch und Katholikos aller Armenier
  • Diözesen: 42 Diözesen im Katholikosat von Etschmiadzin (9 in Armenien, 15 in Europa, 7 in Amerika, je 3 in Afrika und im Nahen Osten, 4 im Fernen Osten und 1 in Australien); 10 Diözesen, 3 Prälaturen und 1 Vikariat im Katholikosat von Kilikien; das Patriarchat von Jerusalem und das Patriarchat von Konstantinopel
  • Status: autokephal
  • Ritus: armenisch-apostolisch
  • Liturgiesprache: Grabar (Alt-Armenisch)
  • Kalender: Gregorianisch (im Armenischen Patriarchat von Jerusalem: Julianisch)

Mehr als 1700 Jahre Geschichte –
kurz gefasst

Im Jahr 301 wurde das Christentum in Armenien durch den Hl. Gregor den Erleuchter zur Staatsreligion proklamiert. Somit wurde Armenien der erste Staat auf der Welt, in dem das Christentum zur Staatsreligion erhoben wurde. Zahlreiche armenische sowie fremdsprachliche Quellen berichten jedoch auch schon vor 301 über die Verbreitung und die tiefe Verwurzelung des Christentums in Armenien.

Gregor der Erleuchter (arm. Գրիգոր Լուսաւորիչ) wurde nach der Annahme des Christentums als Staatsreligion der erste Katholikos, d.h. das erste Oberhaupt der Armenischen Kirche. In einer visionären Ahnung soll er von Christus den Auftrag bekommen haben, in Wagharshapat, heute St. Etschmiadzin, die Mutterkirche der Armenier zu errichten. „Etschmiadzin“ bedeutet übersetzt: „der Sohn Gottes ist herabgestiegen“. Etschmiadzin, rund zwanzig Kilometer von Jerewan entfernt, ist seither das Zentrum der Armenischen Kirche.

Die offizielle Ausrufung des Christentums als Staatsreligion in Armenien durch einen König bedeutete jedoch nicht, dass das Christentum nach dem Märtyrertod der Apostel aus Armenien wieder verschwunden wäre. Die Missionierungsarbeit der Apostel wurde in den darauffolgenden zwei Jahrhunderten von anderen Predigern, die meist mit dem Leben zahlen mussten, fortgeführt.

Zweifellos war die Übersetzung der Bibel ins Armenische der entscheidende praktische Schritt im Prozess der Bekehrung Armeniens zum Christentum. Die Voraussetzung zu diesem Schritt wurde erst im Jahre 406 mit der Entwicklung des armenischen Alphabets durch den Hl. Mesrop Maschtotz geschaffen. Die darauffolgende umfangreiche Übersetzungsbewegung, tatkräftig unterstützt vom Katholikos Hl. Sahak Bartev und dem König Vramschapuh, brachte eine armenische Nationalliteratur hervor, die sich nicht nur auf die wichtigsten Werke der Kirchenväter beschränkte. Diese Zeit des kulturellen und geistigen Umbruchs in Armenien wird in der armenischen Geschichte als das „goldene Zeitalter“ bezeichnet.

Das 5. Jahrhundert war jedoch auch ein schicksalhaftes Jahrhundert. Die Armenier mussten die Tiefe ihres christlichen Glaubens unter Beweis stellen. Dies war nicht erstmalig und, wie uns die Geschichte zeigt, ist es auch nicht letztmalig gewesen. Der Feind war der Sassanidenkönig Yazkert II. (438-457), der neben seinen politischen Bestrebungen Armenien zum Mazdaismus bekehren wollte. Im Jahre 451 befehligte der General (auf Armenisch: Sparapet) Vardan Mamikonian (370-451) auf dem Schlachtfeld von Avarayr die armenische Armee gegen ein weit überlegenes Heer des persischen Königs (auf Persisch: Schah). Der General und der größte Teil seiner Armee mussten ihr Leben um des Glaubens und der Heimat Willen hingeben. Die Armenische Kirche gedenkt jedes Jahr dieses Ereignisses mit einer großen Feier, die „Surb Vardanank“ heißt.

Für die Armenier liegt die Wichtigkeit dieses Ereignisses in erster Linie nicht in seiner politischen oder militärischen Bedeutung, sondern vielmehr im Scheitern des Plans von König Yazgert II., Armenien zum Mazdaismus zu bekehren. Als Antwort an den persischen König, der sie zwingen wollte, ihren christlichen Glauben zu verleugnen, schrieben sie: „Von diesem Glauben kann uns niemand abbringen, weder Engel noch Menschen, weder Schwert noch Feuer, noch Wasser, noch irgendeine Art grausamer Folter“. In seinen letzten Worten vor der Schlacht sagte Vardan Mamikonian zu seinen Kameraden: „Der Feind nahm an, dass wir das Christentum nur als ein Gewand tragen: Nun wird ihm deutlich, dass er unsere Hautfarbe nicht ändern kann“. Es ist somit eindeutig, dass der christliche Glaube im 5. Jahrhundert bereits zum festen Bestandteil der armenischen gesellschaftlichen Strukturen geworden war.

Mehr als 1700 Jahre Geschichte –
kurz gefasst

Im Jahr 301 wurde das Christentum in Armenien durch den Hl. Gregor den Erleuchter zur Staatsreligion proklamiert. Somit wurde Armenien der erste Staat auf der Welt, in dem das Christentum zur Staatsreligion erhoben wurde. Zahlreiche armenische sowie fremdsprachliche Quellen berichten jedoch auch schon vor 301 über die Verbreitung und die tiefe Verwurzelung des Christentums in Armenien.

Gregor der Erleuchter (arm. Գրիգոր Լուսաւորիչ) wurde nach der Annahme des Christentums als Staatsreligion der erste Katholikos, d.h. das erste Oberhaupt der Armenischen Kirche. In einer visionären Ahnung soll er von Christus den Auftrag bekommen haben, in Wagharshapat, heute St. Etschmiadzin, die Mutterkirche der Armenier zu errichten. „Etschmiadzin“ bedeutet übersetzt: „der Sohn Gottes ist herabgestiegen“. Etschmiadzin, rund zwanzig Kilometer von Jerewan entfernt, ist seither das Zentrum der Armenischen Kirche.

Die offizielle Ausrufung des Christentums als Staatsreligion in Armenien durch einen König bedeutete jedoch nicht, dass das Christentum nach dem Märtyrertod der Apostel aus Armenien wieder verschwunden wäre. Die Missionierungsarbeit der Apostel wurde in den darauffolgenden zwei Jahrhunderten von anderen Predigern, die meist mit dem Leben zahlen mussten, fortgeführt.

Zweifellos war die Übersetzung der Bibel ins Armenische der entscheidende praktische Schritt im Prozess der Bekehrung Armeniens zum Christentum. Die Voraussetzung zu diesem Schritt wurde erst im Jahre 406 mit der Entwicklung des armenischen Alphabets durch den Hl. Mesrop Maschtotz geschaffen. Die darauffolgende umfangreiche Übersetzungsbewegung, tatkräftig unterstützt vom Katholikos Hl. Sahak Bartev und dem König Vramschapuh, brachte eine armenische Nationalliteratur hervor, die sich nicht nur auf die wichtigsten Werke der Kirchenväter beschränkte. Diese Zeit des kulturellen und geistigen Umbruchs in Armenien wird in der armenischen Geschichte als das „goldene Zeitalter“ bezeichnet.

Das 5. Jahrhundert war jedoch auch ein schicksalhaftes Jahrhundert. Die Armenier mussten die Tiefe ihres christlichen Glaubens unter Beweis stellen. Dies war nicht erstmalig und, wie uns die Geschichte zeigt, ist es auch nicht letztmalig gewesen. Der Feind war der Sassanidenkönig Yazkert II. (438-457), der neben seinen politischen Bestrebungen Armenien zum Mazdaismus bekehren wollte. Im Jahre 451 befehligte der General (auf Armenisch: Sparapet) Vardan Mamikonian (370-451) auf dem Schlachtfeld von Avarayr die armenische Armee gegen ein weit überlegenes Heer des persischen Königs (auf Persisch: Schah). Der General und der größte Teil seiner Armee mussten ihr Leben um des Glaubens und der Heimat Willen hingeben. Die Armenische Kirche gedenkt jedes Jahr dieses Ereignisses mit einer großen Feier, die „Surb Vardanank“ heißt.

Für die Armenier liegt die Wichtigkeit dieses Ereignisses in erster Linie nicht in seiner politischen oder militärischen Bedeutung, sondern vielmehr im Scheitern des Plans von König Yazgert II., Armenien zum Mazdaismus zu bekehren. Als Antwort an den persischen König, der sie zwingen wollte, ihren christlichen Glauben zu verleugnen, schrieben sie: „Von diesem Glauben kann uns niemand abbringen, weder Engel noch Menschen, weder Schwert noch Feuer, noch Wasser, noch irgendeine Art grausamer Folter“. In seinen letzten Worten vor der Schlacht sagte Vardan Mamikonian zu seinen Kameraden: „Der Feind nahm an, dass wir das Christentum nur als ein Gewand tragen: Nun wird ihm deutlich, dass er unsere Hautfarbe nicht ändern kann“. Es ist somit eindeutig, dass der christliche Glaube im 5. Jahrhundert bereits zum festen Bestandteil der armenischen gesellschaftlichen Strukturen geworden war.

Surb Etschmiadzin –
der Muttersitz der Armenischen Kirche

Die Armenische Apostolische Kirche ist autokephal (selbstverwaltend) und gehört der Familie der sog. Orientalischen Orthodoxen Kirchen an. Zu dieser Kirchenfamilie gehören die Koptisch-, Äthiopisch-, Eritreisch- und Syrisch-Orthodoxe Kirche, sowie die Indisch-Malabarischen Kirchen. Seit 1962 ist die Armenische Kirche Mitglied des Weltkirchenrates. Sie hat Mahlgemeinschaft mit den oben erwähnten Orientalischen Orthodoxen Kirchen.

An der Spitze der Kirche steht der Oberste Patriarch und Katholikos Aller Armenier mit Amtssitz in Etschmiadsin. Früher befand sich an der Stelle der heutigen Kathedrale von Etschmiadsin ein heidnischer Tempel, der vor der Einführung des christlichen Glaubens im Lande eine große Rolle spielte. Als zu Beginn des 4. Jahrhunderts der Hl. Gregor den bekannten heidnischen Tempel des Sandaramentkultes zerstört und auf dessen Ruinen eine Kirche errichtet hatte, wurde die Stadt in Edschmiadsin umbenannt und zum Sitz des Katholikos erhoben. Gregor der Erleuchter war der erste Katholikos des Landes. Der Kirchenbau in Etschmiadsin soll bereits im Jahre 301 unter Aufsicht vom Hl. Gregor begonnen haben, die Kirche wurde im Jahre 303 fertiggestellt.

Aus historischen Gründen entstanden in der Armenischen Kirche neben dem Katholikat Aller Armenier auch lokale geistliche Sitze, die in ihren Verwaltungen völlig selbstständig waren und deren Häupter ebenfalls Katholikoi genannt werden. Gegenwärtig gibt es ein solches lokales Katholikat im Libanon. Es ist das Katholikat des Hohen Hauses von Kilikien mit Amtssitz im Beiruter Stadtteil Antelias. Sein Oberhaupt ist Katholikos Aram I., und es untersteht der Jurisdiktion der nahöstlichen Bistümer Beirut, Aleppo, Damaskus und Nicosia.

Neben den oben erwähnten Katholikaten gehören zu den vier hierarchischen Stühlen der Armenischen Kirche seit 1311 auch das armenische Patriarchat von Jerusalem und seit 1461 das armenische Patriarchat von Konstantinopel.

Die National-Kirchliche Versammlung unter dem Vorsitz des Katholikos ist das höchste legislative Organ der Kirche. Weltliche (ca. 70 %) sowie geistliche Delegierte (ca. 30 %) der weltweiten armenischen Diözesen bilden dieses Gremium. Jede Diözese stellt dabei mindestens einen Delegierten.

Der Oberste Geistliche Rat (Synode) ist das exekutive