Kultur 2017-03-04T09:46:42+00:00

Armenische Kulturtage Stuttgart

Zum ersten Mal fanden die Armenischen Kulturtage in der schwäbischen Hauptstadt Stuttgart im Jahre 2011 statt. Anlass war das 20. Jubiläum der Unabhängigkeit der Republik Armenien.

Das Publikum war begeistert und forderte die Organisatoren auf, die Armenischen Kulturtage in Stuttgart zu einem jährlichen Ereignis zu machen. Dass dies in der schönen und kulturell vielfältigen Stadt Stuttgart eine Notwendigkeit war, zeigte auch die Tatsache, dass ganz Wenige von der Existenz der Armenischen Gemeinde in Baden-Württemberg wussten, obwohl die Armenier seit langer Zeit durch ihre für Baden-Württemberg engagierten armenischen bzw. armenisch-stämmigen Wissenschaftler, Künstler und Werkarbeiter ihren Beitrag für das Wohl dieses wunderschönen Landes trugen. Nicht zu vergessen sind aber auch hunderte Kriegsgefangenen, die am Ort des heutigen Großmarktes in Stuttgart als Zwangsarbeiter eingesetzt wurden (darüber zeugt u.a. eine Gedenktafel in Stuttgart), und die in hier der Nachkriegszeit engagierten Armenier, die sich in vielfältiger Art und Weise für Stuttgart und Baden-Württemberg engagierten.

Die breite Öffentlichkeit bekommt durch die Armenischen Kulturtage Stuttgart die Möglichkeit, einen Einblick in das Innenleben der Armenier zu gewinnen. Im Rahmen der Kulturtage werden vier Genres der Musik präsentiert: Jazz, Sakral-, Troubadour- und Volksmusik, sowie klassische armenische und internationale Musik, dargeboten von Künstlerinnen und Künstler aus Armenien und Deutschland. Es finden armenische und ökumenische Gottesdienste statt. So lernt man zum einen das religiöse Leben der Armenier kennen und gleichzeitig sorgt die ökumenische Zusammenarbeit für Freundschaft zwischen Menschen unterschiedlicher Konfessionen. Vorträge und Diskussionen von renommierten Persönlichkeiten berichten über Deutsch-Armenische-Beziehungen sowie über das Leben der Armenischen Gemeinde in Baden-Württemberg, deren Integration in die deutsche Gesellschaft, aber auch über das geschichtliche Schicksal der Armenier informieren soll. Darüber hinaus finden Lesungen, Buchpräsentationen, Symposien, Fotoausstellungen, Schnupperkurse etc. statt, die in einer ganz besonderen Art und Weise Einblicke in das Leben der Armenier gewähren.

Das ganze Projekt wird von Menschen mit Migrationshintergrund konzipiert, organisiert und durchgeführt. Das Programm der Kulturtage ist so konzipiert, dass es ständig zu einem Deutsch-Armenischen Austausch kommt. So werden armenische Werke durch Deutsche präsentiert und deutsche bzw. europäische Werke von Armeniern. Es kommt zu Begegnungen zwischen Künstlern, Menschen und Kulturen.