Palmsonntag

Die dem Auferstehungstag (Ostern) vorausgehende Woche wird in der Armenischen Kirche als Große Woche (arm. Avak Shabat) bezeichnet. Diese Woche wird „Große Woche“ genannt, weil sie den wichtigsten Zeitraum des irdischen Lebens unseres Herrn Jesus Christus – die Lehren der letzten sieben Tage, seine Leiden, seinen Kreuzestod und seine glorreiche Auferstehung unterrichtet. Jeder einzelner Tag dieser Woche wird auch „Groß“ genannt und hat eine symbolische Bedeutung.


Die Große Woche beginnt mit dem Palmsonntag (arm. Dzaghkazart), dem Tag des Einzug Jesu in Jerusalem. Über dieses Ereignis berichten alle vier Evangelien: „Viele Menschen breiteten ihre Kleider auf der Straße aus, andere schnitten Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. Die Leute aber, die vor ihm hergingen und die ihm folgten, riefen: Hosanna dem Sohn Davids! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn. Hosanna in der Höhe!“ (Matt. 21, 8-9; siehe auch Mark. 11, 9-10; Luk. 19, 37-38; Joh. 12, 13).

Der Palmsonntag beginnt in der Armenischen Kirche am Vorabend mit einer Festandacht. Während dieser Andacht wird der Altarvorhang, der seit Bun Barekendan (Fastenzeitbeginn) den Altar schließt, geöffnet, da die Hl. Palmsonntagsmesse beim geöffneten Altar zu zelebrieren ist.

Während der Frühmesse werden mit einer speziellen Zeremonie (arm. Andastan) Oliven-, Palm- bzw. Weidenzweige gesegnet und an die Gemeinde verteilt. Die
Anwesenden bringen die Zweige nach Hause und bewahren sie zu Hause auf, bis zum nächsten Palmsonntag.

Es ist in Armenien in den letzten Jahren zu einem schönen Brauch geworden, mit wilden Feldblumen Kränze zu winden, welche die Kinder bzw. Jugendlichen auf ihren Häuptern tragen.

Der Palmsonntag wurde auf Anordnung Seiner Heiligkeit Garegin II., Katholikos Aller Armenier, zum Tag der Segnung der Kinder erklärt.


2018-03-25T08:25:47+00:00 25 März 2018|