PRESSEMITTEILUNG
29.04.2019 / Stuttgart / AGBW

Armenische Gemeinde Baden-Württemberg in Sorge:
Schändung von Kreuzsteinen befürchtet

die armenischstämmigen Menschen in Baden-Württemberg sind in großer Sorge: Nachdem sie vergangene Woche ihre Gedenkveranstaltung an den Genozid an den Armeniern in Bad Cannstatt aufgrund einer Bombendrohung nicht abhalten konnten, werden jetzt mehrere Fälle von Schändungen armenischer Kreuzsteine bekannt. Die Armenische Gemeinde Baden-Württemberg (AGBW) sieht Hinweise auf ein organisiertes Vorgehen und ruft zu Solidarität und Wachsamkeit auf.

Konkret wurde am Samstag, 27. April auf Youtube ein Videoentdeckt, auf dem ein türkisch sprechender Mann in Braunschweig einen armenischen Kreuzstein bespuckt und auf Türkisch den Völkermord an den Armeniern leugnet. Neben der Schändung des armenischen Kreuzsteins und des Gedenkens an die Opfer des Völkermordes im Jahr 1915 an den Armeniern wird in dem inzwischen gelöschten Video zu weiteren Aktionen aufgerufen. Inzwischen wurde ein weiterer Fall einer Zerstörung eines Kreuzsteins in Erlangen bekannt.

Kreuzsteine (armenisch „Chatschkar) sind kunstvoll behauene Gedächtnissteine und stellen eines der zentralen kulturellen Symbole der Armenier dar. Sie stehen in der Tradition der Armenischen Apostolischen Kirche als Sinnbilder für Kreuzigung und Erlösung. Eine organisierte Beschädigung und Zerstörung ist als eine bewusste Aktion gegen die Armenier, ihre Glaubensausübung, das Gedenken an die Opfer des Völkermordes und an das Kulturerbe der Armenier zu bewerten.

Die AGBW hat unter anderem in Stuttgart einen Kreuzstein im Friedhof Steinhaldenfeld, in Göppingen vor der Armenischen Hl. Kreuz Kirche und in Kehl vor der St. Maria Kirche aufgestellt. Die ganze Gemeinde ist nun in großer Sorge um diese Steine und bittet Politik und Öffentlichkeit um Solidarität, Stellungnahme und Schutz.


Ansprechpartner für Rückfragen:

Armenische Gemeinde Baden-Württemberg e.V.
Pfarrer Dr. Diradur Sardaryan