Vertreibung aus dem Paradies

Verlust des Paradieses. Die Sünde, Ursprung alles Bösen und Ursache unseres Unglücks

Der zweite Sonntag der Großen Fastenzeit in der Armenischen Kirche erhält seinen Namen und seinen Sinn aus dem vorangegangenen Sonntag, der uns an den traurigen Verlust des menschlichen Glücks im Paradies erinnert hat. Der zweite Sonntag setzt die Folgen des menschlichen Verhaltens fort, das letztlich zur Vertreibung aus dem Paradies führt. Lassen Sie uns kurz an die letzten Sätze der biblischen Geschichte erinnern. Auf Gottes Frage antwortete Adam:

„Die Frau, die du mir gegeben hast, hat mir von der Frucht gegeben und ich habe gegessen.“

Auf die gleiche Frage antwortete Eva:

„Die Schlange hat mich versucht und ich habe gegessen.“

Wie viele Menschen treffen wir denn in unserem alltäglichen Leben, die den Mut haben, bei ihrem Versagen auch ihre Verantwortung zuzugeben. Ist es nicht eine menschliche Gewohnheit, immer den anderen für die eigenen Verfehlungen zu beschuldigen und ihm die Verantwortung zuzuschreiben. Wir rechtfertigen unsere Verhaltensweise mit Tausenden von Ausreden, um uns selbst nicht zu beschuldigen. Die Geschichte Adams ist die Geschichte jedes einzelnen, also unsere Tragödie. Diese Geschichte begann im Paradies, fand ihre Fortsetzung in allen Zeiten und wird heute fortgesetzt bis zu jenem Tag, wenn der letzte Mensch zu Erde geworden ist, woraus er gemacht wurde.

So erinnert uns der zweite Sonntag der großen Fastenzeit daran, dass die Sünde, die das Handeln gegen den Willen Gottes ist, das ist, welche uns von der Quelle unseres Glückes, unserem Schöpfer trennt. Die Rückkehr wird verwirklicht durch den Sohn Gottes, der zugleich der „Menschen Sohn“ wurde, damit dem Menschen die Gelegenheit geschaffen wurde, sich von den Krallen der Sünde zu befreien und das verlorene Paradies wiederzufinden. Darüber informiert uns der dritte Sonntag der Fastenzeit.

Archimandrit Serovpe Isakhanyan



 

2018-03-11T08:44:56+00:00 18 Februar 2018|