Weil Jesus Christus am ersten Tag nach dem Sabbat (Markus 16,2) von den Toten auferweckt wurde, feiern Christen den Sonntag als den Tag des Herrn. Der erste der sieben Schöpfungstage ist der Anfang der Schöpfung. Die Auferstehung Jesu Christi ist der Anfang der neuen Schöpfung. So umgreift der Sonntag alte und neue Schöpfung. Wer den Sonntag feiert, bekennt: Christus ist auferstanden, er lebt. Der Sonntag als der erste Tag der Woche drückt die Freude an der alten wie an der neuen Schöpfung aus. Den Dank für die Schöpfung und den Lobpreis für die Auferstehung Christi haben die Christen von Anfang an im Gottesdienst zum Ausdruck gebracht. Die Teilnahme an den Gottesdiensten, vor allem aber am Surb Patarag am Sonntag, wo wir das Kommunion empfangen, ist lebensnotwendig für jeden Christen. Hier ein Wort des Katholikos Johannes Mandakuni über die Teilnahme am Patarag:

Jeder also, der sich ferne hält, bleibt auch fern vom Leibe und Blute Christi, wie er noch zur stärkeren Beteuerung das „Wahrlich“ noch hinzufügt: „Wahrlich, wahrlich sag ich euch, wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht essen und sein Blut nicht trinken werdet, habt ihr das Leben nicht in euch“ (Joh. 6, 54). Das Erbe solcher aber, welche das ewige Leben nicht in sich haben, ist finstere Nacht und das Feuer der Hölle. Denn jeder, der ferne bleibt vom heiligen Sakramente, zieht sich leicht satanische Verwundung zu und bleibt seine Wohnung für immer. Entweder muss die Seele die Gnade des Geistes genießen oder den unreinen Geist aufnehmen: „Der Geist des Herrn wich von Saul, und es quälte ihn ein böser Geist“ (1 Kor. 16, 14). Denn in den Weinberg, der nicht umzäunt ist, dringen verheerende Raubtiere und wilde Schweine ein und richten ihn zugrunde.

Wenn man aber nicht beschützt wird durch das heilige Sakrament, so nehmen die Dämonen Wohnung in den Seelen. So werden sie vertrieben aus der Schar der Engel und geraten in das Lager der Dämonen. Leicht erfassen sie die bösen Geister, quälen ihre Seele, geißeln ihre Leiber, sei es durch Feuer oder Wasser. Habe also wohl acht und lege ab deine Torheit, bessere deine Glaubensschwäche, ermuntere dich zum Eifer aus deiner Trägheit, eile, deine Seele von Sünden zu läutern, mit heiligem Verlangen eile hin zum heiligen geistlichen Tische, damit du deines Christennamens nicht verlustig gehest.

Denn zum Christentum gehört Glaube, Taufe und der Genuss des heiligen Sakramentes; wer davon ferne bleibt und desselben ermangelt, dem mangelt das Christentum, denn Christus sagt, wer mein Fleisch isst, der wird in mir wohnen und ich in ihm (Joh. 6, 57).

Reden des Katholikos Johannes Mandakuni,
Über die Andacht und Ehrfurcht
beim Empfang des Hl. Sakramentes