Primas 2018-04-20T11:31:59+00:00

Serovpé Vartabed Isakhanyan

Am Sonntag, den 15. April 2018, wurde durch die außerordentlich einberufene Diözesan-Delegierten-Versammlung in Köln, H.H. Archimandrit Serovpé Isakhanyan zum neuen Primas der Armenischen Diözese in Deutschland gewählt. Das Wahlergebnis wurde umgehend schriftlich an Seine Heiligkeit Karekin II, Katholikos Aller Armenier, mit der Bitte um Bestätigung, mitgeteilt.

Mit seinem Schreiben vom 19. April 2018 bestätigte Seine Heiligkeit das Wahlergebnis der außerordentlichen DDV und erteilte dem neugewählten Primas, H.H. Serovpé Vartabed Isakhanyan, seinen väterlichen und pontifikalen Segen.

Gott um seinen unerschöpflichen Segen für unseren neuen Primas bittend, rufen wir unsere Gemeinschaft auf, für Hayr Serovpé zu beten, für seine Gesundheit und ein langes Leben, sowie für die Beständigkeit und Wohl unserer heiligen Kirche.

„Erhalte, o himmlischer König, Deine Kirche unerschütterlich und bewahre die Andächtigen Deines Namens in Frieden“.

Erstprimas: Erzbischof Karekin Bekdjian

S. Em. Erzbischof Karekin Bekdjian
Erster Primas der Diözese der Armenischen Kirche in Deutschland

Erzbischof Karekin Bekdjian, mit dem weltlichen Vornamen Dikran, ist am 21.12.1942 in Istanbul geboren. Die Grundschule und die Mittlere Reife besuchte er bei den Wiener Mechitaristen in Istanbul, wo er auch sein Abitur machte. Aufgrund seines innigen Wunsches, Geistlicher zu werden, wurde er im Schuljahr 1959-1960 in die theologische Hochschule Surp Khatsch in Sküdari in Istanbul aufgenommen, wo er 1960, am Fest von Wartanank, durch den damaligen Patriarchen Erzbischof Karekin Khatchaturian die niederen Weihen zum Tbir (Lektor) erhielt.

Ab 1962 wurde er in die geisteswissenschaftliche Fakultät der Istanbuler Universität aufgenommen für das Studium in den Fächern Soziologie und Geschichtswissenschaften. Gleichzeitig besuchte er das neuerrichtete theologische Seminar von Surp Khatsch Tibrevank.

1963 wurde er durch den armenischen Patriarchen Erzbischof Schnorhk Kalustian zum Diakon ordiniert und am 25. Juli 1965 wurde er am Verklärungsfest zum zölibatären Priester (Apegha) geweiht und bekam den geistlichen Namen Karekin, in Erinnerung an den Patriarchen Karekin Khatschaturian, der das theologische Seminar Surp Khatsch Tibrevank gegründet hatte, dessen erster geistlicher Absolvent er wurde.

Im Herbst des selben Jahres reiste Vater Karekin nach Deutschland, um sein Studium an der Bonner Universität fortzusetzen. Ein Jahr später kam er in die Bochumer Universität, um seine höheren Studien in den Fächern Pädagogik und Psychologie zu vervollkommnen.

1970 wurde Vater Karekin wieder durch Patriarch Schnorhk Kalustian zum Wartabeten ordiniert und bekam den Wartabeten-Stab. 1973 reiste mit der Genehmigung des Patriarchen und durch die Einladung der dortigen Gemeinde nach Marseille und übernahm vorerst die Betreuung der Gemeinde Surp Garabet im Stadtteil St. Antoine.

1976 wurde er zum Seelsorger und Pfarrer der armenischen Hauptkirche von Marseille, Sirpotz Tarkmantschatz (Die Hl. Übersetzer), ernannt. Diese Aufgabe hatte er bis April 1991 inne. In seiner Dienstzeit in Marseille führte er wichtige Projekte wie die Gründung des Surp Sahak-Mesrop Chors und Gründung einer Tagesschule durch. Er bereitete für den christlichen Radiosender „Dialog“ religiöse Beiträge für Erwachsene und Kinder. Er unterrichtete Armenische Sprache und veröffentlichte ein Namensbuch für armenische Namen. Gleichzeitig schrieb er Artikel für die Monatszeitschrift „Armenia“.

1991 ernannte ihn der damalige Katholikos Aller Armenier, Vazken I. zum Prälaten der Armenischen Gemeinde in Deutschland und beauftragte ihn mit der Neustrukturierung der Gemeinde und der Gründung einer Diözese, da dieses mit der wachsenden Zahl der Armenier in Deutschland eine Notwendigkeit geworden war.

Mit dem Hl. Enzyklika des Katholikos Vazken I. vom 31. Januar 1992 wurde Vater Karekin Bekdjian zum Primas der in Deutschland lebenden Armenier ernannt. Die u. a. auch von ihm vorbereitete Diözesansatzung wurde am 10. Januar 1994 vom Katholikos Vazken I. bestätigt.

Am 17. Mai 1992 bekam er durch den Patriarchen von Konstantinopel, Erzbischof Karekin Kazandjian, in der Kölner Diözesankirche die Würde des Erz-Wartabeten verliehen. Im September des selben Jahres wurde Vater Karekin vom Katholikos Vazken I. nach St. Etschmiadzin eingeladen und am 27. September zum Bischof geweiht. Als Anerkennung des Dienstes von Bischof Karekin Bekdjian verlieh ihm Katholikos Karekin I. bei seinem Pastoralbesuch 1998 die Würde und Titel des Erzbischofs.

Seit seiner Amtseinführung bis heute wurden in Deutschland 14 Gemeinden gegründet, die Zahl der Geistlichen von 2 auf 6 erhöht und das kirchliche Leben besonders an kirchlichen Festen durch Einladung von Gastgeistlichen bereichert. Erzbischof Karekin weihte Diakone und ordinierte Akolythen, die in den Gemeinden dienen sollen. Durch Anstellung von Angestellten wurde die administrative Arbeit der Diözese ebenfalls geordnet und so kann die Diözesankanzlei den Anforderungen und Wünschen der Armenier in Deutschland besser Gerecht werden.

Erzbischof Bekdjian legt besonderen Wert auf Veröffentlichungen von Büchern und Informationsmaterialien mit verschiedenem religiösen Inhalt, die zu religiösen Erziehung dienen sollen. Durch ihn nahmen die ökumenischen Beziehungen zu den Schwesterkirchen einen neuen Lauf. Die Diözese wurde auf Bundesebene und die ihr angeschlossenen Gemeinden auf lokaler Ebene Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen.

Im Januar 2018 tratt Erzbischof Karekin Bekdjian in wohlverdienten Ruhestand.