Kirche 2017-02-25T06:52:47+00:00

Die Kirche

Etschmiadzin
Katholikos
Medien


  • Gläubige ca. 9 Millionen, davon fast zwei Drittel in der weltweiten Diaspora außerhalb Armeniens
  • Sitz: Hl. Etschmiadzin (Armenien)
  • Oberhaupt: Seine Heiligkeit Karekin II, Oberster Patriarch und Katholikos aller Armenier
  • Diözesen: 42 Diözesen im Katholikosat von Etschmiadzin (9 in Armenien, 15 in Europa, 7 in Amerika, je 3 in Afrika und im Nahen Osten, 4 im Fernen Osten und 1 in Australien); 10 Diözesen, 3 Prälaturen und 1 Vikariat im Katholikosat von Kilikien; das Patriarchat von Jerusalem und das Patriarchat von Konstantinopel
  • Status: Autokephal
  • Ritus: Armenisch Apostolisch
  • Liturgiesprache: Grabar (Alt-Armenisch)
  • Kalender: Gregorianisch (im Armenischen Patriarchat von Jerusalem: Julianisch)

Die offizielle Bezeichnung unserer Kirche ist: „Apostolische Apostolische Orthodoxe Heilige Kirche Armeniens“ (arm. Հայաստանեայց Առաքելական Ուղղափառ Սուրբ Եկեղեցի). Aber sie ist allgemein bekannt unter dem Namen „Armenische Apostolische Kirche“ oder „Armenische Orthodoxe Kirche“. Manche Kirchen bezeichnen die Armenische Kirche auch als „Armenische Gregorianische Kirche“ (arm. Հայ Լուսաւորչական Եկեղեցի) und bezwecken damit, den Ursprung der Armenischen Kirche nur auf den Hl. Gregor den Erleuchter zurück zu führen. Auch wenn wir die Person und das Wirken des Hl. Gregor als unseren Kirchenpatron und ersten Patriarchen ehren, können wir mit dieser Bezeichnung nicht einverstanden sein, da die ersten Erleuchter Armeniens sowie die Gründer der Armenischen Kirche die Aposteln Heiliger Thaddäus und Heiliger Bartholomäus sind. Durch Hl.Gregor den Erleuchter wurde nicht die Armenische Kirche gegründet, sondern das Christentum zur Staatsreligion Armeniens proklamiert.

Somit wurde Armenien der erste Staat auf der Welt,
in dem das Christentum zur Staatsreligion erhoben wurde.

Gregor der Erleuchter (arm. Գրիգոր Լուսաւորիչ) wurde nach der Annahme des Christentums als Staatsreligion der erste Katholikos, d.h. das erste Oberhaupt der Armenischen Kirche. In einer visionären Ahnung soll er von Christus den Auftrag bekommen haben, in Wagharshapat, heute St. Etschmiadzin, die Mutterkirche der Armenier zu errichten. „Etschmiadzin“ bedeutet übersetzt: Sohn Gottes ist herabgestiegen. Diese Kirche, rund zwanzig Kilometer von Jerewan entfernt, ist seither das Zentrum der Armenischen Kirche.

Die offizielle Deklarierung des Christentums zur Staatsreligion in Armenien durch einen König bedeutete jedoch nicht, dass das Christentum nach dem Märtyrertod der Apostel aus Armenien wieder verschwunden wurde. Die Missionierungsarbeit der Apostel wurde in den darauffolgenden zwei Jahrhunderten von anderen, die meist mit dem Leben zahlen mussten, fortgeführt. Zahlreiche armenische sowie fremdsprachliche Quellen vor 301 berichten über die Verbreitung und die tiefe Verwurzelung des Christentums in Armenien.

Zweifellos war die Übersetzung der Bibel ins Armenische der entscheidende praktische Schritt im Prozess der Bekehrung Armeniens zum Christentum. Die Voraussetzung zu diesem Schritt wurde erst im Jahre 406 mit der Entwicklung des armenischen Alphabets durch den Hl. Mesrop Maschtotz geschaffen. Die darauffolgende umfangreiche Übersetzungsbewegung, tatkräftig unterstützt von Katholikos Hl. Sahak Bartev und König Vramschapuh, brachte eine armenische Nationalliteratur hervor, die sich nicht nur auf die wichtigsten Werke der Kirchenväter beschränkte. Diese Zeit des kulturellen und geistigen Umbruchs in Armenien wird in der armenischen Geschichte als das „goldene Zeitalter“ bezeichnet.

Das 5. Jahrhundert war jedoch auch ein schicksalhaftes Jahrhundert. Die Armenier mussten die Tiefe ihres christlichen Glaubens unter Beweis stellen. Dies war nicht erstmalig und, wie uns die Geschichte zeigt, ist es auch nicht letztmalig gewesen. Der Feind war der Sassanidenkönig Yazkert II. (438-457), der neben seinen politischen Bestrebungen Armenien zum Mazdaismus bekehren wollte. Im Jahre 451 auf dem Schlachtfeld von Avarayr führte der armenische General (auf armenische: Sparapet) Vardan Mamikonian (370-451) seine Armee gegen das weit überlegene Heer des persischen Königs (auf persisch: Schah). Der General und der größte Teil seiner Armee mussten ihr Leben um des Glaubens und der Heimat willen hingeben. Die Armenische Kirche gedenkt jedes Jahr dieses Ereignis mit einer großen Feier, welche heißt „Surb Vardanank“.

Für die Armenier liegt die Wichtigkeit dieses Ereignisses in erster Linie nicht in seiner politischen oder militärischen Wirkung, sondern viel mehr im Scheitern des Königs Yazgert II., Armenien zum Mazdaismus zu bekehren. Als Antwort an den persischen König, der sie zwingen wollte, ihren christlichen Glauben zu leugnen, schrieben sie: „Von diesem Glauben kann uns niemand abbringen, weder Engel noch Menschen, weder Schwert noch Feuer, noch Wasser, noch irgendeine Art grausamer Folter“. In seinen letzten Worten vor der Schlacht sagte Vardan Mamikonian zu seinen Kameraden: „Der Feind nahm an, dass wir das Christentum wie ein Gewand anlegen: Nun wird ihm deutlich, das er die Hautfarbe nicht ändern kann“. Es ist eindeutig, dass der christliche Glaube bis zum 5. Jahrhundert ein fester Bestandteil der armenischen gesellschaftlichen Strukturen geworden war.


Weitere Informationen
über die Armenisch-Apostolische Kirche hier als PDF


Hl. Etschmiadzin

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