Katholikos 2017-02-24T07:39:38+00:00

Der Katholikos

Etschmiadzin
Katholikos
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Seine Heiligkeit Karekin II (mit dem weltlichen Namen Kdritch) ist 1951 im Dorf Wosgehad in der Nähe von Etschmiadzin geboren. Dort besuchte er die Grundschule. 1965 wurde er in das Priesterseminar von St. Etschmiadzin aufgenommen und absolvierte dieses 1971 mit Auszeichnung. Nach dem Abschluss seines Studiums im Priesterseminar wurde er zum Assistenten des Rektors des Priesterseminars ernannt und unterrichtete das „Neue Testament“.

1972 wurde er vom Erzbischof Diran Nersoyan zum zölibatären Priester geweiht und bekam den geistlichen Namen Karekin. Im gleichen Jahr wurde er vom Katholikos Wasken I. zur Fortbildung nach Wien entsandt. 1975 wurde er zum Seelsorger der Armenischen Gemeinde in Deutschland ernannt. Gleichzeitig setzte er sein Theologiestudium auf der Universität zu Bonn fort. 1979 kehrte er nach Armenien zurück und wurde gleich vom Katholikos nach Zagorsk entsandt, um an der dortigen russisch-orthodoxen Akademie zu studieren.

1980 wurde Pater Karekin zum Stellvertreter des Vikarbischofs der Diözese Ararat ernannt und 1983 wurde er Generalvikar dieser wichtigen Diözese. Im Oktober desselben Jahres erhielt er die Bischofsweihe und 1992 die Würde und Titel des Erzbischofs.

1989 gründete Karekin Nersesyan das Waskenyan Priesterseminar in Sevan, welches der Diözese Ararat unterstand.

1990 gründete er in seiner Diözese das „Zentrum der christlichen Erziehung“, welches in 56 Schulen im Jurisdiktionsbereich der Diözese Ararat die Erteilung des Religions-unterrichts gewährleistet. 1992 wurden, durch Bemühungen des Erzbischof Karekin Nersesyan, 3 der Pionierpaläste zu Jugendzentren umgebaut, in denen tausende Jugendliche geistliche Erziehung erhielten.

Seit 1990 war  Erzbischof Nersesyan Mitglied des obersten Kirchenrates der Armenischen Kirche.

1995 kandidierte Erzbischof Karekin Nersesyan bei der Wahl des neuen Katholikos. Beim dritten Wahlgang hat er seine Kandidatur zugunsten des Katholikos des Hohen Hauses von Kilikien, S. H. Karekin II., zurückgezogen.

1998 wurde er vom Katholikos Karekin I. zu seinem Stellvertreter ernannt. Als Katholikos Karekin I. 1999 verstarb, wählte die Nationalkirchliche Synode ihn am 27.10.1999 zum 132. Obersten Patriarchen und Katholikos Aller Armenier.

Armenien ist der erste christliche Staat der Welt, denn im Jahr 301 wurde das Christentum zur Staatsreligion erklärt. In diesem Jahr ließen sich König Tiridates III. sowie die ganze Königsfamilie, die Armee und das Volk im Euphrat taufen. Der Täufer Gregor Bartev (229-325) wurde von der Armenischen Apostolischen Kirche und der Römisch-katholischen Kirche unter dem Namen „Heiliger Gregor der Erleuchter“ heilig gesprochen. Es ist jedoch unpassend, die Armenische Kirche „gregorianische Kirche“ zu nennen, denn, wie es einige liturgische Texte formulieren, war der heilige Gregor der „zweite Erleuchter“ nach Bartholomäus und Thaddäus. Gregor stammte aus dem Hause Parthia und wurde durch Bischof Leontios von Cäsarea zum Bischof von Armenien geweiht. Auch der Ursprung der armenischen liturgischen Tradition wird Gregor zugeschrieben. Er wird Erleuchter genannt, weil er durch die Taufe „die Nation mit dem Licht des Evangeliums“ erleuchtete. Er ist der Schutzpatron aller Armenier und Armeniens.

Das Christentum entwickelte sich in Armenien mit staatlicher Unterstützung sehr schnell. Als Zeichen für den Sieg des Christentums über die heidnische Religion wurde in der Stadt Vagharšapat die erste Kirche gebaut, nämlich Edžmiadzin (Bedeutung: „der Eingeborene ist herabgestiegen“).

In Edžmiadzin befindet sich der Sitz des Oberhauptes der Armenischen Kirche. Oberhaupt der Armenischen Kirche ist der Katholikos, der nach häufigen Umzügen infolge politischer Unruhen seit 1441 endgültig beim ursprünglichen Sitz in Etschmiadsin residiert. Gegenwärtig ist seine Heiligkeit Karekin II. Nersissian Katholikos aller Armenier (er ist der 132. Oberste Patriarch und Katholikos aller Armenier und wurde am 26. Oktober 1999 gewählt). Ein weiteres selbständiges Katholikat gibt es in Libanon und aus der Zahl der Diözesen herausgehoben sind die Patriarchate von Jerusalem und Konstantinopel. Die meisten im eigenen Land und im Ausland lebenden (rund 8 Millionen) Armenier gehören der armenisch-apostolischen Kirche an.