Armenien 2017-06-25T07:53:05+00:00

Armenien

Ländername: Republik Armenien (armenisch: Hajastani Hanrapetutiun / Հայաստանի Հանրապետություն)
Lage: Südlicher Kaukasus, 39-41 Grad nördlicher Breite, 44-47 Grad östlicher Länge, zwischen Georgien im Norden, Aserbaidschan im Osten, Iran im Süden, Nachitschewan (autonomes Gebiet zu Aserbaidschan) im Südwesten und Türkei im Westen
Landesfläche: 29.800 qkm (vergleichbar Belgien)
Klima: unterschiedliche Lokalklimata aufgrund des Gebirgsreliefs: in Tälern und im Gebirgsvorland (u.a. Eriwan) trockenes Kontinentalklima mit heißen Sommern bis zu +45 Grad, im Nordwesten winterliche Tiefstwerte bis zu -40 Grad
Hauptstadt: Eriwan mit 1,07 Mio. Einwohnern (Stand: 2016)
Bevölkerung: 2,99 Mio. (geschätzt, Stand: Juli 2016; viele Armenier leben jedoch als Saisonarbeiter in Russland), davon 98,1% Armenier, sowie Russen, Kurden, Jesiden, Griechen.
Landessprache: Armenisch (eigenständige indoeuropäische Sprache mit eigenen Schriftzeichen) als Amtssprache, Russisch existiert als Kommunikationssprache fort
Religion: 92,6% Angehörige der Armenischen Apostolischen Kirche, die im Jahre 301 als erste christliche Staatskirche gegründet wurde
Nationalfeiertag: 21. September
Unabhängigkeit: seit 21.09.1991
Regierungsform: Parlamentarische Republik (ab 2017 vollständig in Kraft)
Staatsoberhaupt: Serzh Sargsyan (Republikanische Partei), Präsident der Republik Armenien (gewählt am 19.02.2008 für 5 Jahre, Wiederwahl am 18.02.2013); gemäß Verfassung sind maximal zwei Amtszeiten möglich
Regierungschef: Karen Karapetyan (seit 13.09.2016)
Parlament: Nationalversammlung: eine Kammer mit 131 Sitzen, zuletzt am 02.04.2017 in direkten Wahlen auf fünf Jahre gewählt
Verwaltungsstruktur: 11 Marze (Bezirke) sowie Eriwan (Stadtgemeinde)
Mitgliedschaft in internationalen Organisationen: VN (1992), OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, 1992), Europarat (2001), GUS (Gemeinschaft Unabhängiger Staaten), Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS), Weltbank (1992), IWF (1992), WTO (Welthandelsorganisation, 2003), UNIDO (Organisation der Vereinten Nationen für Industrielle Entwicklung), UNESCO (Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur), Schwarzmeer-Kooperationsrat, Frankophonie (Vollmitglied seit 2012)
Wichtigste Medien:
Ca. 1.300 Medien registriert. Nach der Verfassung besteht Meinungs-, Informations- und Pressefreiheit; doch bestehen in verschiedenen Bereichen der Staatssicherheit und des Militärs Einschränkungen.
Fernsehen: Öffentliches Fernsehen H1 (ehem. armenisches Staatsfernsehen) mit einem Programm, fünf weitere landesweite Privatsender, drei russische Programme, Euronews, CNN sowie mehrere kleinere regional begrenzte Privatsender; insgesamt derzeit 75 Fernsehsender, 18 mit landesweiter Ausstrahlung.
Hörfunk: Öffentliches Radio sowie zahlreiche weitere Radiosender
Nachrichtenagenturen: ArmenPress (staatlich), Noyan Tapan, ARKA-Wirtschaftsnachrichten (unabhängig), Arminfo, Mediamax
Tageszeitungen: Azg, Hayastani Hanrapetutiun, Irawunk, Aravot, Haykakan Jamanak, sowie russischsprachige Zeitungen
Wochenzeitung: Noyan Tapan Highlights (englischsprachig).


Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

Reiseland

Das kleine Land im Kaukasus wartet mit einer großen Vielfalt an Naturschätzen und kulturellen Stätten auf.

Am Wegepunkt zwischen Osten und Westen zählt das armenische Volk zu einer der ältesten ethnischen Gruppen der Welt und blickt auf eine lange, bewegte Geschichte zurück. Viele historisch bedeutsame Sehenswürdigkeiten und religiösen Stätten sind heute noch zu besichtigen. Eingebettet in die abwechslungsreiche Landschaft Armeniens bietet sich Reisenden von hier manch unvergesslicher Blick über bewaldete Berghänge, blaugrüne Seen oder sandige Steppen.

Obwohl im äußersten Osten der Türkei gelegen und seit langem nicht mehr zu Armenien gehörend, bestimmt der Berg Ararat ganz an der Grenze mit 5.165 Metern und seinem ganzjährig schneebedeckten Gipfel vielerorts das Landschaftsbild Armeniens aus der Ferne. Bekannt ist der Vulkan bereits aus der Bibel. Laut des ersten Buch Moses ließ Noah sich hier mit seiner Arche nieder, wo er die große Flut abwartete (Bibel, 1. Mose 8,4). Traditionell gilt das Jahr 301 als Datum der Verkündung des Christentums als Staatsreligion in Armenien. Vor der Annahme des Christentums war Armenien überwiegend ein heidnisches Land.

Der Nationalpark Sewansee im Nordosten von Armenien liegt rund 60 Kilometer von der Hauptstadt Eriwan entfernt und wird oft auch als „Perle Armeniens“ bezeichnet. Das bis zu 82 Meter tiefe Gewässer nimmt mit seinen rund 1.256 Quadratkilometern rund 5 % der Landesfläche Armeniens ein. 28 Quellen und Flüsse münden in den See, der mit seiner Lage rund 2.000 Meter über dem Meeresspiegel einer der höchstgelegenen Seen der Welt ist. Auf einer Halbinsel im Norden des Sees liegt das 874 n. Chr. gegründete Sevan Kloster. Archäologische Ausgrabungen in der Region förderten jedoch Festungen, Friedhöfe und Gebäuderuinen zutage, die bis in das frühe dritte Jahrtausend vor Christus zurückgehen.

Mit dem Dilijan, dem Khosrov und Shikahogh finden Urlauber in Armenien drei weitere Nationalparks. Dilijan, auch „Armenische Schweiz“ genannt, ist eine bewaldete, hügelige Gegend in der Tavushregion, die sich bis zum Getik Fluss zieht. Khosrov im Südosten von Eriwan liegt am Fuße des Vulkans Gegham und war lange Zeit ein bevorzugtes Jagdgebiet wohlhabender Armenier. Mehr als 1.800 Pflanzenarten sorgen unter andrem auch für stetigen Zuwachs im örtlichen Tierreich. Auskünfte erhalten Besucher durch ein Informationszentrum des WWF’s am Eingang des Parks. Im schwülen Süden, nahe der iranischen Grenze liegt außerdem das von Wäldern durchzogene Naturschutzgebiet Shikahogh.

Als eines der ersten christlichen Völker der Welt überhaupt bauten die Armenier über die Jahrhunderte hinweg zahlreiche Kirchen und Klöster. Die Etschmiadzin-Kathedrale ist eine der ältesten Kirchen der christlichen Welt. Sie wurde im Jahr 303 an der Stelle eines heidnischen Tempels gebaut und gilt als das religiöse Zentrum des armenischen Volkes. Der Erbauungsort wurde einer Legende nach aufgrund einer Vision gewählt, in der Christus vom Himmel herabstieg und mit einem goldenen Hammer auf die Erde schlug. Heute gehört die Stätte zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Das alte Kloster Khor Virap in der Ararat-Region liegt in atemberaubender Umgebung und bietet einen unvergesslichen Blick auf den schneebedeckten Berg in der Ferne. Der Legende nach, ließ König Trdat III. Georg den Erleuchter hier 13 Jahre lang in einer Höhle einsperren, um seinen christlichen Glauben zu brechen. Da die Folter Gregor nicht beugen konnte und er den König von einer als unheilbar angesehenen Krankheit heilte, ließ sich Trdat III. im Jahre 301 selbst taufen und verfügte, dass die Armenier als erstes Volk in der Geschichte das Christentum als Staatsreligion annahmen.

Das Tatev Kloster in der Region Syunik war einst ein wichtiges kulturelles Zentrum und Treffpunkt und beherbergte neben armenischen Mönchen auch Philosophen, Musiker, Kalligraphen und Maler. In der Gegend um Kotayk erwartet den Besucher das Geghard-Kloster aus dem 8. Jahrhundert. Es wurde in den Stein des umliegenden Hanges geschlagen und beherbergte ursprünglich die christliche Reliquie der „Heiligen Lanze“, nach der das Kloster benannt wurde. Eines der bemerkenswertesten Bauwerke Armeniens ist auch das kürzlich renovierte Noravank-Kloster. Es liegt eingebettet im gleichnamigen Canyon und ist umgeben von dessen leuchtend roten Steinen.

Das wahre Symbol der Armenier sind die tausende, über das gesamte Land verbreitete Steinkreuze, die Khachkars. Meistens in der Nähe von Kirchen errichtet, findet man sie vereinzelt auch in einsamen Gegenden in der Landschaft verstreut. Jedes von Ihnen ist ein Unikat, von ihren Errichtern eigens angefertigt, um für die Erlösung der Seele zu bitten, die Errichtung einer Kirche zu feiern oder als Bitte um Schutz, Gesundheit, Glück oder Liebe. Ein Feld mit rund 900 Khachkars finden Besucher in Noraduz, westlich des Sewansees.

Fans des Altertums erfahren an den zahlreichen archäologischen Fundstätten im Land mehr über das alte Armenien. Die Ruinen von Erebuni bilden heute das Fundament der Hauptstadt Eriwan und bezeugen, dass die Hauptstadt bereits vor 3,000 Jahren ein Zentrum des Armenischen Lebens war. Ausgrabungen förderten Teile von Palästen und Tempel zutage. Kleinere Fundstücke sind im Geschichtlichen Museum von Eriwan zu sehen.

Der heidnische Tempel von Garni in der Gegend um Kotayk, rund 30 Kilometer von Eriwan entfernt, ist ein Beweis der einst weit verbreiteten hellenistischen Kultur in Armenien. Einst war der Tempel aus dem 3. Jahrhundert v. Chr., der von einer Festung aus Gräben und Seinmauern umgeben war, eine beliebte Sommerresidenz für die jeweiligen Herrscher des Landes. Nach der Zerstörung durch die Römer 59 n. Chr. ordnete König Trdata I. an, die Festung wieder aufzubauen und um einen Sonnentempel zu erweitern. Die heutige Tempelanlage entspricht ihrem Aussehen vor rund 2.000 Jahren.

Das alte Dorf von Khndzoresk in der Syunik-Region liegt einsam auf einem Felsplateau mit mehreren Ebenen und bietet einen unvergleichlichen Blick auf die Wälder und Berge Armeniens. In der gleichen Region zeugen die 7.000 Jahre alten Überreste der Festung von Ughtasar durch Petroglyophen über die Bräuche und Kultur der Steinzeit. Im Gebiet um Armavir nahe der Stadt Echmiadzin liegen die Ruinen von Zvartnots. Das architektonische Meisterwerk wurde während eines Erdbebens im 10. Jahrhundert schwer beschädigt und erst über eintausend Jahre später wiederentdeckt.

Die Steine von Zorats, Zorats Karer, wurden ursprünglich vermutlich zu astronomischen Zwecken errichtet. Allein über 200 der Steine wiegen über 50 Tonnen und erstrecken sich auf rund 12.000 Quadratmetern in der Nähe der Stadt Sisian. Sie datieren zurück auf das zweite Jahrtausend vor Christus.

Während der Marco Polo Ära wurde Armenien durchzogen von der Seidenstraße zwischen Europa und China. Als Route nutzten vor allem Kaufleute, Händler und Entdecker die Strecke. Viele Häuser und Karawansereien entlang der Wege boten Übernachtungsmöglichkeiten an. Die Selim Karawanserei in den Bergen von Sulema, rund 2.400 Meter über dem Meeresspiegel, wurde im Jahr 1332 erbaut und ist heute eine der besterhaltenen des Landes. Ijevan im Herzen der Tavush-Region war und ist auch heute noch berühmt für seine außergewöhnliche Gastfreundschaft. Als Zentrum der Handwerkskunst ist es besonders bekannt für seine Teppiche, die heute in vielen Häusern auf der Welt zu finden sind.

Quelle: www.eu-asien.de

Die heutige Republik Armenien besteht nur aus einem Teil des alten Armeniens, welches sich von südlich des kleinen Kaukasus, durch das Hochland Armenien bis zu zu den Bergen Tavros erstreckte.

Die häufigen Erdbeben erinnern uns bis heute daran, dass die Region, welche zwischen dem asiatischen und afrikanischen Kontinent liegt, geologisch in der Nähe eines großen Rißes befindet. Das Hochland Armeniens erhebt sich unmittelbar auf das nahegelegende Gebiet. Die Geographie hat in der armenischen Geschichte und Kultur zweifellos eine entscheidende Rolle gespielt. Durch das geformte Bindeglied zwischen Asien und Europa und durch die auftretende, fundamentale Hauptverkehrslinie für Handel schien es so, dass es Armenien nicht bestimmt ist gegen die Katastrophen zu kämpfen. Das Land, welches durch seinen beträchtlichen Reichtum und Import gekennzeichnet ist, nahm eine strategische Position als ein Zankapfel in der Region für die Einführung von vielen „Supermächten“ an. Über Jahrhunderte hinweg waren die Armenier in ständigem Kampf mit den Eindringlingen und Eroberern der Assyrer, Römer, Byzantiner, Parther, Araber und Türken, die von Zeit zu Zeit ständig Kriege führten, um das Land zu erobern, wenn auch nicht ohne hartnäckigen Widerstand. Während dieser stürmischen Jahrhunderte haben die Armenier trotz allem ihre historische Identität und nationales Erbe erfolgreich beibehalten. Trotz solcher Katastrophen gelang es grundsätzlich den Armeniern die nationale Selbstverwaltung zu bewahren. Die Geschichte hat die Formung der vielfältigen und einzigartigen Kultur begünstigt, die durch soziale, intellektuelle und religiöse Faktoren begründet ist.

Quelle: http://www.germany.mfa.am

Die armenische Folklore bewahrte einige Mythen über den Ursprung des armenischen Volkes. Einer von ihnen erzählt über den Helden Hayk, desen Name wie das der Armenier ist, sowie über die Tatsache, dass die Armenier sich die „Armenier“ nannten und ihre Land Hayk oder Hayastan (Armenien) bezeichneten. Der Historiker des 5. Jh. Movses Khorenatsi beschreibt recht detailliert über die Heldentaten von Aram, dessen Ruhm sich weit über die Grenze seines Landes verbreitete. Die banachbarten Völker nannten diese Leute Armener oder Armenier. Die Archäologie Armeniens zählt zu der Vorgeschichte des Ašelyan Gebietes, vor etwa 500.000 Jahren, als die Menschen mit jagen und sammeln durch das Leben gingen und auf der Suche nach Herden in den Weiden folgten. Die erste Periode des Wohlstandes bei den Bewohnern des armenischen Hochlandes war im3. Jh. v. Chr. Jene Menschen zählte man unter den alten Armeniern, die Bronze und Rad entdeckt hatten und Trauben anbauten. Die ersten schriftlichen Memorien über die armenischen Bewohner sind die Hieroglyphen des Königreichs, die im Jahre 1388-1347 v. Chr. in Kleinasien graviert wurden. Die früheste gefundene Inschrift, die dem armenischen Land betrifft, wurde im Jahre 1114 v. Chr. von den Assyrern graviert, welches die Vereinigung der Könige von der zentralen Region Armeniens beschreibt, auch „Nairi Volk“ genannt.

Im 9. Jh. v. Chr. wuchs die Konföderation der einheimischen Stämme und wurde zu einem einheitlichen Staat von Urartu. Diese entwickelte sich sehr rasch und wurde zu einem der stärksten Staaten in den Nahen Osten und zu einem gefährlichen Gegner der Assyrer für die Hegemonie in der Region. Die Urartäer produzierten und exportierten Waren aus Keramik, Stein und Metall, bauten Burgen, Klöster, Paläste und andere große öffentliche Bauten.  Einer von den Kanalbewässerungen werden bis Heute in Jerewan benutzt, in der Hauptstadt von Armenien, wo noch die antike urartäische Festung von Erebuni steht.  

Urartu wurde im 6. Jh. von Medien (Marastan) annektiert, aber nach kurzer Dauer wurden die Meder (Marastaner) durch die Perser erobert und von „Kyros dem Großen“ verdrängt. Im Jahre 6. bis 4. Jh. v. Chr. war Armenien unter persischer Herrschaft. Die Kultur und die zoroastrische Religion hatte einen großen Einfluss auf das geistliche Leben der Armenier gehabt, welche zoroastrische Besonderheiten in ihren polytheistischen und geistlichen Glauben einführte. Als Armenien unter persischer Herrschaft stand, teilte sie sich in Satrapiestaaten, von denen jeder seinen lokalen Satrapenführer besaß, die von persischen Beamten beaufsichtigt wurden. Die Armenier zahlten den Persern hohe Gebühren, die parallel Steuer einziehend das Eigentum der Armenier ständig beschlagnahmten. Von der regierenden Satrapen Königsfamilie der Ervandunier herrschten das Land etwa 200 Jahre lang bis die Griechen nach Westasien eindrungen.

Nach der Erklärung der Herrschaft von „Alexander dem Makedonier“ (der Große) im persischen Kaiserreich, im Jahre 331 v. Chr., ernnanten die Griechen neue Satrapen, um Armenien von dem Ervandunier Mihran zu verwalten. Im griechischen Kaiserreich, welches sich durch ganz Asien und Europa ertstreckte, wuchsen die Städte rasch an, indem hellenistische Architektur, Religion und Philosophie verbreitet wurde. Die griechischen Einflüsse waren sogar in der armenischen Kultur bemerkbar.

Aufhaltend in China, Indien und Zentralasien, die mit der Mittelmeer-Handelsroute verbunden waren, blühten die Städte im Zentrum dank des wirtschaftlichen Handelns auf. Die griechischen Einflüsse waren auch in der armenischen Fassung der zoroastrischen Erfindungsarbeit bemerkbar, mit religiösen Besonderheiten im persönlichen Glauben. Nach dem plötzlichen Tod von „Alexander dem Makedonier“ (der Große) im Jahre 323 v. Chr. führten die Teilung des Kaiserreiches und der Krieg zwischen deren Generälen zur Gründung von drei griechischen Reiche. Trotz des Drucks durch die Seleukiden Monarchie, sicherte einer von den drei Reichen, der Ervanduni Reich, die Kontrolle über den größten Reich von den drei griechischen Reichen, in dem Armenien selbst in Großarmenien, Kleinarmenien und Tsopk aufgeteilt wurde.

Die Herrschaft von den Seleukiden über Armenien endete schließlich, als im 2. Jh. v. Chr. der ansässige General Artasches sich zum König von Großarmenien ausrief und ein neues Reich gründete. Artasches erweitert sein Gebiet, setzt Grenzen des Landes auf und vereinigt das armenische Volk. Armenien erreicht seinen Höhepunkt vom Macht während der Herrschaftszeit von Tigran II der Große (um 95 bis 55 v. Chr.), der sich selbst „König der Könige“ ernannte. In der Regierungszeit von Tigran II nahmen die militärischen Kräfte und politischen Einflüsse zu. Laut dem griechischen Geschichtsschreiber Plutarch sagte der römische Feldherr Lukulus über diesen König folgendes: „In Armenien herrscht Tigran, umgeben von der Macht, der Asien von den Parthern zurück eroberte, der die griechischen Kolonisatoren Richtung Marastan vertrieb, der Syrien und Palästina in Errungenschaft nahm und diese von den Seleukiden trennte.“ Und der römische Redner und Politiker Ciceron schreibt über Tigran den Großen folgendes: „Er hat Rom gezwungen, vor der Macht seiner Streitkräfte zu zittern.“ Die Grenzen von Armenien erstreckten sich vom Kaspischen Meer bis zum Mittelmeer.

Nach den Siegen von Tigran dem Großen kam die Periode seines Niederganges im Jahre 66. v. Chr. Sein Sohn Artavasd II herrschte im 20. Jh. in Großarmenien, bis Antonio und Kleopatra ihn gefesselt nach Ägypten brachten. Artavazd weigerte sich Kleopatra Königin zu nennen und wurde geköpft. Im neuen Reich der Arsakiden., kam der parthische Zweig der Arsakiden im Jahre 64 v. Chr an die Macht und das ganze Land wurde bald zu einer Pufferzone, wo sie für Hegemonie gegen die Römer und Parthern kämpften.

Eines der wichtigsten Ereignisse in der armenischen Geschichte ist die Erhebung des Christentums zur Staatsreligion gewesen. Mit der Einführung der neuen Religion gründet Armenien seine einzigartige christliche Lebensweise und wurde somit ein Teil der westlichen Welt. Der “heilige Gregor-der Erleuchter“ taufte Trdat III als Christ, der im Jahre 301 das Christentum als Staatsreligion verkündete. Somit wurde Armenien das erste Land, welches das Christentum offiziell als Staatsreligion anerkannt hat.

Dies ist die Verkündigung von Konstantin dem Kaiser ,12 Jahre vor der Charta von Milan: durch dies wurde die Toleranz über die christlichen Einwohner im römischen Kaiserreich verkündet.

Später wurde die Reihe der Heiligen dazu gezählt „Gregor dem Erleuchter“, der als erste Katholikos der neuen armenischen Landeskirche gewählt wurde. Für das geteilte armenische Volk wurde die Schaffung des armenischen Alphabets im Jahre 405 ein besonderer Faktor. Der Wissenschaftler und Geistlicher Mesrop Maschtots erschuf das armenische Alphabet von 36 Buchstaben (3 Buchstaben wurden später hinzugefügt), was Armenien aus der sprachwissenschaftlichen und geistlichen Sicht im Vergleich mit den umliegenden Ländern sehr besonders macht. Das Alphabet, in denen viele spezielle Konsonanten vorhanden sind, ist seit 1600 Jahren unverändert geblieben.

Die Einführung des christlichen Glaubens brachte politische Schwierigkeiten mit sich und verursachte schwere Alarmsignale im benachbarten Persien. Die von den Sassaniden beherrschten Perser haben die innere Schwäche Armeniens ausgenutzt und begannen eine Kampagne, um das Christentum zu beseitigen und diese mit Zoroastrismus zu ersetzen. Vor den allgemeinen Gefahren vereinten sich Fürsten, Palastbesitzer und das armenische Volk und unter der Leitung vom Oberbefehlshaber Vardan Mamikonyan kämpften heldenhaft gegen die Perser 451 im Avarayr-Feld. Die Perser hatten zahlenmäßig große Vorteile und besiegten die Armenier: Vardan Mamikonyan und viele andere Tapfere kamen im Schlachtfeld ums Leben. Nach dem Niedergang in der Schlacht von Avarayr folgte der Guerillakrieg in den Bergregionen. Durch die Dynastie von Vardan Mamikonyan leitete Vahan den nationalen Kampf, nach dem ein Sieg der Armenier resultierte im Jahre 484 in der Schlacht von Nvarsaki, wodurch die Freiheit des Glaubens wiederhergestellt wurde und Armenien eine gewisse Unabhängigkeit erhielt.

Im 7. Jh. stürmten die Araber das Land Armenien und eroberten es. Seit dem 9. Jh. begann die Ära der Unabhängigkeit in Armenien, wo das mächtige Reich der Bagratiden seine politische Macht aufrechthielt. Die Wiederherstellung des internationalen Handels führte zum Wohlstand und zur Wiedergeburt der künstlerischen und literarischen Tätigkeit. Die Einwohnerzahl der Hauptstadt von Ani betrug 100.000, mehr als in jedem anderen europäischen Stadtzentrum. Das religiöse Leben blühte auf und Ani wurde als „Stadt der tausend und einer Kirche“ bekannt. In Mitte des 11. Jh. wird ein Großteil von Armenien von Byzanz besetzt.

Der Fall des Königreiches der Bagratiden endete mit dem Kriegszug der neuen Eindringlinge der Seldschuk-Türken in Mittelasien. Durch den kleinen Widerstand der byzantinischen Schwäche verbreiteten sich die Seldschuk-Türken in Kleinasien, sowie auch im armenischen Hochland. Diese Invasion zwang zahlreiche Armenier sich in Richtung Süden zu bewegen, in den Tavros Bergen nähe des Mittelmeeres, wo im Jahre 1080 durch Ruben (das Reich der Rubeniden) das armenische Königreich von Kilikien gegründet wurde. Die engen Beziehungen mit den Kreuzrittern und Europa führte zu einer Ausbreitung von westlich-europäischen Gedanken und zu der Annahme einer feudalen Gesellschaft. Das kilikische Armenien wurde zu einem Land der Baronen, der Ritter und der Bauern. Die Richter von Kilikien trugen europäische Kleider. Neben der armenischen Sprache wurde ebenso Latein und Französisch genutzt, die gemeinsam genutzt wurde. Der Zeitraum des Kilikiens gilt als das erleuchtende Goldene Zeitalter, das für seinen Reichtum an Ornamenten berühmt ist und an Einfluss der westlichen Miniatur. Die geografische Lage von Kilikien an der Küste des Mittelmeers gab die Gelegenheit für die Armenier aus Kilikien an dem internationalen Handel mit Westasien und Europa sich zu beteiligen. Fast 300 Jahre blühte das armenische Königreich von Kilikien, jedoch wurde sie im Jahre 1375 an ägyptische Mamluken übergeben. Der letzte Monarch von Kilikien, der König Leon VI. starb in der französischen Stadt Cales im Jahre 1393 und seine Asche wurde in Saint-Denis (nähe Paris) im Mausoleum der Könige von Frankreich beigelegt.

In der damaligen Zeit, als die Armenier ihre Blütezeit im Königreich von Kilikien erlebten, unterwarfen sich die in Ostarmenien lebenden Armenier den mongolischen Eindringlingen. Später im 16. und 17. Jahrhundert war Armenien zwischen Osmanischen Türkei und Sefyan Persien geteilt. Nach der Eroberung des armenischen Hochlandes verloren die Armenier die Möglichkeit am unabhängigen politischen Leben. Der Persische König (Schah) Abbas I. leitete die komplette Deportationspolitik der Einwohner der armenischen Region, damit der Weg des Vormarsches ins Osmanische Reich Wüstengebiete geschaffen wird und eine Klasse für erfahrene Händler und Handwerker in die neue Hauptstadt Isfahan führen. In der armenischen Gemeinde Isfahans, einem Vorort von Neu Julfa genießt der König Abbas I. die Schirmherrschaft und wird zu einer der Gründer der wirtschaftlichen Säulen vom persischen Sefyan. Die Perser regierten Ostarmenien bis 1828 bis es zu einer Vereinigung mit Russland kam. Während dieser Zeit befand sich das historische Armenien im größten Teil unter der Herrschaft des Osmanischen Reiches.

Unter der Herrschaft der Osmanen lebenden Armenier litten an Diskriminierung, an hohe Zahlung von Steuern und bewaffneten Angriffen im 19. Jh., welche durch die Erlaubnis der zentralen und lokalen Behörden organisiert und durchgeführt wurden. Für  einen christlichen Armenier wurde im Falle einer Ungerechtigkeit kein rechtlicher Schutz gewährleistet. Hinsichtlich denen wurden Steuereinnahmen in unerträglichen Ausmaße durchgeführt, den Armeniern wurde verboten Waffen zu besitzen in einem Land, wo die Tötung der Nicht-Mohammedaner oft ungestraft blieb und sie hatten kein Recht auf Aussage vor dem Gericht über ihr eigenen Namen zu geben. Am Ende des 19. Jh.  Die Hoffnung der Armenier, dass im Jahr 1908 die Jungtürken an die Macht kommen, könnte bessere Zeiten mit sich bringen, verdampfte sich bald. Weil im Jahre 1909 im Frühling ein weiteres Blutvergießen in Adana folgte, resultierte nach einem hartnäckigen Widerstand, dass 30000 Armenier getötet wurden sind. Der erste Weltkrieg schaffte eine gute Möglichkeit für die Regierung der Jungtürken im Osmanischen Reich, um das „Problem der Armenier“ zu lösen. Im Jahre 1915 löst das geheime militärische Kommando das Inhaftieren auf und vernichtete umgehend die Leiter der armenischen Gemeinden. Die armenischen Männer, die in der osmanischen Armee dienten, wurden getrennt, entwaffnet und brutal ermordet. Die Regierung von Istanbul hat die gesamte armenische Bevölkerung deportiert. Die Armenier wurden aus den Städten und Dörfern nach Syrien, Mesopotamien und in den arabischen Wüsten vertrieben. Während der gewalttätigen Deportation und der „Umsiedlung“ wurden viele Armenier schlagend umgebracht, auf Spitzen gesetzt, lebendig begraben, viele von denen wurden in Flüssen ertränkt, geköpft und zu Tode verhungert. Der Völkermord wurde von unbeschreiblichen Grausamkeiten begleitet und von der Beschlagnahmung der Immobilien und Mobilien der Armenier. In der ersten Zeit des Völkermordes im 20. Jh. kamen 1,5 Millionen Menschen ums Leben. Die Massaker fanden in aufeinanderfolgenden Wellen im Jahre 1918 in Baku, im Jahre 1920 in Shushi und in anderen Orten.

Die Niederlage des Osmanischen Reiches im Ersten Weltkrieg und der Zusammenbruch des Russischen Kaiserreiches gab den Armeniern die Möglichkeit ihre Unabhängigkeit zu erklären.

Nach dem Sieg im Jahre 1918 am 28. Mai in den Schlachten von Sardarapat, Gharakilisa und Bash-Aparan gegen die Türken wurde die Republik Armenien deklariert. Die neu gegründete Republik wird mit unüberwindlichen Schwierigkeiten konfrontiert, Kriege, Blockade und Flüchtlinge. Aber selbst unter diesen Bedingungen investierten die Armenier all ihre Energie dem Wiederaufbau ihres Landes und der aktuellen Lösung der Probleme. Zur gleichen Zeit hat die Republik durch den Druck der Türken und der Bolschewiken im Jahre 1920 aufgehört zu existieren. Die sowjetische Rote Armee gelang in Ostarmenien und am 29. November 1920 wurde jene sowjetische Republik deklariert. Armenien wurde in die Besatzung der Transkaukasischen Sozialistischen Föderalen Sowjetrepublik im Jahre 1922 aufgenommen und im Jahre 1936 wurde dieses ein Teil der Republiken der Sowjetunion. In der zweiten Hälfte des 20. Jh. erlebt das wirtschaftliche, wissenschaftliche und kulturelle Leben Armeniens seine Blütezeit, die Bereiche der Informationstechnologie und der Industrie entwickelte sich. In den 1980-er Jahren fanden in der Sowjetunion rasche Veränderungen statt, welche ebenso einen unvermeidlichen Einfluss auf Armenien hatten.

Im Jahr 1988 begann in Armenien eine Bewegung zur Unterstützung der Armenier von Berg-Karabach, dessen Bevölkerung für das Recht auf Selbstbestimmung kämpfte. Durch die Anweisung Stalins wurde im Jahre 1921, hauptsächlich diese mit Armeniern bewohnten Regionen an Aserbaidschan übergeben durch deren illegale Entscheidung von dem Kaukasus Büro der kommunistische Partei Russlands. Im selben Jahr 1988 litt Armenien sehr durch ein starkes Erdbeben, welches das Leben von Tausenden von Menschen gekostet hat und die Versorgungen waren von Sowjetunion sowie vom Westen durch die Regierung von Aserbaidschan blockiert, das mit Hilfe der sowjetischen extra KGB-Spezialeinheit gegen die Armenier von Berg-Karabach ethnische Säuberung durchgeführt wurde. Diese zwei Fragen geben eine Überlegenheit im politischen Bereich von Armenien, angefangen mit der durchgeführten ersten demokratischen Wahlen in der sowjetischen Periode in Armenien. Im Jahre 1990 gewann die Armenische Nationale Bewegung eine Mehrheit der Stimmen im Parlament und bildete eine Regierung. Die Unabhängigkeit von Armenien wurde durch den Obersten Rat von Armenien am 23. August 1990 erklärt. Die Bevölkerung von Armenien stimmte in der Zeit der staatlichen Volksabstimmung mit bedrückender Mehrheit für die Unabhängigkeit und somit entstand ein unabhängiges Armenien. Nach der Unabhängigkeit war die Wirtschaft Armeniens in einem gelähmten Zustand: die neue unabhängige Republik war gezwungen die Aggressionen von Aserbaidschan und die Blockade von Türkei zu wiederstehen, Schutz für die 400.000 Vertriebenen aus Aserbaidschan zu bieten, wie auch den Armeniern aus Artsakh für den Schutz vor ethnische Säuberung und vor groß angelegte militärische Handlung der aserbaidschanischen Politik zu helfen. Durch die Hilfe von Armenien und der Diaspora gelang es den Armeniern von Artsakh den Krieg zu gewinnen, eine Sicherheitszone Rund um Berg-Karabach zu schaffen und Aserbaidschan zu zwingen, einen Waffenstillstand zu unterzeichnen. Die friedliche Beilegung vom Berg-Karabach-Problem bleibt weiterhin für Armenien eine der diplomatischen Prioritäten.

Reise nach Armenien

In Kooperation mit Biblischen Reisen
bieten wir auch 2017 eine Reise nach Armenien
zum Tag der Unabhängigkeit der Republik Armenien,
vom 18. bis 26. September 2017,
mit Pfarrer Dr. Diradur Sardaryan an.