Heute ist Karfreitag. Unser Volk nennt die vom Donnerstag über Freitag die Nacht des Weinens, weil Jesus Christus gekreuzigt wurde. Der Unschuldige wurde gekreuzigt. Die Ursache dieser Kreuzigung sind wir: ich, du, er, wir alle. Auf dem Golgotha steht das Kreuz und unter den Füßen des gekreuzigten Christus sind wir, die an Ihn glauben. Wir schweigen, oder wir müssen schweigen und für unsere Sünden weinen. Schweigen und nachdenken, wie die Welt so grausam und ungerecht sein kann. Wie kann der Mensch so unmenschlich sein, um seinen Bruder, seinen unschuldigen Bruder zu foltern, zu quälen, zu erniedrigen und zu kreuzigen.

Der Karfreitag ist ein Schweigetag in der ganzen christlichen Welt. In den östlichen und entwickelten westlichen Ländern sind der Karfreitag und der Ostermontag freie Tage. (Und wie ist es in unserem Land? In unserer Heimat, wo jeder darauf stolz ist, aus dem ersten christlichen Volk zu stammen…) Unterhaltungen, politische Auseinandersetzungen, Gesang und Tänze können nicht zutage, wenn wir vor dem Kreuz Christi stehen. Und es ist nicht nur Seine Kreuzigung, für die wir weinen und nachdenken. Mit Ihm werden die Gerechtigkeit und der Frieden, der Humanismus und die Nächstenliebe gekreuzigt, mit Ihm werden die Opfer von Ungerechtigkeit aller Zeiten gekreuzigt. Und heute sind wir verpflichtet, sie im stillen Gebet und Nachdenken zu achten. Einen Moment aufzuatmen und dem Alltag zu entrennen. Für einen Moment das Rennen der Welt loszuwerden und zu schweigen.

Heute, zusammen mit der Erinnerung an die Kreuzigung und den Tod Christi, müssen wir denjenigen Achtung geben, die Opfer von Ungerechtigkeit, menschlicher Gewalt, Obszönität, Gier und Kriegen wurden. Christus wurde doch für Sie gekreuzigt. Der Beschützer ihrer Rechte war der Gekreuzigte und aus diesem Grund wurde Er gekreuzigt, weil Er von der wahren Gerechtigkeit und dem Schutz der göttlichen Liebe sprach. Und heute verstehen einige „Menschenrechtsaktivisten“ das alles nicht, und kreuzigen mit ihrem Atheismus und ihrem antikirchlichen Geist, ihrer Einstellung den wahren Menschenrechtsaktivisten. Sowohl damals, als auch heute, werden unser Herr und Sein Volk, das an Ihn glaubt, Seine Kirche, von den Staatsmännern des Tages gekreuzigt. Und diese Staatsmänner wurden und werden von der Mehrheit applaudiert. Ich weiß nicht, warum es so ist…

Und Wir? Für wem sind wir ähnlich? Sehr oft sind wir die Applaudierenden. Sehr oft sind wir die Kreuziger Jesus Christi. Sehr oft sind wir die Leugner und die Verräter.

Aber Jesus wurde gekreuzigt nicht dafür, dass Sein Gegner jubelt und sich freut (da dieser Jubel und diese Freude von kurzem dauer sind), sondern damit die Gerechitgkeit wiederhergestellt wird, die Liebe und die Wahrheit siegt. Er reißt neue Türen für den in Schulden begrabenen Menschen auf, Er öffnet einen Weg zurück für diejenigen, die von der Unmenschlichkeit zur Menschlichkeit, von Ungerechtigkeit zur Gerechtigkeit aufsuchen, diejenigen, die von Sterblichen zu unsterblichen Söhnen des Herrn werden wollen. Mit Seiner Kreuzigung stellt Jesus Christus die Gerechtigkeit wieder her und wischt die Tränen all denen ab, die Opfer der Ungerechtigkeit wurden, die für Wahrheit verlassen und vernachlässigt, verachtet und gekreuzigt wurden.

Das Kreuz Christi öffnet den Weg zur Versöhnung von der Erde in den Himmel. Zwischen Erde und Himmel. Der allmächtige Herr – wie das unschuldige Lamm die Sünden der Welt auf Seinen Schultern, kreuzigt die Sünden und öffnet den Weg denen, die an Ihn glauben und sich bekehren, die es bereuen und es zum Ziel machen Jesus zu ähneln. Er ist doch der Weg und die Wahrheit. Der Weg, der zum himmlischen Königreich, zur Unsterblichkeit, zur glückseligen Vereinigung mit Gott führt.