Im Fokus: Mai 2026
„Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen,
der auf euch herabkommen wird“.
(Apostelgeschichte 1,8)
Liebe Gemeindemitglieder,
liebe Freunde unserer Gemeinde,

der Mai ist ein Monat der großen Bewegungen.
Am 14. Mai feiern wir Համբարձում – Christi Himmelfahrt. Vierzig Tage nach Ostern segnet Christus seine Jünger und fährt auf zum Vater. Es ist kein Ende, sondern Vollendung. Das Heil, das in Bethlehem begann und am Kreuz seinen Höhepunkt fand, wird nun zur Verheißung für alle: Der auferstandene Christus sitzt zur Rechten des Vaters. Die Menschheit ist bei Gott angekommen.
Und dann: zehn Tage des Wartens. Zehn Tage des Gebets. Im vollen Vertrauen, dass etwas Großes auf uns zukommt.
Am 24. Mai kommt es. Wir feiern Հոգեգալուստ – Pfingsten. Das Fest des Herabkommens des Heiligen Geistes, das Fest der heiligen Dreifaltigkeit, die sich hier offenbart. Der Heilige Geist erfüllt die Versammelten wie ein brausender Wind. Menschen verschiedener Völker und Sprachen hören und verstehen. Die Kirche wird geboren, als lebendige Gemeinschaft, getragen vom Hauch Gottes. Wer um diesen Geist bittet, wird ihn empfangen. Das ist die Verheißung, damals wie heute.
Dieser Geist hat Geschichte gemacht. Am 28. Mai 1918, keine drei Jahre nach dem Völkermord, rief ein erschöpftes, zerstreutes Volk eine Republik aus. Die Erste Armenische Republik war ein Wunder der Geschichte und ein Zeugnis dafür, dass ein Volk, das Gott nicht aufgegeben hat, sich selbst nicht aufgibt.
108 Jahre später sind wir hier. Wir feiern. Wir beten. Wir bauen weiter.
Am 9. Mai laden wir Kinder und Eltern herzlich ab 11 Uhr nach Stuttgart Wangen (Bürgerhaus Lamm) zum Spielen und Basteln ein. Am 17. Mai feiern wir den Surb Patarag in der Lutherkirche Bad Cannstatt (12:30 Uhr). Am 25. Mai begegnen wir in der Stiftskirche Stuttgart (11:00 Uhr) Gemeinden aus aller Welt – „Gemeinsam auf dem Weg“.
Der Geist Gottes ist kein Archivstück. Er ist die Kraft, die aus Trümmern Republiken entstehen lässt und aus müden Herzen neue Anfänge. Bitten wir um ihn und halten wir ihm stand.
In christlicher Verbundenheit,
Pfarrer Diradur Sardaryan


