Հայ Մշակույթի Օրեր Շտուտգարտում
Dan Gharibian Trio
Manche Stimmen erzählen mehr als die Lieder, die sie singen. Die Stimme von Dan Gharibian ist eine solche. Sie trägt ein halbes Jahrhundert Bühnenleben in sich, die Melodien armenischer Großeltern, griechischen Blues, Romalieder und das Paris der Chansonniers. Am 23. Oktober war sie im Kleinen Kursaal Bad Cannstatt zu hören, und es wurde ein Fest der Emotionen.
Mit seinen beiden Mitstreitern, dem Gitarristen Benoît Convert und dem Akkordeonisten Antoine Girard, nahm der legendäre Sänger das Publikum mit auf eine Reise durch Länder, Sprachen und Kulturen. Bemerkenswerte Musik, getragen von drei Künstlern, die einander zuhören, statt einander zu übertönen.
Eine Stimme mit Geschichte
Dan Gharibian wuchs in einem armenischen Elternhaus auf. Die armenische, russische, griechische und orientalische Musik, die seine Großeltern liebten, wurde zu seiner ersten Schule. Anfang der 1970er-Jahre gründete er gemeinsam mit dem Geiger Bruno Girard die Gruppe Bratsch. Über vier Jahrzehnte prägte Bratsch die Wahrnehmung von Romamusik und osteuropäischen Klängen in Frankreich und weit darüber hinaus, bis die Band Ende 2015 ihre Tourneen beendete.
Gharibian war die unverwechselbare Stimme dieser Gruppe. Dass sein „Armenischer Walzer“ 2018 bei der nationalen Trauerfeier für Charles Aznavour in Paris erklang, sagt viel über den Rang dieses Musikers. Seit 2017 steht er mit seinem Trio auf der Bühne.
Im Saal saßen an diesem Abend auch Menschen, die ihn schon zu Bratsch-Zeiten bewundert hatten. Für sie war es eine große Freude, diesen Künstler nun so nah zu erleben, ohne Distanz, fast zum Greifen.
Zwei Virtuosen an seiner Seite
Ein Trio lebt davon, dass jeder Einzelne mehr ist als Begleitung. Benoît Convert und Antoine Girard sind keine Begleiter. Sie sind Mitgestalter, die Gharibians Stimme den Raum geben, den sie braucht, und ihr zugleich neue Farben schenken.
Benoît Convert
Gitarre, GesangSeit 2005 Berufsmusiker, seit 2008 Gitarrist der Gruppe Les Doigts de l’Homme, mit der er vier Alben aufnahm und über dreihundert Konzerte weltweit spielte. Als Komponist und Arrangeur hat er dem Trio viele seiner Arrangements geschenkt.
Antoine Girard
Akkordeon, GesangSeit rund zwanzig Jahren professioneller Akkordeonist, auf zahlreichen Bühnen und in vielen Studios zu Hause, unter anderem auf dem Album der malischen Sängerin Mah Damba. Im Trio wirkt er an Kompositionen und Arrangements mit.
Lieder ohne Grenzen
Im Mittelpunkt des Abends standen die Lieder des aktuellen Albums „Da Svidaniya Madame“. Es ist ein Album der Übergänge. Die Titelballade, von Gharibian selbst geschrieben, bewegt sich zwischen Armenisch und Russisch. Daneben stehen eigenwillige Deutungen französischer Chansons von Claude Nougaro und Charles Aznavour, griechische Lieder, eine Erinnerung an den Sewansee und sogar ein Lied in Dioula aus Burkina Faso.
Was diese Musik zusammenhält, ist nicht der Stil, sondern die Haltung. Gharibian singt nicht über die Welt, er singt aus ihr heraus. Seine Stimme ist rau und warm zugleich, gereift wie ein guter Wein, und sie besitzt jene Wahrhaftigkeit, die keine Technik ersetzen kann. Convert und Girard antworten darauf mit feinen, nie aufdringlichen Arrangements, in denen jede Note ihren Grund hat.
Gulo
Zum Abschluss erklang das armenische Lied „Gulo“, und der Saal sang mit. Spätestens in diesem Moment war aus Publikum und Bühne eine Gemeinschaft geworden.
Ein Abend, der bleibt
Es war ein hervorragender Abend mit drei außergewöhnlich talentierten Künstlern. Dan Gharibian hat gezeigt, dass eine Stimme mit den Jahren nicht leiser wird, sondern tiefer. Benoît Convert und Antoine Girard haben bewiesen, dass Virtuosität am schönsten ist, wenn sie sich in den Dienst eines Liedes stellt.
Ein Fest der Emotionen und ein Abend von seltener musikalischer Wahrhaftigkeit.
Wir danken dem Dan Gharibian Trio von Herzen für diesen unvergesslichen Abend und dem Kursaal Bad Cannstatt für seine Gastfreundschaft.
Damit es weitergeht
Begegnungen wie diese sind das Herz der Armenischen Kulturtage. Damit sie auch in Zukunft möglich sind, freuen wir uns über alle, die die Kulturtage im Freundeskreis begleiten.
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