Tigran Paskevichyan im Gespräch nach der Vorführung seines Dokumentarfilms in der Lutherkirche Bad Cannstatt

Հայ Մշակույթի Օրեր Շտուտգարտում

Unser Weg zur Unabhängigkeit

Dokumentarfilm und Gespräch mit Tigran Paskevichyan
18. Oktober 2026, Lutherkirche Bad Cannstatt

Foto: [Fotonachweis]

Als Tigran Paskevichyan nach der Vorführung in den Saal blickte, schien es ihm für einen Moment, als sei es wieder 1988 und als stünden alle gemeinsam auf dem Freiheitsplatz in Jerewan. So sehr war der Raum von Bewegung erfüllt. Es war eine zutiefst berührende Begegnung, mit einem Film, mit einer Zeit und mit einem Menschen, der diese Zeit selbst miterlebt hat.

Zum 35. Jahrestag der Unabhängigkeit Armeniens zeigten die Armenischen Kulturtage am Sonntagnachmittag in der Lutherkirche Bad Cannstatt seinen Dokumentarfilm „Unser Weg zur Unabhängigkeit“. Pfarrer Dr. Diradur Sardaryan hatte den Journalisten und Filmemacher aus Jerewan eingeladen und moderierte das anschließende Gespräch.

Ein Blick von innen

Was den Film so eindringlich macht, ist die Perspektive seines Autors. Tigran Paskevichyan war selbst Teil jener Jahre. Schon während der Perestroika engagierte er sich in der Umweltbewegung, 1987 gründete er mit Mitstreitern die Organisation Goyapaykar, und von 1988 an war er an den politischen Entwicklungen und an unabhängigen Publikationen beteiligt. Heute blickt er als Journalist und Dokumentarfilmer auf eine Zeit zurück, die er nicht nur erforscht, sondern erlebt hat.

Diese Nähe war im Saal zu spüren. Nach dem Abspann lag auch Schwermut im Raum. Nach dem Film, so beschrieb es Paskevichyan später, habe es gegolten, Hoffnungslosigkeit und Trauer zu überwinden.

Ein Gespräch über Hoffnung

Genau darum ging es im anschließenden Gespräch, das auf Armenisch geführt und ins Deutsche übertragen wurde. Rund vierzig Minuten lang ging es um die Hoffnung, die Armenien in den Jahren des Aufbruchs getragen hat.

„Etwa vierzig Minuten sprachen wir nur über Hoffnung, über die Hoffnung, die uns in jenen nicht fernen Jahren gerettet hat und die uns noch aus der Ausweglosigkeit retten wird.“

Tigran Paskevichyan nach seinem Besuch in Stuttgart, aus dem Armenischen übersetzt

Auch die Vorführung selbst hat ihn bewegt. Der Film ist längst im Internet abrufbar und dort, wie er schreibt, zehntausendfach gesehen worden. Doch die gemeinsame Vorführung im Saal habe einen ganz anderen Zauber gehabt. Über seinen Bericht setzte er drei Worte, die von diesem Nachmittag bleiben: There is always hope. Es gibt immer Hoffnung.

Wir danken Tigran Paskevichyan von Herzen dafür, dass er den weiten Weg nach Stuttgart auf sich genommen und seinen Film, seine Erinnerungen und seine Hoffnung mit uns geteilt hat. Unser Dank gilt ebenso der Evangelischen Lutherkirchengemeinde Bad Cannstatt für ihre Gastfreundschaft und der BW-Bank, in Kooperation mit der dieser Nachmittag stattfand.

Damit es weitergeht

Begegnungen wie diese sind das Herz der Armenischen Kulturtage. Damit sie auch in Zukunft möglich sind, freuen wir uns über alle, die die Kulturtage im Freundeskreis begleiten.

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