
Հայ Մշակույթի Օրեր Շտուտգարտում
Die armenische Küche entdecken
Drei Gerichte, ein voller Kursraum und jede Menge Neugier: Der Kochworkshop „Die armenische Küche entdecken“ wurde zu einem wunderbaren Abend. Unter Anleitung von Elmira Torosian kochten die Teilnehmenden im Bildungshaus NeckarPark drei Klassiker der armenischen Küche und erfuhren dabei, welche Geschichten und Bräuche mit ihnen verbunden sind.
Der Kurs fand in Kooperation mit der vhs Stuttgart statt und war sehr gut besucht. Vier Stunden lang wurde geschnitten, gefüllt, gewickelt und geschmort, und am Ende zeigte sich, dass man ein Land auch über seine Küche kennenlernen kann.
Auf dem Tisch

Տոլմա
Tolma
Gefüllte Blätter mit Fleisch und Reis
Tolma gehört zu den beliebtesten und bekanntesten Gerichten Armeniens. Eine Füllung aus Hackfleisch, Reis, Zwiebeln und Kräutern wird in zarte Weinblätter oder Kohlblätter gewickelt und langsam gegart. Serviert wird Tolma meist mit Matsun, dem armenischen Joghurt, und zerdrücktem Knoblauch. Für die Fastenzeit gibt es eine eigene Variante ohne Fleisch, gefüllt mit Linsen, Bohnen und Kichererbsen.

Ղափամա
Ghapama
Gefüllter Kürbis mit Reis, Honig und Trockenfrüchten
Ein ganzer Kürbis wird ausgehöhlt und mit gekochtem Reis, Rosinen, Trockenfrüchten, Butter, Honig und Gewürzen gefüllt, dann im Ofen gegart. Ghapama ist ein Festgericht und kommt traditionell zu Neujahr und zu Ostern auf den Tisch. Der Name erzählt davon: Kirchliche Feiertage hießen früher „Khapan“-Tage, weil an ihnen die Arbeit ruhte. An diesen Tagen bereitete man festliche Speisen zu, und aus einer von ihnen ist der Überlieferung nach die Ghapama geworden.

Խաշլամա
Khashlama
Geschmortes Fleisch mit Gemüse
Lamm- oder Rindfleisch wird in einem schweren Topf schichtweise mit Zwiebeln, Paprika, Tomaten und anderem Gemüse angerichtet und bei geschlossenem Deckel sanft geschmort. Der Name kommt vom armenischen Wort „khashel“, kochen oder schmoren. Eine alte Überlieferung verbindet das Gericht mit dem Navasard-Fest des vorchristlichen Armenien, als man es zu Ehren des Gottes Aramazd zubereitete.
Kochen mit Geschichte
Genau darin lag der Reiz des Abends. Elmira Torosian zeigte nicht nur, wie die Gerichte gelingen, sondern auch, was sie bedeuten: Speisen, die an Fest- und Fastentage gebunden sind, Rezepte, die über Generationen weitergegeben wurden, und eine Küche, in der sich Alltag, Glaube und Gastfreundschaft verbinden.
Wir danken Elmira Torosian herzlich für diesen wunderbaren Abend, der vhs Stuttgart für die gute Zusammenarbeit und allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihre Freude am Mitkochen.
Damit es weitergeht
Begegnungen wie diese sind das Herz der Armenischen Kulturtage. Damit sie auch in Zukunft möglich sind, freuen wir uns über alle, die die Kulturtage im Freundeskreis begleiten.
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