Gedenken an die zweihundert Patriarchen des Hl. Konzils von Ephesus (431 n. Ch)
Heute gedenkt die Armenische Apostolische Kirche die zweihundert Patriarchen des Dritten Ökumenischen Konzils von Ephesus. Anlass des Konziels war die Lehre des Patriarchen von Konstantinopel Nestorius (428-431) und der theologische Streit um die menschliche und göttliche Natur Christi.
Das Konzil bestätigt die Lehre der Kirche, wonach in der Person Jesu Christi die göttliche und die menschliche Natur unvermischt, unverwandelt, ungetrennt und ungeschieden vereint sind. Nicht zwei Söhne und zwei Christus, der eine Gott und der andere – Mensch, nicht zwei Personen, sondern ein Herr, ein Jesus, ein Hypostase und eine vereinte göttliche und menschliche Natur.
Darauf aufbauend bekräftigt das Konzil das gemeinsame Bekenntnis der Kirche, wonach die Heilige Jungfrau Maria als Gottesgebärerin verehrt wird und nicht nur als Menschesgebärering und oder Christusgebärerin, wie Nestor behauptete. Die Gottesgebärerin hat das menschgewordene Wort Gottes geboren, das heißt, sie gab dem vor der Ewigkeit geborenen Wort Gottes menschliche Gestalt.
Abgesehen davon, dass das Dritte Ökumenische Konzil aus theologischer Sicht sehr wichtig ist, erinnert es uns aber auch an eine wichtige Tatsache, die heute oft vergessen wird. Die Kirche ist ein lebendiger Leib, eine Vereinigung, deren Mitglieder in ständiger Kommunion miteinander stehen. Die Kirche soll in allen für den Glauben wichtigen Belangen einig und vereint sein. Wenn es in dieser Kommunion erhebliche Meinungsverschiedenheiten und Widersprüche gibt, stört es die Einheit der Kirche, und hindert ihre normale Existenz. Um ihre Probleme zu lösen, berief die Kirche als ein lebendiger Organismus seit den ersten Jahrhunderten Kirchenversammlungen ein und diskutierte die Themen, die ihre Mitglieder bewegten, um die Einheit der Kirche wiederherzustellen und zu sie zu stärken. Gerade auch die Armenisch-Apostolische Kirche hat, seitdem die Armenier das Christentum als Staatsreligion angenommen haben, National-Kirchliche Konzile mit ihren weltlichen und kirchlichen Repräsentanten einberufen. Diese Konzile wurden in sehr wichtigen Krisensituationen für die Armenier einberufen, um eine einheitliche Lösung zu finden. Heute befinden wir uns sowohl in Armenien als auch in der Diaspora in einer der tiefsten Krisen. Ich persönlich würde mich sehr freuen, wenn wir unser jahrhundertealtes Erbe nicht nur in Worten, sondern auch in Taten wertschätzen würden, und dieses Erbe zum Leben erwecken würden, um einen Ausweg zu finden.
Pfr. Dr. Diradur Sardaryan