Angriffe auf das Armenische Patriarchat
von Jerusalem

Gewaltakt erschüttert Armenische Gemeinde in Jerusalem

Mit tiefer Bestürzung berichten wir über einen tragischen Vorfall, der sich am Donnerstagnachmittag in der Jerusalemer Altstadt ereignete. Die armenische Gemeinschaft wurde erneut Opfer eines gewalttätigen Übergriffs.

Nach Angaben des armenischen Patriarchats griffen mehr als 30 vermummte Personen bewaffnet mit “tödlichen und weniger tödlichen Waffen” Kleriker, Seminaristen und weitere Mitglieder der armenischen Gemeinschaft an. Mehrere Armenier wurden schwer verletzt, zwei Personen wurden festgenommen. Dies ist nicht das erste Mal, dass es in der Altstadt zu gewalttätigen Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit einem Pachtvertrag zwischen dem Patriarchat und einem jüdisch-australischen Privatinvestor kommt.

Die Diözese der Armenischen Kirche in Deutschland verfolgt die Entwicklung mit größter Sorge und hat dazu eine Stellungnahme veröffentlicht. Die Diözese betont die Notwendigkeit einer umfassenden Untersuchung seitens der israelischen Regierung und der Polizei, um die Hintergründe dieses bedauerlichen Vorfalls zu klären. Die armenische Gemeinschaft kämpft nicht nur um ihre Rechte, sondern auch um ihre Existenz in einem als “Kuhgarten” bekannten Bereich im Südwesten der Altstadt.

Das Patriarchat sieht den Übergriff als “kriminelle Antwort” auf eine Klage, die die Kirche im Streit um den Pachtvertrag eingereicht hat. Die Armenier rufen die Weltgemeinschaft dazu auf, ihnen beizustehen und das armenische Viertel vor einem gewaltsamen Untergang zu bewahren.

Die Armenische Kirche in Deutschland schließt sich diesem Appell an und fordert dazu auf, die Stimme zu erheben gegen jede Form von Gewalt, die das friedliche Zusammenleben der religiösen Gemeinschaften bedroht. Die Diözese setzt sich dafür ein, dass die Werte des respektvollen Miteinanders und des interreligiösen Dialogs in Jerusalem bewahrt werden.

In diesem Sinne appellieren wir, als Teil der Diözese der Armenischen Kirche in Deutschland, an die Verantwortlichen, die notwendigen Schritte zu unternehmen, um die Sicherheit der armenischen Gemeinschaft zu gewährleisten und eine umfassende Aufklärung dieses bedauerlichen Vorfalls zu ermöglichen.

AGBW

Stellungnahme der Diözese
der Armenischen Kirche in Deutschland

Die Armenische Kirche in Deutschland verurteilt aufs Schärfste den Angriff von etwa 30 maskierten Personen auf das armenische Patriarchat von Jerusalem, bei dem viele Bischöfe, Priester, Diakone und andere Laien unterschiedlich schwere Verletzungen erlitten haben. Gegen Vertreter des armenischen Patriarchats wurde sogar Giftgas eingesetzt.

Wie aus der Pressemitteilung des armenischen Patriarchats zu entnehmen ist, steht der Angriff in direktem Zusammenhang mit der Aufkündigung des Pachtvertrags über das dem Patriarchat gehörenden Grundstück namens „Kuhgarten“ und dem Schutz der Rechte des Patriarchats mit juristischen Mitteln.
Anstatt den legalen Weg zu wählen, versucht die Gegenseite, die Vertreter des armenischen Patriarchats und der armenischen Gemeinschaft, die versuchen, die Rechte des Patriarchats zu schützen, mit illegalen Mitteln einzuschüchtern und den “Kuhgarten” mit illegalen Mitteln zu beschlagnahmen.

Die Armenische Kirche Deutschlands fordert die israelische Regierung auf, alle Schritte zu unternehmen, um die Täter zu identifizieren und die strengsten rechtlichen Maßnahmen gegen sie zu ergreifen. Alle Probleme sollten ausschließlich mit rechtlichen Mitteln gelöst werden.

Kanzlei der Diözese