Gemeindepfarrer und Vorstand gratulieren Cem Özdemir zum Wahlsieg
GEMEINDENACHRICHTEN · MÄRZ 2026
Pfarrer Dr. Diradur Sardaryan und der Vorstand der Armenischen Gemeinde Baden-Württemberg (AGBW) haben Cem Özdemir offiziell zum Wahlsieg in Baden-Württemberg beglückwünscht. In einem persönlichen Schreiben würdigen sie seinen Werdegang, erinnern an ein gemeinsames Treffen und benennen konkrete Hoffnungen für die Zusammenarbeit in der neuen Legislaturperiode.
Eine persönliche Verbundenheit
Die Armenische Gemeinde Baden-Württemberg (AGBW) verbindet mit Cem Özdemir eine langjährige und vertrauensvolle Beziehung, die weit über formelle politische Kontakte hinausreicht.
Noch kurz vor der Landtagswahl empfingen Landtagspräsidentin Muhterem Aras, die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Petra Olschowski sowie der Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Cem Özdemir, den Gemeindepfarrer der AGBW, Dr. Diradur Sardaryan, und die weltliche Vorsitzende der Gemeinde, Kristina Bagratuni, zu einem Gespräch im Haus der Abgeordneten.
Im Mittelpunkt des Austauschs standen aktuelle Projekte, gesellschaftliche Herausforderungen sowie Perspektiven der weiteren Zusammenarbeit zwischen Politik und der Armenischen Gemeinde Baden-Württemberg. Das Gespräch fand in einer offenen und konstruktiven Atmosphäre statt und unterstrich die Bedeutung des kontinuierlichen Dialogs zwischen Politik, Zivilgesellschaft und religiösen Gemeinschaften im Land.
Nach dem Treffen postete die Landtagspräsidentin Muhterem Aras (@muhterem.aras) auf ihrer Instagramseite folgendes:
„Für uns Grüne ist klar: Eine offene Gesellschaft wächst durch Begegnung, Dialog und gegenseitigen Respekt zwischen Kulturen und Religionen. In Baden-Württemberg sollen Menschen ihre Religion frei leben können – und Glaubensgemeinschaften, die im Einklang mit unserem Grundgesetz stehen, müssen ihren Glauben selbstverständlich offen und ohne Angst praktizieren können. Religionsfreiheit und der Schutz von Minderheiten sind für uns keine Nebensache, sondern ein zentraler Grundpfeiler unseres Zusammenlebens.“
In ihrem Glückwunschschreiben heben Pfarrer Sardaryan und Vorstandsvorsitzende Kristina Bagratuni hervor, dass Özdemir als Ministerpräsident nicht nur politisch, sondern auch biografisch für ein weltoffenes und vielfältiges Baden-Württemberg steht, „als jemand, der die Geschichte einer Gastarbeiterfamilie aus eigener Erfahrung kennt und Integration als gelebte Wirklichkeit verkörpert“.
10 Jahre Bundestagsresolution
ein bleibendes Zeichen
Einen besonderen Platz im Schreiben nimmt die Erinnerung an Özemirs Rolle bei der Verabschiedung der Bundestagsresolution zur Anerkennung des Völkermords an den Armeniern, Arameäern und Pontos-Griechen ein. Im Jahr 2016 hatte er als damaliger Bundestagsabgeordneter der Grünen maßgeblich zur Verabschiedung dieser historischen Resolution beigetragen – auch um den Preis persönlicher Risiken und politischer Spannungen.
„Dafür sind wir Ihnen bis heute dankbar“, heißt es im Brief der AGBW. Da sich die Resolution in diesem Jahr zum zehnten Mal jährt, sieht die Gemeinde nun in Özemirs neuer Funktion als Ministerpräsident die Chance, dass dieses Bekenntnis auch auf Landesebene spürbare Wirkung entfaltet – in Schule, Bildung und öffentlichem Gedenken.
Bundestags-Resolution 2016
Hier finden Sie den archivierten Beitrag des Deutschen Bundestages zur Resolution über den Völkermord an den Armeniern.
Gemeinsame Vorhaben:
Bildung, Kultur und Begegnung
Die AGBW verbindet die Glückwünsche mit der Bitte, die Gespräche nach der Regierungsbildung fortzusetzen. Im Mittelpunkt stehen dabei mehrere konkrete Vorhaben, welche die Gemeinde in den kommenden Jahren voranbringen möchte:
Das geplante Mehrgenerationenzentrum Arche Noah soll als offenes Haus der Begegnung entstehen. Ein Ort, an dem Generationen und Kulturen zusammenkommen, der zugleich als soziale und kulturelle Infrastruktur für die gesamte Region dient. Eng damit verknüpft ist das Vorhaben, ein TUMO-Zentrum für kreative Technologien zu etablieren: ein Bildungsangebot in Programmierung, Robotik und Mediengestaltung für Jugendliche ab 12 Jahren, wie es bereits in Mannheim und Berlin erfolgreich betrieben wird.
Darüber hinaus setzt sich die AGBW für die Weiterentwicklung von Unterrichtsmaterialien zum Völkermord im Rahmen der Handreichung „Genozide im 20. Jahrhundert“ ein, in Kooperation mit dem Kultusministerium und Expertinnen und Experten wie Prof. Dabag. Die Stärkung des armenischen Sprach- und Religionsunterrichts, insbesondere über die Samstagsschule „Surb Mesrop Mashtoz“, sowie die Förderung der Armenischen Kulturtage Stuttgart runden das Bild ab.
„Diese Vorhaben können einen nachhaltigen Beitrag zu digitaler Bildungsgerechtigkeit, historischer Aufklärung, kultureller Vielfalt und intergenerationalem Zusammenhalt in Baden-Württemberg leisten“, schreibt die Gemeinde in ihrem Brief.

