Surb Patarag erleben: Ein Begleiter für Familien
Wie wir den Sonntag und die Heilige Liturgie
mit unseren Kindern feiern
Liebe Eltern,
„Lasst die Kinder zu mir kommen“, sagt Jesus (Mt 19,14).
Unsere Liturgie – der Surb Patarag – ist ein tiefes Mysterium. Doch sie soll kein Geheimnis bleiben. Je besser wir und unsere Kinder verstehen, was am Altar geschieht, desto tiefer können wir in die Gemeinschaft mit Christus eintauchen.
Jedes christliche Zuhause ist eine „kleine Kirche“.
Diese kleine Handreichung möchte Ihnen helfen, den Surb Patarag für Ihre Kinder lebendig werden zu lassen.
1. Vorbereitung zu Hause:
Die Liturgie beginnt im Wohnzimmer
Der Surb Patarag beginnt nicht erst am Sonntagmorgen um 9:00 Uhr in der Kirche – er beginnt bereits bei Ihnen zu Hause.
Vorfreude wecken
Wenn wir hohen Besuch erwarten, bereiten wir unser Haus vor. Genauso bereiten wir uns auf die Begegnung mit Christus vor. Sprechen Sie schon am Samstagabend über den kommenden Sonntag.
Lieder üben
Hören Sie zu Hause gemeinsam liturgische Hymnen (zum Beispiel „Soorp Asdvadz – Heiliger Gott“). Wenn Kinder die Melodien kennen, können sie in der Kirche leichter mitsingen.
Fasten und Beichte
Erklären Sie älteren Kindern das Mysterium der Beichte und die Bedeutung des Fastens als Vorbereitung auf die Heilige Kommunion – als Reinigung von Seele und Körper.
2. In der Kirche:
Mit allen Sinnen dabei sein
Der Gottesdienst in der armenischen Kirche spricht den ganzen Menschen an.
Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang – nutzen wir ihn!
Aktiv teilnehmen
Ermutigen Sie Ihre Kinder, sich zu bekreuzigen, wenn der Name des Herrn genannt wird, oder sich zu verneigen, wenn der Diakon dazu aufruft.
Mitsingen
Die Gebete gehören der ganzen Gemeinde. Wir antworten gemeinsam mit einem klaren und überzeugten „Amen“.
3. Meilensteine für Kinder im Surb Patarag
Die armenische Liturgie bietet viele Momente, in denen Kinder aktiv einbezogen werden können. Fragen Sie Ihren Pfarrer, ob Ihre Kinder bestimmte Aufgaben übernehmen dürfen.
A. Die Gabenbereitung (Brot und Wein)
Was geschieht?
Ungesäuertes Brot (Nschchar) und ungemischter Wein werden zum Altar gebracht. Später werden sie zum Leib und Blut Christi.
Für die Familie
Manchmal können Familien eingeladen werden, diese Gaben in einer kleinen Prozession zum Altar zu bringen. Das zeigt: Wir bringen unsere irdischen Gaben vor Gott.
B. Der Tapor – die Prozession mit dem Weihrauch
Was geschieht?
Der Priester steigt vom Altar herab und geht durch die Gemeinde. Dies erinnert daran, wie Christus vom Himmel herabkam, um unter den Menschen zu leben und das Evangelium zu verkünden.
Für die Familie
Kinder dürfen oft Teil dieser Prozession sein. Wenn der Priester die Kinder mit Weihrauch segnet, können sie antworten:
„Heeshescheer yev zees arachee anmah Kareenun Asdoodzo.“
(Erinnere dich meiner vor dem unsterblichen Lamm Gottes.)
C. Das Evangelium und das Glaubensbekenntnis (Havadamk)
Was geschieht?
Das Wort Gottes wird verkündet. Anschließend betet die Gemeinde das nizänische Glaubensbekenntnis aus dem Jahr 325.
Für die Familie
Ältere Kinder können die Lesungen übernehmen. Beim Glaubensbekenntnis halten wir unsere Hände Handfläche an Handfläche, die Finger ausgestreckt und die Daumen überkreuzt – als Zeichen unserer Einheit im Glauben.
D. Der Friedenskuss (Voghchooyn)
Was geschieht?
Bevor die Eucharistie beginnt, versöhnen wir uns miteinander. Wir können nicht ein Leib Christi werden, wenn wir nicht in Liebe verbunden sind.
Für die Familie
Dieses Ritual ist für Kinder besonders schön. Man neigt den Kopf zur rechten und dann zur linken Wange des anderen.
Der Grüßende sagt:
„K’ristos i mej mer haytnec’av.“
(Christus ist unter uns erschienen.)
Die Antwort lautet:
„Orhnyal e haytnut’yuně K’ristosi.“
(Gepriesen sei die Erscheinung Christi.)
E. Der Höhepunkt: Die Heilige Kommunion (Surb Haghordutyun)
Was geschieht?
Brot und Wein werden wahrhaft zum Leib und Blut Christi. In der Kommunion begegnen wir Christus selbst und werden mit ihm und mit der ganzen Kirche vereint.
Für die Familie
Die Kommunion ist ein großes Geschenk. Getaufte Kinder sollten gemeinsam mit ihren Eltern nach vorne gehen und das Heilige Mysterium empfangen.
F. Der Segen und das Mahs (Der Anteil)
Was geschieht?
Am Ende der Liturgie wird das Mahs verteilt – gesegnetes (aber nicht konsekriertes) Brot.
Für die Familie
Das Mahs wird auf den Handrücken gelegt. Wer es empfängt, sagt:
„Pazheen eem Asdvadz haveedyan.“
(Gott ist mein Anteil für immer.)
Nehmen Sie ein Stück Mahs mit nach Hause für kranke oder abwesende Familienmitglieder.
Ein Schlusswort an die Eltern
Liebe Eltern,
machen Sie sich keine Sorgen, wenn Ihre Kinder nicht jedes theologische Detail verstehen. Allein die Anwesenheit, das Halten des Liturgiebuches, der Duft des Weihrauchs und das Miterleben der Rituale prägen die Seele.
Sprechen Sie auf dem Heimweg oder beim sonntäglichen Mittagessen darüber:
Was hat dir heute am besten gefallen?
Welches Lied ist dir im Ohr geblieben?
So wird der Surb Patarag nicht zu einer Pflichtveranstaltung, sondern zur lebendigen Quelle Ihrer Familie.

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