Berc Takesian ist  seit seiner Jugend ein Teil der Armenischen Gemeinde in Baden-Württemberg.  In den vergangenen Jahren war er Vorstandsmitglied und in den letzten drei Jahren ist er Vorstandsvorsitzender der Armenischen Gemeinde Baden-Württemberg. Für ihn und seine Familie sind Glaube und Tradition wichtig. Deshalb engagiert er sich ehrenamtlich und wünscht sich engere Einbindung der jüngeren Generation an die Gemeinde.

Herr Takesian, Sie sind seit drei Jahren Vorstandsvorsitzender der Armenischen Gemeinde Baden-Württemberg, was wären die Highlights für Sie in dieser Amtszeit?

Es gab vieles, was uns alle gefreut hat. Ob die Begegnungen mit den Landsleuten, die Entwicklungen in der Jugendarbeit und in der Samstagsschule, ob die Kulturtage oder die wunderschönen Gottesdienste. Doch mein absolutes Highlight war der Kauf der Surb Khatsch Kirche in Bartenbach.

Welchen Schwierigkeiten und Herausforderungen sollten Sie sich als Vorstand in dieser Zeit stellen?

Die größte Herausforderung, und das sagen wir immer wieder, ist die zerstreute Gemeinde. Wir sind ca. 5000 Armenier in Baden-Württemberg, leben aber sehr zerstreut, was jegliche organisatorische Arbeit enorm erschwert. Die größten Herausforderungen sind die Organisation und Ausführung der Armenischen Kulturtage in Stuttgart, aber auch die bevorstehende Sanierung der Surb Khatsch Kirche sind Projekte, denen wir uns gerne stellen.

Was macht Ihnen am meisten Spaß in Ihrem ehrenamtlichen Engagement?

Die Begegnung mit den Landsleuten, das Treffen von Gleichgesinnten nach den Gottesdiensten, das aufrechterhalten der sozialen Verbindungen, die man im Laufe der Jahre sammelt. Aber am meisten tut es Gut, wenn man die Wirkung des Engagements sieht, z.B. nach den Kulturtagen, oder im Projekt der Kinder– und Jugend, oder aber auch nach unseren humanitären Aktionen in Armenien. All dass gibt Kraft und motiviert für den weiteren Einsatz für die Kirche, Gemeinde, Menschen.

Spielt der Glaube und die Tradition der Armenischen Kirche eine Rolle im Leben ihrer Gemeindemitglieder?

Es spielt sogar eine sehr große Rolle. Wir wären heute ohne unseren Glauben und Tradition nicht da, wo wir heute sind. Der Glaube, so wie sie in der Armenischen Apostolischen Kirche tradiert und gelebt wird verbindet uns, egal aus welchem Land wir kommen.

Gleichzeitig sehen wir auch die allgemeine Tendenz in der europäischen Gesellschaft, und somit auch in unserer armenischen Gemeinschaft, dass religiöser Glaube immer schwächer werde, an kulturellem wie politischem Gewicht verliere, sich säkularisiere, also verweltliche. Leere Kirchen sind nicht nur ein Problem der Westkirchen.

Dagegen kann und muss die Kirche, die Gemeinde etwas tun. Denn unser Glaube ist identitätsbildender Teil unseres Lebens. In der Tradition finden wir unsere Wurzeln. Sie zu pflegen und lebendig zu gestalten ist unsere Aufgabe, denn ein Baum ohne Wurzeln gedeiht nicht lange.

Die Sanierung der Kirche in Bartenbach fordert sehr viel Kraft und Engagement, warum ist es wichtig die Hl. Kreuz Kirche zu sanieren?

Die Hl. Kreuz Kirche in Bartenbach ist die erste Armenische Kirche in Deutschland, eist ist ein Stück Heimat für viele Landsleute. Von daher ist es besonders wichtig die Kirche, die nun unser Eigentum ist, zu Sanieren und sie öffentlich zugänglich und repräsentativ zu machen. Es ist ein Juwel nicht nur für uns, sondern auch für viele Bartenbacher und seit neuem auch für viele rumänische Christen, die als Gäste bei uns ihre Gottesdienste feiern.

Als eine Gemeinde, die für ganz Baden-Württemberg zuständig ist, brauchen Sie dennoch einen zentralen Ort für Gottesdienste, Veranstaltungen und Gemeindeleben in Stuttgart?

Wir brauchen unbedingt ein Gemeindezentrum in Stuttgart, denn die Landeshauptstadt ist für unsere zerstreute Gemeinde als zentraler Ort am besten geeignet ist. Es bedeutet aber auf keinen Fall, dass wir die Kirche in Bartenbach vernachlässigen werden.

Gibt es Entwicklungen in dieser Richtung?

Seit Jahren sind wir auf der Suche nach einem passenden Ort. Die zwischenzeitlichen Lösungen zunächst in Neugereut und jetzt auch in Bad Cannstatt sollen einerseits das Gemeindeleben in Stuttgart aktivieren. Damit wir das zukünftige Gemeindezentrum mit Leben erfüllen können. Doch gleichzeitig geht die Suche weiter. Wir sind im Kontakt mit der Stadt aber auch mit den Schwesterkirchen. Wir sind voller Hoffnung, dass bald eine Lösung gefunden wird. Doch auch die Gemeindemitglieder sollten aktiver werden.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Um das Gemeindeleben voranzutreiben wünsche ich mir stärkere Einbindung der jüngeren Generationen an die Gemeinde,  sowie aktive Beteiligung der älteren Generation. Eine starke, lebendige und engagierte Gemeinde.

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